D&D-Tip: Persönliche BH-Beratung in Hannover

On Bratabase

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...
Posts mit dem Label Richtige BH-Größe werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Richtige BH-Größe werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 30. Dezember 2013

Woran erkenne ich ob ein BH passt?!

Spoiler: Auf die BH-Bügel achten! ;-)

Die Sache mit dem richtigen BH ist bekanntlich nicht so einfach: rund 80% aller Frauen sollen die falsche Größe tragen. So sagt man zumindest, denn obwohl völlig unklar ist, woher diese Zahl kommt, hält sie sich recht hartnäckig. Aber egal, wir schreiben ja hier keine wissenschaftliche Arbeit, da kann man auch mal eine gefühlte Statistik verwenden.
Angesichts dieses riesigen Prozentsatzes muß man sich natürlich fragen, wie diese Fehlerquote zustande kommt. So schwer kann es doch mit der richtigen Größe nicht sein, oder?! Immerhin hat mittlerweile fast jeder Online-Shop für Wäsche eine eigene Anleitung bzw. “Fehlerausschluß-Liste”. Ich fasse mal grob zusammen, worauf man in erster Linie bei der Passform achten sollte…

Die sechs Anfänger-Indizien:

► der Steg liegt an
Wenn der Steg nicht anliegt ist das Körbchen zu klein.

► keine Brötchen/Doppelbrust – der Übergang zwischen Brust und BH ist glatt
Wenn der Körbchenrand in die Brust einschneidet ist das Körbchen zu klein.

► das (Ober-)Körbchen wirft keine Falten
Wenn der Stoff Falten wirft, ist das Cup zu groß.

► Unterbrustband rutscht nicht nach oben und sitzt straff am Körper
Wenn das Unterbrustband im Rücken nach oben wandert, ist es zu weit.

► die Träger schneiden nicht ein bzw. tragen nicht das Brustgewicht
Wenn zuviel Gewicht an den Trägern hängt, ist das Unterbrustband zu weit.

► die BH-Bügel liegen auf den Rippen und nicht auf dem Brustgewebe
Wenn der BH vorne hochrutscht, sind i.d.R die Körbchen zu klein und das UBB zu weit.

Siehe dazu auch d&d: Der erste BH-Paßform-Check sowie bei der BH Lounge: Häufige Probleme und die BH-Checkliste

Verwendet man diese Liste, um festzustellen daß die bisher getragenen BHs gar nicht passen, ist das erst mal völlig unproblematisch. Schwierig wird es erst, wenn man versucht damit zu bestimmen, wie gut ein ‘gefitteter’ BH wirklich sitzt. Also wenn man quasi nicht falsi- sondern verifizieren möchte. ;-) 
Klassischerweise zeichnet einen gefitteten oder auf deutsch ‘angepaßten’ BH aus, daß er ein engeres Unterbrustband (UBB) und größere Körbchen hat als die bisher getragenen Exemplare (die Kombination aus zu weitem Unterbrustband und zu kleinem Cup ist der häufigste Fehler bei der Größenwahl). Tatsächlich neigen viele Frauen in der Euphorie der neuen Größe dazu, ins andere Extrem zu verfallen: statt zu kleine Cups/zu weite UBBs suchen sie sich zu große Cups und zu enge UBBs aus. (Das Phänomen ist auch bekannt als Umgekehrte Buchstabenphobie)

Nächste gute Frage: Warum fällt denn nicht direkt auf, daß die Größe falsch ist?
Die Antwort liegt auf der Hand: Weil alle oben genannten Kriterien erfüllt sind!

Daher muß man zur Beurteilung der Passform weitere Aspekte mitberücksichtigen. MiaRose hat Anfang des Monats in ihrem Beitrag Faktoren die die Passform beeinflussen bereits auf die Problematik hingewiesen, daß man von gemessenen Werten alleine noch nicht auf die richtige BH-Größe schließen kann, weil Brüste selbst noch eine Menge an variablen Eigenschaften mitbringen können.

Ein bekanntes Beispiel für Versuche, solcher Variablen habhaft zu werden sind die Einteilungen in Brustform-Typen wie bei den Busenfreundinnen (Typ 1, 2 und 3) sowie die Breast Shapes bei Reddit’s A Bra That Fits. Die Problematik dabei ist natürlich, daß man meist – mangels Vergleichsmöglichkeiten und Maßstab - erst mal überhaupt gar keinen Plan hat, wie man sich in solchen Aufteilungen verorten soll. Über die eigene Brustform und die jeweiligen BH-Schnitte und mögliche Inkompatibilitäten zu spekulieren, bringt einen da häufig  nicht unbedingt weiter.

Bei den Busenfreundinnen hat sich daher der BH-Bügel als erster Indikator für den richtigen Sitz etabliert wenn man mit der Anfängerliste nicht mehr weiterkommt. 

Welche Funktion hat der BH-Bügel?

Der BH-Bügel bildet die Grundfläche des Körbchens über dem sich das Cupvolumen wie ein Zelt aufspannt. Bei einem eher flachen Körbchen ist dieses Zelt eher wie ein Suppenteller, bei einem tiefen Körbchen gleicht es eher einem Longdrinkglas. D.h. im Verhältnis zur Tiefe des Cups bestimmt sich ob ein BH eher breit- oder eher schmalbügelig ist. Das Volumen sollte idealiter innerhalb einer Körbchengröße erst mal identisch sein.
Für die Anpassung eines BHs heißt das, daß der Bügel möglichst genau die Fläche umfassen sollte, auf der die Brust angewachsen ist (Brustbasis); die Brust wird über die Spannung des Körbchenstoffs stabilisiert und von der Unterbrustbandkonstruktion gehalten – so entfaltet der BH sein optimale Stützwirkung. Die folgende Grafik von Bratabase veranschaulicht, wie unterschiedlich groß diese Fläche sein kann:


Das ist natürlich nur ein Beispiel – Frauen sind alle unterschiedlich. Die Brustbasis kann also eher oval sein, z.B. hochoval oder längsoval, kreisrund und dabei eher klein oder eher groß, die Brust kann tief auf dem Brustkorb sitzen oder eher hoch, nah beisammen oder weit auseinander – das sind alles Faktoren, die man bei der Anpassung eines BHs berücksichtigen muß und über die konkret der Verlauf des Bügels Aufschluß gibt, denn ohne Maßstab ist es natürlich schwierig das herauszufinden.

Der erste wichtige Punkt auf den es zu achten gilt, ist daß der Bügel ausreichend breit ist, also wirklich um die Brust herumführt und nirgends auf dem Gewebe draufliegt. Ich bin mir mittlerweile sicher, daß die ominösen 80% dafür verantwortlich sind, daß Bügel-BHs einen so schlechten Ruf genießen, denn ein zu kleines Körbchen bedeutet natürlich in der Regel auch, daß der Bügel zu schmal ist und ins Brustgewebe drückt und piekst. Der dauernde Druck kann dann in schlimmeren Fällen zu Verhärtungen oder Entzündungen führen. (Wer hat Angst vorm Bügel-BH?) Unter anderem deswegen ist die richtige BH-Größe kein rein ‘kosmetisches’ Problem.

Damit man überhaupt einen aussagekräftigen Sitz des BHs erreicht, also die Passform wirklich beurteilen kann ist es selbstverständlich wichtig, den BH auch richtig anzuziehen – was man echt nicht oft genug sagen kann, denn auch das machen die meisten Frauen falsch und viele brauchen auch einige Versuche um zu verstehen, worum es geht. Also schön den 7-Punkte-Plan angucken, eine eigene Routine entwickeln und üben-üben-üben!

Smile with tongue out

Angenommen wir haben nun sichergestellt, daß alles Brustgewebe sich innerhalb des Körbchens respektive des Bügels befindet, kommen wir zum nächsten Schritt – der Bügelanalyse.
Ich hab mal versucht ein paar Probleme zu illustrieren. Leider ist die Umsetzung nicht so ganz gelungen, von meiner Methode mit der Hand eine Skizze anzufertigen und diese dann abzuphotographieren mal ganz abgesehen. Ich hoffe, man kann trotzdem einigermaßen erahnen, was ich zeigen will. Aber dafür gibt’s ja auch Begleittext…

Ausgangspunkt fürs Trouble-Shooting:
Der Bügel folgt nicht der Brustbasis.

Indizien dafür sind:
► unterhalb der Brustfalte sammelt sich noch Stoff
► der Bügel rutscht immer wieder nach unten
► der Bügel ist zu lang und piekst oben in den Arm/die Achsel
► der Bügel ‘reicht schon fast auf den Rücken’, ist also viel zu breit

Fall 1: Der Bügelverlauf ist zu schmal für die Brustbasis 

buegel zu schmal smll

Was ich versuche hier zu zeigen ist, daß der Bügel nach unten gedrückt wird, weil der Bügel zu schmal für die Brustbasis ist. Manchmal muß das gar nicht so viel sein – manchmal sieht man das nur an am Bügelende, das sich leicht ins Gewebe eindrückt, so daß eine kleine Delle ensteht. In der Regel fällt diese Form von Bügelproblem unter Orange im Glas. (Vgl. auch Orange im Glas – reloaded)
Häufig tritt dieses Phänomen bei Frauen auf, die eine eher längsovale Brustbasis haben. 


Fall 2: Der Bügel ist zu lang für die Brustbasis


Der Bügel liegt nicht in der Brustfalte, weil er einfach zu lang und U-förmig ist. Die Breite ist gar nicht so schlecht, nur die Form ist einfach suboptimal: durch die Länge pieksen die Bügel oben in die Achsel, man kann sie gar nicht so weit hochschieben, daß der Bügel unten in der Brustfalte ‘einrastet’.

Häufig tritt dieses Phänomen bei hoch angesetzen Brüsten auf. Erschwerend kommt hinzu, daß viele Hersteller sehr flache Schnitte (Minimiser) produzieren, die mit den Brusteigenschaften größerer Brüste (diese wachsen ja mehr in die Tiefe als in die Breite) nicht harmonieren.

In beiden Fällen wird wertvolles Körbchenvolumen an den Bereich unter der Brustfalte ‘verschwendet’, d.h. häufig bilden sich dort dann Falten und oben ist das Körbchen zu klein oder zu knapp, obwohl das Volumen theoretisch sogar passt. Hier liegt tendenziell eine Schnitt-Inkompatibilität vor.


Fall 3: Der Bügel ist einfach zu groß/breit


In  meinem dritten Fall ist der Bügel an jeder Stelle ziemlich weit vom Brustende entfernt. Man sagt dazu gerne “die Bügel reichen bis auf den Rücken”. Nun gibt es Frauen, gerade solche, die ein wenig dicker sind, bei denen an der Seite wirklich noch ganz viel Gewebe ist und die deswegen so breite Bügel brauchen, damit diese flach am Körper anliegen und nicht noch nach außen gedrückt werden. In meinem Beispiel soll die Brust (siehe gestrichelte Linie) aber sehr deutlich vor dem Bügelende aufhören – ohne nenneswerte Seitenspeckausläufer. 

Was leiten wir aber nun aus diesem Bild ab? Theoretisch kann es darauf hindeuten, daß ein BH sehr flach geschnitten ist, also die Volumenverteilung des Körbchens nicht mit der Brustform übereinstimmt. Allerdings es oft quasi unmöglich das ohne eine Vergleichsgröße herauszufinden, denn durch die zu breiten Bügel verschiebt sich die ganze Beurteilungsgrundlage.

► Breite Bügel verlängern künstlich das Unterbrustband, es wirkt dadurch länger als es wirklich ist.

► Unterbrustband und Körbchen können nicht ihre ideale Stützwirkung entfalten, weil der Cupstoff nicht durch die Brust “aufgespannt” wird. Häufig führt das dazu, daß man zusätzlichen Halt über die Träger erzeugen muß.

► Die tiefste Stelle des Körbchens verschiebt sich nach außen; so werden die Brüste entweder stark nach außen gedrückt oder der BH ist in Stegnähe zu flach und die Brust fällt zur Mitte aus dem BH, wodurch er wiederum zu klein (!) wirkt.


► Die Bügel neigen dazu, am äußeren Rand auf die Rippen zu drücken, weil sie zu tief nach unten reichen. Gleichzeitig pieksen sie oft in Achseln und Arme.

 
► Die Träger rutschen ebenfalls sehr weit zur Seite, wodurch der BH unter den Armen zu hoch sein kann und entweder der Stoff und oder die Träger reiben und einschneiden. (aka “Seitenproblem”)

Kurz: es wird sehr schwer abzuschätzen, ob der Schnitt einfach nicht zur Brust paßt oder ob es sich um die falsche Größe handelt, d.h. ob nicht der Großteil der genannten Problematiken sich durch eine kleinere Körbchengröße und evtl. ein weiteres Unterbrustband lösen ließen. Indizien für ein zu großes Körbchen wären z.B. ein Unterkörbchen das im Verhältnis zum Oberkörbchen so groß ist, daß eine oben abgeflachte Form entsteht oder einfach, daß der BH sehr bedeckend ist. (Rollkragen-BH)

Meiner Meinung nach ist es also am einfachsten, bei der Suche nach einer passenden Größe und einem passenden Modell erst einmal darauf zu achten, daß die Bügel möglichst gut zum Verlauf der Brustbasis passen – wenn das abgehakt ist, kann man sich den Fragen widmen, ob die Tiefe des Körbchens stimmt und ob die Volumenverteilung des Cups mit der Brustform harmoniert. 

Möglichst gut heißt natürlich immer, daß man erst mal austesten muß, was der Markt hergibt – BHs werden in der Regel ja nicht maßgefertigt sondern als Konfektionsware mehr oder weniger gut auf die durchschnittlichen Bedürfnisse der Zielgruppe hin konzipiert. D.h. mit etwas Glück findet man eine Marke oder ein paar Modelle, die den eigenen körperlichen Voraussetzungen recht nahe kommen. Man kann natürlich aber auch Pech haben und nichts finden, was gut funktioniert. 

Allerdings scheint es so eine Tendenz zu geben, wenig mit Größen zu experimentieren und statt dessen sehr vorschnell zu einem Inkompatibilitätsurteil zu kommen, also eher zu sagen “Daß es nicht paßt liegt am Schnitt” als “Daß es nicht paßt, liegt an der Größe”. Ich habe das des öfteren bei den Busenfreundinnen in der Galerie beobachtet, aber auch in der Brablogosphere kommt das häufiger vor. Und sogar beim Live Fitting ist es schon passiert, daß nach einem Fehlversuch mit einer Größe eines Modell die Motivation es noch einmal mit einer anderen  zu versuchen, deutlich sowohl bei Kundin als auch Brafitterin nicht mehr richtig in Frage kam. Dabei hat ja gerade Offline-Fitting in der Regel den riesigen Vorteil, daß man sich problemlos und zeitnah durch weitere Größen eines Modells probieren kann, während das bei allen die auf Onlineshopping angewiesen sind schwierig ist. (Denn wer bestellt schon immer vier, fünf Größen zum Vergleich?)

Keine Ahnung, warum da so viele Frauen zum Fatalismus neigen. Ich kann nur zu mehr Experimentierfreunde raten. Bra Fitting funktioniert in der Theorie nämlich leider immer nur so lala.
So, das war jetzt mein letzte theoretische Bra Fitting-Abhandlung des Jahres. Ich hoffe, ihr konntet einigermaßen folgen und es bringt euch so ein bißchen was. Über Nachfragen und Kommentare freu ich mich natürlich wie immer.
 

Endnotizen:
Gute Hinweise wie man herausfindet, wo die Brust zu Ende ist gibt es im BraWiki der Busenfreundinnen.

Einen ganz großartigen, sehr ausführlichen Passform-Check hat Anna vor ein paar Wochen auf Bras and Body Image veröffentlicht: Troubleshoot your bra size [englisch]

Auch noch mal ein Hinweis auf einen sehr interessanten Gastbeitrag bei Lingerie Addict, Bra Wires 101 – A Basic Guide by Lyzzy Beswick. [englisch]

Montag, 2. Dezember 2013

D: Faktoren die die Passform beeinflussen

Auch gute Größenrechner liegen mal daneben. Warum ist das so? Ich weiß noch, wie ich am Anfang meiner Fittinggeschichte auf einen Rechner stieß der sehr oft empfohlen wurde und dann dachte prima, endlich kann es losgehen. Ganz so einfach war es dann aber doch nicht. Denn es gibt viele Faktoren die den Sitz eines BHs und die Größe beeinflussen, die wenig mit dem gemessenen Unterbrustumfang (UBU) oder Brustmaß zu tun haben. Das erklärt auch warum auch zwei Frauen mit exakt gleichen Maßen im selben BH unterschiedliche Größen tragen.

(Kopflose und armlose) Vogelperspektive -
oben eine breite, unten eine schmale Brustbasis
Breite der Brustbasis: Die Brustbasis ist die Fläche auf der das Brustgewebe am Oberkörper ansetzt. Eigentlich ist es ganz einfach: Eine breite Brustbasis, also eine solche die horizontal viel Platz auf dem Brustkorb einnimmt, braucht breite Bügel. Wie weiß mensch denn aber ob mensch eine breite Brustbasis hat? Zieh deinen BH aus und drück deine Brust mit der Hand leicht gegen den Brustkorb und dann in Richtung Achsel. Es sollte sich eine Falte bilden. Mal diese nach. Wo verläuft diese Linie im Vergleich zum Abdruck des Bügels? Wenn der Bügel vor der Linie liegt ist er zu schmal. Liegt er dahinter ist er zu breit. Tendenziell sind kleine Brüste eher Breitbrüste, während große Brüste oft eine schmale Brustbasis haben. Eine breite Brustbasis braucht auch oft flachere Körbchen, weil sich das Volumen auf einer größeren Fläche verteilt, während eine schmalere Brustbasis tiefere Körbchen braucht. Allerdings kann auch ein Mensch mit schmaler horizontaler Brustbasis ein relativ flaches Körbchen brauchen, wenn die Brustbasis sehr hoch reicht.





  Höhe der Brustbasis - Gleiches Volumen, unterschiedliche
Volumenverteilung; Oben von links: mehr, gleich viel,
wenig Volumen im oberen Bereich; Unten von links:
Wenig und viel Volumen im oberen Bereich
Höhe der Brustbasis: Hier geht es darum wie hoch das Brustgewebe reicht, bzw. wie groß die vertikale Brustbasis ist. Wenn ich meine Brust anhebe und leicht gegen den Brustkorb drücke, dann fühle ich Brustgewebe bereits kurz unter dem Schlüsselbein. Es entsteht außerdem eine Wölbung nach außen. Ich habe also eine hoch reichende Brustbasis, bzw. mein Brustvolumen ist im oberen Bereich. Bildet sich eine prominente Falte, ist das meiste Volumen wahrscheinlich im unteren Bereich. Brüste mit viel Volumen im oberen Bereich brauchen offene Schnitte. Das heißt Halfcups und Plunges und einige Balconettes funktionieren, Full Cups dagegen schneiden oft ein. Diese funktionieren dafür oft gut an Brüsten mit viel Volumen im unteren Bereich. Eine andere Methode um die vertikale Verteilung des Brustgewebes auszumachen ist es die Form der Brust in Relation zu der Position der Brustwarze zu setzen. Brüste mit großer vertikaler Ausdehnung sind klar tropenförmig. Die Brustwarze befindet sich in der unteren Hälfte des Tropfens.  Brüste die eher schanzenförmig aussehen oder Brüste bei denen die Nippel in der oberen Hälfte sitzen haben mehr Volumen im unteren Bereich. 

Quetschbarkeit des Brustkorbs/Lungenvolumen: Diese beeinflusst maßgeblich das Maß des UBUs. Dickere Frauen haben oft mehr Gewebe am Brustkorb und brauchen daher oft kleinere UBBs (Unterbrustbänder) als ihre Maße vermuten lassen. Sie sind also quetschbar. Muskulöse oder sehr schlanke Frauen haben dagegen oft wenig Gewebe, das sich quetschen lässt. Sie fühlen sich öfters mit UBBs wohler die gleich oder sogar größer als ihr UBU ist. Lungenvolumen spielt häufig ebenfalls eine wichtige Rolle, wenn es um das Messen des UBUs geht. Viele Rechner verlangen, dass man ausatmet beim messen. Ausdauersportler aber haben ein weitaus größeres Lungenvolumen als andere Menschen. Wenn so jemand ausatmet und misst wird der Umfang deutlich geringer sein, als bei anderen Menschen. 

Konsistenz des Gewebes: Menschen haben unterschiedliche Verhältnisse von Drüsen- zu Fettgewebe in der Brust. Manche Brüste sind daher fester als andere. Weiche Brüste können stärker komprimiert  werden. Meine weichen Brüste stören mich zum Beispiel gar nicht wenn ich auf dem Bauch schlafe. Weiche Brüste tendieren dazu aus Plunges herauszufließen und verlieren gerne mal den Kampf gegen die Körbchenkonstruktion. Außerdem verändern sich Brüste im Verlauf des Lebens zum Beispiel während und nach der Menopause.  

Empfindlichkeit: Manche Menschen ertragen auf Grund verschiedener Erkrankungen (z.B. Fibromyalgie), wegen einer Operation oder des Alters keine engen Bändern. Anderen dagegen entlockt ein enges Band nur ein müdes Lächeln. 

Persönliche Präferenz: Menschen mögen unterschiedliche Dinge und legen unterschiedliche Maßstäbe an. Manche mögen enge UBBs, manche nicht. Manchen ist Ästhetik wichtiger als Funktionalität, machen nicht. 

Schwanger/Stillend: Hier habe ich selbst keine Erfahrung, aber Brüste verändern sich rasant in der Schwangerschaft und danach. Brüste die zum Stillen genutzt werden, verändern Größe und Konsistenz ja fast stündlich. Einen wunderbaren Text zur Thematik hat Nyad im Busenfreundinnenforum verfasst: Entwicklung der Brust in Schwangerschaft und Stillzeit

Marken/Modelle: Gleichzeitig sollten auch nicht vergessen werden, dass Marken und selbst Modelle der selben Marke unterschiedlich ausfallen. Ich trage in Ewa Michalak zum Beispiel meist 34E (aber auch 32F) in Freyas auch gerne mal 30G.

Das ist eine verkürzte Darstellung und natürlich . Sicherlich könnte mensch zu jeder dieser Variablen noch einen eigenen Blogpost verfassen. Außerdem können die Faktoren natürlich interagieren. 

Habe ich, eurer Meinung nach, irgendetwas vergessen? 

MiaRose bloggt seit Ende 2011 auf Drüber&Drunter. Neben Brafitting schlägt ihr Herz für sinnvolle/lose Diskussionen, gutes Essen, Jugendliteratur und allerlei anderes popkulturelles Gedöns. Ihre aktuellen Maße sind (94) 97 (96)-73-101. Ihren Vorstellungspost findet ihr hier: Me, myself and I.

Sonntag, 15. April 2012

D/E Auf Mission / On a Mission

For English after the Jump.

Erst einmal: Entschuldigung, dass ich MIA war nachdem ich hier so eine Welle gemacht habe und nun meine eigene 'about'-Sektion (*stolz bin*) habe. Aber ich bin erst seit kurzem wieder in Deutschland und mein Leben verläuft noch nicht wieder in einigermaßen geregelten Bahnen und wird es auch nicht so bald, da ich übermorgen nach Berlin ziehe (falls irgendjemand eine Mitbewohnerin sucht --> miarose . drueberunddrunter @ gmail.com ;) ). Aber genug des Geplänkels und auf zum Thema.

Ich habe nun schon so einige Versuche hinter mir meine Umwelt davon zu überzeugen, dass ihr Leben mit passenden Bhs doch viel schöner wäre oder Sie doch zumindest ihren Brüsten Hilfestellung beim Trotzen der Schwerkraft leisten könnten. Zugegebenermaßen, kenne ich auch eher Frauen mit kleineren Brüsten, die oft weniger Leidensdruck haben. Allerdings geht es bei dem Thema doch oft mit mir durch und das gepaart mit fehlendem diplomatischen Geschick, führt nicht immer zum Erfolg.

Hier die häufigsten Reaktionen zum Thema:

1. "Aber deine Brüste sind doch viel größer als meine!" --> Vielleicht das Größte aller Probleme, da es anscheinend kounterintuitiv ist, dass UBB und Körbchen abhängig voneinander sind. Vielen scheint nicht klar zu sein, dass eine Frau mit 60/28 F (mehr oder weniger) dieselbe Körbchengröße hat wie jemand der 85/38 B trägt. Sobald man einmal erklärt hat, dass wenn frau ein UBB runter geht, sie auch ein (1,5) Körbchen raufgehen muss, ist das Problem meist behoben.

2. "Aber deine Brüste sind doch gar nicht so groß!" Gemeiner Fall von Buchstabenphobie.

3. "Aber solche 'riesen' Bhs gibt es doch nirgendswo zu kaufen." Inzwischen habe ich eine Email abgespeichert, die Links zu all meinen Onlienshop-Reviews enthält und, falls vorhanden, einen Hinweis auf einen guten Wäscheladen in der Nähe.

4. "Aber die sind doch so teuer." Da erwidere ich gerne, dass ich nie mehr als 50 € für einen Bh ausgeben würde. Und auch noch nie habe.

5. "Aber das sind doch solche Oma-Bhs." In dem Fall zeige ich, auf Nachfrage, ob das gewünscht ist und wenn ich die Person kenne, meinen Bh oder meine Bh-Schublade.

6. "Ich brauche doch keinen Bh." Ja, man BRAUCHT auch keine Zahnspangen/Toilettenpapier/Ryan Gosling Memes/Internet. Allerdings brauchen auch kleine Brüste ein enges Band, dass sie abstützt.

7. "Die Bh-Verkäuferin bei Maurice Unkenmöllers Geheimnis hat aber auch gesagt, dass ich eine 75C bin." Ja, die gute Frau will a) etwas verkaufen, b) trägt wahrscheinlich selbst die falsche Größe und ist eine schlechte Fitterin oder c) ihr Arbeitgeber führt die Größe nicht.

8. "(...)" Wenn jemand mich total ignoriert versuche ich es mit Ausdauer. Da erzähle ich dann freudig, dass mein Päckchen mit wunderschöner Wäsche in Polka-Dot/aus französischer Spitze/ in Pastellgrün aufgetaucht ist. Oder aber ich hänge meine Bhs zum Trocknen auf den Wg-Ständer. Das ist nicht unbedingt eine Taktik für jede Wohnsituation, aber meistens kann frau auf die Neugier von Mitbewohnerinnen vertrauen. Oder aber ich surfe in der Küche auffällig bei den Busenfreundinnen/D&D/ den Blogs in unserer Blogroll.

9. Ich: "BrüsteBHsBlablaBlaUbbUccfalscheGrößebladibluppblupp" Funktioniert bei mir nicht.


Wie ist das bei euch? Habt ihr schon erfolgreich Frauen zum Umdenken angeregt? Und wenn ja wen und WIE?



In English please,

MiaRose bloggt seit Ende 2011 auf Drüber&Drunter. Neben Brafitting schlägt ihr Herz für sinnvolle/lose Diskussionen, gutes Essen, Jugendliteratur und allerlei anderes popkulturelles Gedöns. Ihre aktuellen Maße sind (94) 97 (96)-73-101. Ihren Vorstellungspost findet ihr hier: Me, myself and I.

Dienstag, 13. März 2012

Orange im Glas...


oder auch kleiner 'Alibibrafitting-Auftritt' ;)  with a special appearance by 'Kleine Breitbrust'. 


Manchmal bestellt man einen Bh um später festzustellen, dass der Cup im vorderen Bereich leer bleibt oder Falten schlägt. Bevor man nun entscheidet, huch, der BH war wohl doch zu groß, sollte bedacht werden, dass das Modell auch zu klein oder inkompatibel sein könnte. Wenn der Bh zu klein ist, sind auch oft die Bügel zu schmal und liegen auf dem Brustgewebe auf. Dieses Phänomen wird gerne als 'Orange im Glas' beschrieben, weil die Brust genausowenig ins Körbchen passt, wie eine Orange, die man in ein zu schmales Glas drücken will. 


Möglichkeit zwei ist die sagenumwobene 'kleine' Breitbrust. Viele Frauen haben eine breite Brustbasis. OFT, nicht ausschließlich, ist das der Fall bei relativ gesehen kleineren Brüsten. Das heißt das meiste Volumen befindet sich nicht mittig, sondern verteilt sich auf einer größeren Fläche horizontal auf dem Brustkorb. Manche Bh-Modelle, zum Beispiel der oft als Einsteigermodelle empfohlene Freya Pollyanna haben schmale Bügel. Bei einer Frau mit einer breiten Brustbasis würden bei diesem auch die Bügel auf dem Brustgewebe aufliegen, statt es zu umschließen und vorne im Körbchen wäre Platz, da schmale Bügel meist mit größerer Tiefe des Körbchens einhergehen. Ist das der Fall braucht frau Modelle mit flacheren Körbchen und breiteren Bügeln. 


Na, habe ich nicht eine schöne Terrasse *hust* ?

Comments:

Popinnie:
also ich find die terasse hat was. da fehlt doch nur noch weinranken oder efeu ;)

und danke, heut habe ich zum allerersten mal wirklich verstanden was orange-im-glas wirklich bedeutet (hatte vorher nur so´ne ahnung)
My recent post frauenprobleme
MiaRose:
Bitte!

Ich sollte wohl keine Insiderwitze machen. Ich habe nur erst nach dem Fotografieren gesehen, dass man sehen kann, dass einer meiner Mitbewohner auf unserer Veranda gezündelt hat und habe nicht alles wegschneiden können.

MiaRose bloggt seit Ende 2011 auf Drüber&Drunter. Neben Brafitting schlägt ihr Herz für sinnvolle/lose Diskussionen, gutes Essen, Jugendliteratur und allerlei anderes popkulturelles Gedöns. Ihre aktuellen Maße sind (94) 97 (96)-73-101. Ihren Vorstellungspost findet ihr hier: Me, myself and I.

Dienstag, 6. Dezember 2011

BH-Suche 101, zweiter Teil: Richtig anprobieren...

So, angenommen ihr habt eine kluge Auswahl getroffen, über eine der unzähligen Rabattaktionen ein paar Schnäppchen geschlagen, die Bezahlung per Kreditkarte oder Paypal hat einwandfrei geklappt und die Sachen sind schnell sicher und wohlbehalten bei euch angekommen und ihr sitzt nun vor einem mehr oder weniger großen Haufen von BHs, die anprobiert werden wollen...

Aber - haha! - Bra-Fitting ist eine Wissenschaft für sich, daher muß bei der Anprobe folgendes beachtet werden:

Punkt 1: Der Haken an der Sache
Niemals nicht sollte ein neuer BH direkt auf der engsten Einstellung geschlossen werden. Ihr habt das bisher so gemacht? Jetzt ist Schluß damit! Ein BH soll auf dem äußersten/weitesten Häkchen stabil und bequem sitzen. Das hat den Sinn, daß man den BH, wenn er ausleihert (und das ist leider unumgänglich), etwas enger stellen kann. Wenn du den BH direkt auf dem engsten Häkchen schließen mußt, damit er gut sitzt, solltest du ihn gegen eine Unterbrustbandgröße kleiner tauschen. (Achtung, dann ein Körbchen hochgehen! 80C > 75D)

Punkt 2: Das Unterbrustband läßt sich nur mit Mühe schließen?
Das ist auch nicht Sinn der Sache! Das Band sollte stabil und fest sitzen, aber möglichst noch bequem. Es geht nicht darum, eine Meisterschaft zu gewinnen. Ggf. empfiehlt es sich, einen Verlängerer zur Hand zu haben, damit man mal ausprobieren kann, ob das Band eine Größe größer nicht vielleicht angenehmer und trotzdem noch stabil sitzt. (Aber Achtung, ein Verlängerer verändert die Trägerposition und kann zu einer schlechteren Passform führen!)

Punkt 3: Träger regulieren!
Träger regulieren bedeutet nicht, sie maximal zu kürzen noch sie maximal zu verlängern. Man sollte aber auch nicht einfach nur die voreingestellte Länge versuchen. Mit den Trägern kann man das Körbchenvolumen und die Brustform verändern - daher ist es total wichtig, ein bißchen mit der Länge zu experimentieren um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie der BH paßt.
Träger müssen auch nicht beide auf die gleiche Länge eingestellt werden - oft zeigt sich bei gut passenden BHs, daß die Brüste nicht exakt gleich groß sind. Mit unterschiedlichen Trägereinstellungen läßt sich diese Asymmetrie meist ganz leicht ausgleichen.

Punkt 4: Bügelbreite kontrollieren
Die Bügel sollten auf keinen Fall auf dem Brustgewebe aufliegen, aber nach Möglichkeit auch nicht weit vom Brustende entfernt liegen, weil dadurch der Halt durch den Körbchenstoff reduziert und das Unterbrustband künstlich verlängert wird. (Ein zu enges Band kann die Bügel stark in die Breite ziehen)
Um herauszufinden wo die Brust endet, kann man sie leicht anheben und zur Seite drücken. Ggf. die entstehende Falte mit einem nicht abfärbenden Stift markieren. Danach unbedingt noch einmal tasten, ob man vielleicht jenseits der Falte noch Brustdrüsenausläufer hat. (Das kommt häufiger vor)

Punkt 5: Den BH ordentlich anziehen
Ihr werdet es nicht glauben, wie oft das vorkommt, daß ein BH nicht richtig angezogen ist. Ständig-dauernd-laufend! Um zu sehen, ob er paßt, ist es aber superwichtig, darauf zu achten, daß die Bügel in der Brustfalte liegen und nicht irgendwo, daß die Brustwarze nach Möglichkeit im tiefsten Punkt des Cups verstaut ist (meist da wo sich die Nähte treffen), daß alles Gewebe das zur Brust gehört sich im Körbchen befindet usw.
Eine Anleitung zum richtigen BH-Anziehen (mit Video!) findet ihr im Busenfreundinnen-Forum.

Punkt 6: Natürliches Brustvolumen vs. Körbchenvolumen
Es kommt vor, daß die Größe schon ganz gut paßt, aber der BH trotzdem katastrophal sitzt.
Häufige Probleme sind:
Der obere Körbchenrand schneidet leicht! in die Brust ein - wenn das das einzige (!) Problem ist, also der Steg anliegt, die Bügelbreite paßt und wirklich nur kleine Brötchen entstehen, dann heißt das, daß der Schnitt einfach nicht zu euch paßt.
Die Brust wirkt oben merkwürdig abgeflacht: Das Körbchen ist vermutlich zu klein oder (bei Half-Cup-Schnitten) ihr habt zu wenig Volumen im oberen Bereich.
Die Brüste rutschen zur Mitte: Entweder der Steg ist zu niedrig oder die Körbchen haben die größte Tiefe zu weit außen - eure Brüste stehen aber eng zusammen und "gucken" nach vorne.
Die Bügel pieksten die Achsel: Sind sie zu lang oder ist das Band zu eng?
Weitere Hinweise gibt es unter Häufige Passform-Probleme bei - erraten - den Busenfreundinnen.

Punkt 7: Der T-Shirt-Test
Soweit sieht alles gut aus? Dann mal ein dünnes T-Shirt drüberziehen und schauen, ob der Übergang zwischen BH und Brust glatt ist. Da sollte sich nichts (!) abzeichnen. Die Form sollte natürlich auch überzeugen. Immer noch alles ok?

Punkt 8: Ein paar heftige Bewegungen
Dann ein paar mal auf und ab hüpfen, sich bücken oder sonstwas machen. Ist die Brust immer noch richtig verstaut? Dann sieht es nach einem Erfolg aus! Herzlichen Glückwunsch.
Wenn es kein Treffer war: Nicht traurig sein, sicher ist der passende BH schon fast in Reichweite.

Punkt 9: Der Foto-Test (fakultativ)
Wer sich immer noch nicht ganz sicher ist, der kann ja per Selbstauslöser mal ein paar Fotos machen. Oft sieht man erst mit etwas Abstand, daß es ein Problem gibt und worin das besteht. 
Zu guter Letzt noch einen letzten BF-Hinweis: Im Forum gibt es die Möglichkeit, sich für eine sog. Umkleidekabine anzumelden und dort einem kleinen Kreis die geschossenen Selbstportraits (ohne Kopf!) vorzustellen. Zur Beratung und um ein paar Tips zu bekommen, ist das oft ganz hilfreich. Auch wenn man schon so ein alter Hase ist wie ich. ;-)

Demnächst gibt's dann den letzten Teil der Mini-Serie:
Behalten oder nicht behalten - das ist hier die Frage?

So, verehrte Leserinnen, hab ich irgendwas Wichtiges vergessen?


Erster Teil: Die richtige Auswahl treffen
Dritter Teil: Behalten oder nicht behalten? 




Kommentare nach dem Jump.

Sonntag, 18. September 2011

Die Sache mit den Kreuzgrößen...



Oder anders gesagt: Wenn ich die Unterbrustbandweite wechsle, welche Körbchengröße muß ich dann wählen?

Es gibt ja den verbreiteten Irrtum, der Cup-Buchstabe bezeichne einen festen Wert, man habe also ein A, B, C oder D-Körbchen - und dann kommt die Unterbrustbandweite hinzu, also 75 wenn man sehr schmal ist, 80 für schon etwas kräftigere oder sportlichere Frauen - es ist gewissermaßen das Medium unter den Unterbrustbändern, 85 wenn man etwas mehr auf den Rippen hat usw.


Das alles bitte sofort vergessen! 

Tatsächlich ist es so, daß sich Körbchengröße und Unterbrustband in einem relationalen Verhältnis befinden. Das heißt, ein Körbchenbuchstabe bezeichnet nur dann ein bestimmtes Cupvolumen wenn es in Zusammenhang mit einem Unterbrustband genannt wird.

80D ist im Körbchen also größer als 75D und kleiner als 85D!
Angenommen man benötigt vom Körbchenvolumen eine 85D, ein 85er Band ist aber zu instabil, dann wählt man als Kreuzgröße nicht die 80D sondern die 80E.
Für das britische Größen-System gilt das natürlich analog.
Zum Beispiel: 40C = 38D = 36DD = 34E = 32F = 30FF = 28G.
Im Zuge des Versuchs eine BH-Größe anhand von Messwerten zu ermitteln, ist das Mißverständnis entstanden, daß man pro Unterbrustbandgröße zwei Körbchengrößen wechseln muß - wenn man nur den Brustumfang aus den Tabellen abliest, kann man leicht dazu kommen, das zu glauben. Allerdings handelt es sich hier genauso um eine Fehlinterpretation wie die Annahme ein A-Cup sei immer gleich groß, da auch hier die Differenz zum Unterbrustumfang außer Acht gelassen wird.

Als Faustregel gilt also: ein Unterbrustband weniger, ein Cup mehr und umgekehrt.

Dadurch ergeben sich übrigens die teilweise sehr exotisch klingenden Größen von "gefitteten BHs".

Die Praxisproblematik:
Natürlich sieht es in der Praxis schon wieder etwas anders aus. Daß sich die Zwei-Körbchen-Regel überhaupt etablieren konnte, hat auch was damit zu tun, daß BHs in unterschiedlichen Größen  auch unterschiedlich sitzen.
Der Zug des Unterbrustbandes wirkt sich auch auf die Körbchen aus - das Cup kann unter Umständen flachgezogen werden, so daß plötzlich Volumen fehlt. Wenn man größentechnisch am oberen oder unteren Rand eines Cups liegt (es also schon knapp oder etwas zu groß ist), sollte man diesen Effekt einberechnen:
In ersterem Fall muß man wohl eher ein Cup mehr als gewöhnlich einrechnen. (Also von 75F auf 70H statt auf 70G hochgehen.)
In zweitem paßt ein BH in 70G vielleicht perfekt, wo 75F noch ein wenig flatterig im Körbchenstoff war.
Zu einem engeren Unterbrustband wird auch oft gegriffen, wenn in der weiteren Größe die Bügel zu schmal sind und auf dem Brustgewebe aufliegen.
Wichtig ist aber auch, mit dem Abrunden nicht zu übertreiben; ein BH sollte stabil, aber immer noch bequem sitzen.

Umgekehrt ist unbedingt darauf zu achten, daß das Unterbrustband für ausreichend Halt und Stabilität sorgt.
Eins der gängigsten Passformprobleme ist bekanntlich die Kombination von zu kleinen Körbchen mit zu langen Unterbrustbändern. Ein solcher, eigentlich nicht passender BH sieht gerade an kleineren Brüsten oft ganz akzeptabel aus. Wählt man dann aber ein kleineres Band, ist das Körbchen plötzlich signifikant zu klein. Grund dafür ist, daß der BH nicht mehr einfach nur locker aufliegt. Auch hier muß man dann mehrere Körbchen "draufschlagen" um zur passenden Größe zu kommen.

Wann ist die Frage nach einer passenden Kreuzgröße überhaupt relevant?
BH-Modelle fallen unterschiedlich aus - es kann also immer vorkommen, daß einem das Unterbrustband eines BHs zu weit oder zu eng ist, obwohl man die normalerweise passende Weite gewählt hat. Ein neuer BH sollte immer auf dem äußersten Häkchen stabil sitzen, um Raum für Nachjustierungen zu lassen, wenn sich das Material durchs Tragen weitet. Sitzt ein BH also nur auf dem engsten Haken gut, dann sollte man ein Unterbrustband weniger wählen (und eben ein Cup aufschlagen). Ist es umgekehrt so, daß ein BH zu eng ist, kann man mal mit einem BH-Verlängerer simulieren, ob eine Größe weiter nicht besser passen würde und dann eine UBB-Weite mehr und ein Cup weniger probieren.

Wie oben bereits angedeutet, gibt es Fälle (vor allem bei kleinen Brüsten), in denen das Körbchen zu tief und die Bügel zu schmal sind; in einer Größe kleiner verteilt sich das Volumen evtl günstiger - die Bügel werden breit und das Körbchen dadurch flach gezogen.

Manchmal verliebt man sich auch irrationalerweise in ein Modell, das nicht in der benötigten Größe produziert wird. Dann kann man auch schummeln und eine Kreuzgröße kaufen und diese entweder kürzen (lassen) oder verlängern. Letzteres ist natürlich einfacher, da man nur einen Verlängerer dazwischenstecken muß. Allerdings rutschen damit die Träger auch weiter zur Seite (suboptimal für schmale Schultern).

Ich hoffe, der Text war für die eine oder andere hilfreich. :)

Kauft ihr häufiger Kreuzgrößen, weil es eure Größe nicht gibt?
Oder habt ihr andere Anmerkungen zum Thema?


Externer Link: 
_________________________________________________
Bildquelle Bahnübergang: Bearbeitete Version eines Fotos von Melkom

Kommentare nach dem Jump.

Mittwoch, 29. Juni 2011

Nichts als die Wahrheit? Ein Aufruhr geht durch die Bloggerwelt

In der Bloggerwelt geht gerade eine heiße Diskussion um Simply Yours um. Wer des englischen mächtig ist, sollte sich da mal reinlesen, ich finde es ganz spannend.
Zusammengefasst geht es darum, dass Simply Yours vor kurzem ein Brafitting Video auf ihrem Blog veröffentlich hat. Darin erklären sie, dass gemessene 34inches nicht einem 34er Band entsprechen. Man solle sich an dieser Tabelle orientieren und zu seinem gemessenen UBU vier Zoll dazu geben.

"But why do I need to refer to the chart?
What confuses a lot of people, is that if you measure your back to be 34 inches, why isn’t your back band size 34?

The truth is that the number on your bra size does not represent inches – it is merely a number used for bra sizing. Confusing I know but hey, we didn’t make the rules! So if you are a 34E this does not mean your back is 34 inches in circumference. And if you measure yourself in inches you may find that if you wear that number back size is much too small.
"

Dies hat ihnen viel negative Kritik aus der Bloggerwelt eingebracht: Invest in you Chest schreibt dazu, dass sie noch im Oktober vergangenen Jahres sehr zufrieden mit dem Größenrechner von Simply Yours war (sie scheinen also ihr System geändert zu haben). Kam sie damals auf eine 30F und trägt tatsächlich 28FF, wird ihr jetzt eine 32DD/E vorgeschlagen.

Sehr schön demonstriert auch Georgiana in einem Vlog, wie die vorgeschlagene Größe an ihr sitzen würde.

Weitere Beiträge findet ihr bei Busts 4 Justice und Sophia Jenner.

Sehr gut finde ich, dass Simply Yours darauf hinweist, dass man diese Tabelle nicht in Stein gemeißelt ist, sondern man probieren muss, bis man die richtige Größe findet.

We must emphasise though that everybody is different, so this method may not work for you, particularly if you have a small back size. So get trying on those bras until you find that perfect fit.
Außerdem antworten sie in einem seperaten Post auf die negative Kritik. Darin erläutern sie weiter, weshalb sie die Methode vier Zoll hinzuzufügen empfehlen. Und ernten widerrum Kritik.

Diese plus vier Zoll sind im europäischen System übrigens schon "enthalten". Laut der handelsüblichen Tabellen sollte ich mit meinem augeatmet locker gemessenen UBU von 71cm ein 70er Band tragen. Diese 70cm entsprechen in etwa 28 Zoll - plus vier ergibt 32 Zoll, was einem 70er Band entspricht. Tatsächlich trage ich aber ein 28er Band (60 im europäischen System). Die plus vier Zoll wegzulassen kommt bei mir also äußerst gut hin.

Ich finde es äußerst spannend, wie unterschiedlich Brafitter rund um den Globus arbeiten. So wird in Polen und bei den Busenfreundinnen, welche ja quasi aus der polnischen Bewegung entstanden sind, mit dem lockeren und dem engen (bis zum zerbersten des Maßbandes engen) UBU gerechnet. In GB oder Amerika hingegen wird der lockere genommen und davon direkt auf das UBB geschlossen - ohne z.B. diese vier Zoll hinzuzufügen.

Wie sieht es mit euch aus? Mit welchem System kommt ihr am ehesten auf eure getragene Größe? Mögt ihr es lieber knackig eng oder geht ihr lieber eine Größe nach oben für mehr Komfort?
Wenn ihr mögt, könnt ihr ja euren UBU und eure getragene Bandgröße hier schreiben. Ist natürlich kein Muss!

Liebste Grüße und noch einen schönen Mittwoch,
eure Lulamae

Sonntag, 26. Juni 2011

Was ist die kleinste BH-Größe?

Fragen & Antworten die erste:  Was ist die kleinste BH-Größe?

Auf die Frage bin ich schon häufiger gestoßen und meistens handelt es sich hier nicht einfach um eine reine Wissensfrage, sondern es geht implizit darum, daß die Fragestellerin kleine Brüste hat und das Gefühl, daß selbst die kleinsten Größen, die sie finden kann, immer noch zu groß sind.
Die Antworten sind leider meist katastrophal - nicht nur in Ratgebercommunities sondern auch im realen Leben. Oft ist es sogar so, daß diese Frauen, wenn sie im Laden nachfragen, in die Kinderabteilung geschickt werden oder es wird ihnen sogar gesagt, sie bräuchten doch gar keinen BH. 
Ja, ernsthaft! Unfaßbar, oder?
Ich empfehle dazu auch den Beitrag meiner Mit-Brabarella lulamae zum Thema "Jemand wie du braucht doch gar keinen BH" und denoctes Post "Versuchen Sie's mal in der Kinderabteilung" auf Kurvendiskussionen 

Also, nähern wir uns der Frage mal eher unter dem Gesichtspunkt, wie man mit kleinen Brüsten (und möglicherweise kleinem Unterbrustumfang) einen passenden BH finden kann.

Dazu gehört an erster Stelle ein bißchen Grundwissen über BH-Größen:
Der Buchstabe vor dem Körbchen beschreibt die Differenz zwischen Brustumfang und Unterbrustumfang. Ergibt also Brustumfang minus Unterbrustumfang 12-14cm, dann sollte rein rechnerisch gesehen ein A-Körbchen passen. 75A heißt also, bei einem nominellen Unterbrustumfang von 75 einen Brustumfang von ca. 88cm zu haben. Diese beiden Werte zusammen beschreiben das Volumen des Körbchens; ein Messwert alleine macht also keinen Sinn. 
Jenseits von A gibt es noch die kleineren Cups AA und AAA. Diese werden in diversen Onlineshops auch mit kleinen Unterbrustbändern angeboten, also bspw. in der Größe 60/28AA. 
Allerdings zeigt die Erfahrung, daß sich erstens, kleine Brüste nicht besonders gut mit den herkömmlichen Methoden ermessen lassen und zweitens, die ganz kleinen Cups bei ausreichend engem Unterbrustband seltenst benötigt werden.

Vom Volumen her ist es so, daß nicht A gleich A-Körbchen ist, sondern ein 75A größer ist als ein 70A und kleiner als ein 80A. Oder anders ausgedrückt: ein 80A-BH hat ungefähr das gleiche Körbchenvolumen wie ein 75B oder ein 70C-BH. Wenn man nun z.B. feststellt, daß 80A im Körbchen zu groß erscheint, kann man es einfach mal mit einem 75A versuchen.
Und bitte keine Angst vor dem Unterbrustband haben - es dehnt sich meist mehr als man sich so vorstellt.

Zur Wahl des Unterbrustbandes:
Einer der gängigsten Fehler bei der Suche nach der richtigen Größe ist, ein zu weites Unterbrustband zu wählen. Das Problem besteht quer durch alle Größenbereiche. Es hält sich nämlich hartnäckig das Gerücht, daß ein 75er Unterbrustband schon für sehr-sehr schmale Frauen gedacht ist. Allerdings ist es ja so, daß ein 75er BH ja häufig schon fast 75cm lang ist und sich - durch einen hohen Elastan-Anteil - noch weiter dehnt. Der BH ist also für jemanden mit einem Unterbrustumfang von 75cm schon mal nicht geeignet, weil es nicht fest sitzt. 
Klar, bei kleinen Brüsten muß das Band kein großes Gewicht halten, aber ein zu weiter BH rutscht und scheuert, die Bügel bewegen sich bei jeder Bewegung und es ist völlig unbequem. Außerdem kann es so aussehen, als wäre der BH im Körbchen viel zu groß, obwohl er eigentlich zu klein ist. (Dazu weiter unten mehr)
Viele Frauen haben aber gar keinen Unterbrustumfang von 75cm. Bei ordentlich gestrafftem Maßband und leeren Lungen, liegt der Unterbrustumfang vielleicht nur noch bei 70 oder 65cm. Das heißt sie bräuchten mindestens (!) ein 70er oder ein 65er Band. Tendenziell sogar noch ein engeres, weil der BH sich ja dehnt. 

Die kleinste Unterbrustbandgröße, die derzeit regulär produziert wird, ist die Weite 60 (britisch: 28). Auf dem britischen Markt ist diese relativ problemlos erhältlich; in Deutschland wird man aber häufig schief angesehen, wenn man danach fragt. Erhältlich sind 60er Unterbrustbänder jedoch z.B. in den Filialen und im Online-Shop der Wäschekette Change.

Die richtige Cup-Größe:
Wie bereits oben angedeutet, kann ein zu kleines Cup durch ein zu weites Unterbrustband schnell zu groß wirken. Das hat damit zu tun, daß das Unterbrustband so locker aufliegt, daß es gar nicht auffällt, wenn die Bügel nicht die ganze Brust umschließen. Zu schmale Bügel sind ein Problem, das bei kleinen Brüsten sehr häufig auftritt - die Bügel liegen auf der Brust und nicht wie sie sollten dahinter, die Brust kann also gar nicht wirklich ins Cup hinein, so daß das Körbchen Falten wirft und zu groß wirkt. Bei den Busenfreundinnen wird das als Orange-im-Glas-Effekt beschrieben. 
Es ist also ausgesprochen wichtig, darauf zu achten, daß die Bügel das ganze Brustgewebe umfassen. Die Bügelbreite ist - zusammen mit dem ausreichend engen Unterbrustband - der ausschlaggebende Punkt um die richtige Cupgröße zu bestimmen. Dadurch ergeben sich plötzlich recht exotisch klingende Größen. Frauen, denen 70A zu groß erschien, passen beispielsweise 65C oder 60D ganz hervorragend - und das obwohl doch D als Synonym für große Brüste gilt. ;)

Allerdings ist es leider noch ein bißchen komplizierter. Bisweilen ist die Bügelbreite nämlich perfekt, das Cup ist aber zu tief und wird von der Brust nicht richtig ausgefüllt.
Damit kommen wir zum nächsten Punkt:

Der passende Schnitt:
Nicht jeder BH-Schnitt ist für jede Brustform ideal. Kleine Brüste sind oft auf einer vergleichsweise großen Fläche angewachsen (breite Brustbasis), dafür aber nicht sehr tief und ihr Volumen befindet sich eher seitlich als mittig. Das hat zur Folge, daß viele Plunge-Schnitte, die gerade in kleinen Größen angepriesen werden, katastrophal sitzen und überall Luft ist, wo keine sein sollte. (In der Mitte am Steg, oben im Cup etc. pp.)

Mehr Informationen, Tips und Ratschläge zu passenden Modellen findet ihr im BraWiki des Busenfreundinnen-Forums, genauer in Elfes großartiger Einführung Gedanken zur kleinen Brust und in vielen weiteren Diskussionsbeiträgen und Info-Threads.
Vgl. auch Busenfreundinnen - FAQ zur BHlogie - Was ist die kleinste BH-Größe?
 
Das war jetzt wirklich nur eine kurze Einführung zum Thema, die einen schnellen Überblick verschaffen soll.  Ich hoffe es hilft der einen oder anderen von euch weiter. :)


Samstag, 25. Juni 2011

Elektronische Brafitter: BH-Größen-Rechner online

Ich gestehe, ich schreibe diesen Beitrag mit gehörigen Bauchschmerzen.  Ich überlege schon lange, ob ich das Thema vielleicht besser unterschlagen sollte, weil diese Größenrechner zu so vielen Fehleinschätzungen und Mißverständnissen führen (können) und geführt haben. Andererseits ist es ein wichtiges Thema und irgendwie glaube ich auch an die Vernunft der Menschen und ihre Fähigkeit, Dingen kritisch zu begegnen und werde im Text gefühlte hundert Warnhinweise unterbringen.
Abgesehen davon nehme ich an, daß das Thema fortgeschritten suchmaschinentauglich ist - wir wollen ja auch gefunden werden. ;)

Meine Bedenken, hier auf dem Blog "elektronische Brafitter" vorzustellen, gründen sich vor allem darauf, daß ich schon bei vielen Frauen eine Art Zahlenfetischismus beobachtet habe, der in der Auffassung mündet, daß die ausgegebene Größe unbestreitbar die richtige sein muß und die Zahlen quasi objektiv die Brustgröße vorgeben (vgl. auch Buchstabenphobie).
Nun handelt es sich aber schon bei der Erfassung der Maße um eine sehr ungenaue Angelegenheit; aus zwei Meßwerten Rückschlüsse auf den Körper zu ziehen ist die eine Sache. Die andere ist dann daraus noch mal eine BH-Größe abzuleiten - BHs fallen einfach unterschiedlich aus. Es ist mehr als unwahrscheinlich daß "die Größe" immer paßt. 
Wie man es auch dreht und wendet: Brafitting ist einfach keine exakte Wissenschaft, daher empfehle ich:
★ Nehmt die Ergebnisse der Rechner nicht für bare Münze, sondern lieber als Ausgangspunkt, wenn ihr orientierungslos seid. (Wenn ihr schon nahe dran seid an der richtigen Größe ist BH-Anprobieren viel aussagekräftiger.)
★ Stöbert ein bißchen bei den Erstberatungsthreads der Busenfreundinnen und in den Häufigen Passform-Problemen.
★ Wenn ihr damit nicht weiterkommt, laßt euch dort im Forum beraten. (Kostet nix. Bitte aber nur ernstgemeinte Anfragen!)
★ Besucht ein gut sortiertes Wäschegeschäft und probiert euch durchs Sortiment.
★ Guckt euch die Einführungsbeiträge zum Thema hier auf dem Blog an (z.B. nyads Warum zwei Maße nicht ausreichen., Wie finde ich die richtige BH-Größe? oder Zum Verhältnis von Unterbrustumfang und Unterbrustband.) 

So, nach dieser Vorrede endlich zum Thema. 
Minimalvoraussetzung für einen elektronischen Brafitter, den es sich zu benutzen lohnt, wäre, daß er ein sinnvolles Größenspektrum anbietet. Wenn man ständig nur Fehlermeldungen bekommt wie "Der eingegebene Wert ist zu klein/groß", "Es existiert keine passende Größe" oder sonstwas, dann hilft das natürlich gar nicht weiter. Leider sind viele Rechner nur auf das übliche Größenspektrum ausgelegt und solche Fehlermeldungen kommen entsprechend häufig vor.

Ein weiteres Kriterium für seine Nützlichkeit wäre, daß er mit mehr Informationen programmiert ist als eine übliche Tabelle. Wenn ich bei einem herkömmlich gemessenen Unterbrustumfang von 83cm ein 85er Band mit dem zugehörigen Brustumfang empfohlen bekomme, kann ich mir die Berechnung auch gleich sparen. 
Im Folgenden also einige Beispiele für Größenrechner, die besser sind als die üblichen, die ich aber zur Größenermittlung für Anfängerinnen auch nicht empfehlen würde.

Ein Klassiker in Brafitting-Kreisen ist der elektronische Brafitter von Mariska:

http://www.atlastravel.nazwa.pl/mini/

Es gibt ihn auch als etwas upgedated-te Version mit Erklärung unter  
(Link führt zu einer Version der Seite, die vom Google Translator übersetzt wurde.)
Ausgegangen wird hier vom engst-möglichen Unterbrustweite (Maßband bis zum Zerreißen anspannen) und dem Brustumfang im Stehen. Die Ergebnisse sind für ein bestimmtes Größenspektrum gar nicht so schlecht, bei Frauen mit kleinen Brüsten, mit sehr großen Brüsten oder mit großen Unterbrustumfängen sind sie jedoch eher unbrauchbar.
Dadurch, daß schon der engst-mögliche Unterbrustumfang abgefragt *und* zusätzlich abgerundet wird, gibt der Rechner sehr (evtl. zu) enge Unterbrustbänder aus.
Ein weiteres Manko ist die verwendete Kreuzgrößentheorie, nach der statt einem Körbchen pro Unterbrustband immer zwei gewechselt werden, so daß es sehr schnell zu einer großen Abweichung kommt.

Mein Primärergebnis 32HH ist recht zutreffend. Doch schon bei einem Zentimeter Unterbrustumfang weniger wird mir 30JJ vorgeschlagen;  eine solche Kombination aus zu starkem Abrunden und zu großen Körbchen kann schnell zur sog. Umgekehrten Buchstabenphobie führen.

Zentral für die Treffgenauigkeit des Rechners ist natürlich auch die Frage, aus welchen Messwerten das Ergebnis ermittelt werden soll.

Die skandinavische Unterwäsche-Firma Change bietet einen Größenrechner in ihrem BH Guide an, den man mit zwei herkömmlich gemessenen Werten füttern soll.
"Herkömmlich gemessen" heißt das Maßband eher locker über die weiteste Stelle der Brust zu legen und unter der Brust etwas enger zu mssen, jedoch nicht so, daß das Maßband in die Haut einschneidet. Oft wird noch empfohlen vorher auszuatmen.
Der Change-Rechner rundet recht deutlich im Unterbrustband ab. Die Körbchengröße gilt allerdings wohl nur für BHs von Change, die in einem eigenen Größensystem produziert werden. Die ausgegebene Größe 75J paßt mir (v.a. aufgrund der Schnittführung von Change) leider nicht. Das Unterbrustband wäre mir auch viel zu weit.
Ebenfalls ein Größenrechner der eine markenspezifische Größe ermitteln soll, ist der Rechner von Ewa Michalak. Hier wird der Unterbrustumfang sehr eng, normal gemessen und der Brustumfang vorneübergebeugt abgefragt. Mein Ergebnis, 75HH, paßt mir bei Ewa Michalak ebenfalls nicht. Allerdings kommt der Wert relativ nah an meine passende UK-Größe heran.

Der "Brafitter" von Buestenhalter.com berechnet seine Größen aus mehreren Messwerten und fragt u.a. - genau wie die Busenfreundinnen, zwei verschiedene Unterbrustweiten ab: den absolut minimalen Wert mit maximal gestrafftem Maßband und den herkömmlich gemessenen. Das Ergebnis überzeugt aber nicht besonders - mein angebliches Brustgewicht halte ich für zu gering angegeben, die Umrechnung von UK und EU-Größen wird rein nach Tabellenwerten vorgenommen. Allen bisherigen Erfahrungen sind die beiden Größensysteme nicht einfach rechnerisch ineinander übertragbar, aber immerhin wird nicht beides gleichgesetzt. Das ist doch schon mal was. ;)
Ausgegeben wird mir als Vorschlag 85H und 38E. Die Unterbrustbänder sind mir dramatisch zu weit, 34E ist mir im Cup viel zu klein. 85H könnte einigermaßen hinkommen. Als Alternativvorschlag erhalte ich 34J, was mir wiederum ca. 2 Cups zu groß ist.
Mein Fazit: Der Rechner ist zwar gut gemeint, aber die Ergebnisse sind nicht so berauschend. Ein Pluspunkt ist immerhin, daß Erklärungen und Bilder zum Erkennen von Passformproblemen beigefügt sind.
Ingesamt erinnern mich Rechner und Auswertung stark an einen Rechner, den eine ehemalige Userin des Busenfreundinnen-Forums erstellt hatte.

Der Größenrechner der Krone der Schöpfung fragt als Messwerte tendenziell wieder die üblichen ab. Den Unterbrustumfang soll man "sehr straff messen", was aber sowohl "herkömmlich gemessen" heißen kann wie auch "Maßband bis zum Zerreißen anspannen". Je nachdem welchen Wert ich in Kombination zu meinem Brustumfang eingebe bekomme ich mit der Auswahl "Standard" die Größen 80FF, 75GG oder 70HH vorgeschlagen. Der Rechner unterscheidet in dieser Version offensichtlich nicht in UK und EU-Größen und geht ebenfalls nur nach Tabellenwerten vor, so daß sich minimale Differenzen in der Unterbrustumfangmessung in großen Unterschieden im vorgeschlagenen Körbchen niederschlagen. Allerdings verweist er neben der Kerngröße auch noch auf Nebencup- und Kreuzgrößen, die passen könnten.
Wählt man spezifische Marken aus, ändern sich die Vorschläge. Der Rechner ist der Meinung, bei Cleo BHs bräuchte ich 34H, bei Panache Superbra Modellen sollte mir 34GG reichen. Meinen Erfahrungen nach hängt das bei beiden Marken vom Schnitt ab.
Die BH-Größe "perfekt ermitteln" wäre also etwas anderes...

Wie bereits mehrfach erwähnt, ist es einfach eine Sache der Unmöglichkeit, anhand von zwei Werten direkt die richtige BH-Größe zu errechnen: Das Volumen, die Dichte, die Form einer Brust kann man ja nicht mit einem Maßband bestimmen. Es läßt sich höchstens einen Ausgangswert ermitteln, von dem aus man sich durch verschiedene Größen durchprobieren kann. 
Ausschlaggebend ist für die Paßform ist aber nicht nur die nominelle Größe sondern auch der Schnitt und das konkrete Exemplar. Ich würde 34H und 32HH als meine Kerngrößen bezeichnen, je nach Marke und Modell paßt mir aber auch mal 36G, 34HH oder 32J. Manche Schnitte sind prinzipiell gar nicht mit meiner Brust kompatibel. Ich habe eine ganze Weile gebraucht um festzustellen, wann ein BH wirklich paßt - erfahrungsgemäß kann man sich durch einen zu festen Glauben an Zahlen ganz schön in die Irre führen lassen.

Daher zum Schluß noch mal die Essentials der richtigen Passform:

Das Unterbrustband sollte weder nach oben noch nach unten rutschen, sondern stabil sitzen - nach Möglichkeit auch, wenn man die Träger über die Schultern streift. 
Die Bügel sollten die Brust von allen Seiten umschließen und nirgends auf dem Gewebe aufliegen.
Die Bügel dürfen auch nicht zu breit sein, sonst geht signifikant Stabilität verloren!
Der Steg (BH-Mittelteil) soll das Brustbein berühren und nicht abstehen.
Die Körbchen sollten gut ausgefüllt sein; Falten können auf ein zu großes Körbchen oder einfach einen suboptimalen Schnitt hinweisen.
Das Brustgewebe sollte an keiner Stelle über den Körbchenrand quellen und auch bei Bewegungen an Ort und Stelle bleiben. Unter einem T-Shirt sollte man den Übergang zwischen Brust und BH nicht erkennen können.
Die Träger sollten so wenig Gewicht wie möglich tragen und nicht einschneiden! Sie sind nur für die Form der Brust, nicht für den generellen Halt zuständig!

Wie genau läßt sich eure BH-Größe mit den o.g. Rechnern bestimmen?
Steht ihr solchen Berechnungsmethoden skeptisch gegenüber oder neigt ihr dazu, Zahlen zu vertrauen?

Montag, 23. Mai 2011

Alptraum BH-Kauf?

Nachdem schon ein bißchen Feedback dazu kam, daß der Blog mit den ganzen Herstellerbildern noch so ein wenig steril wirkt (vielen Dank an die Kritikerinnen), dachte ich, ich schreibe einfach mal ein bißchen über meine persönliche Motivation, ihn zu eröffnen… Vermutlich wird es dazu noch unzählige weitere Postings geben… Heute widme ich mich mal so generell dem Thema Wäsche-Nachschub.

Für mich war BH-Kaufen lange Zeit ein mehr als leidiges Thema. Ich glaube, das ist es für viele, wenn nicht sogar die meisten Frauen. Erstaunlicherweise muß das nicht einmal damit zu tun haben, daß es ihre Größen in den Läden nicht gibt – es kann auch daran liegen, daß sie nicht wissen, wie ein BH sitzen muß, sie stur immer die gleiche (falsche) Größe oder immer den gleichen (inkompatiblen) Schnitt kaufen. Mal ehrlich, wer kennt sich schon wirklich aus mit den ganzen verschieden ausfallenden Größen, Modellen, Marken etc.?

Oft sind die einfachsten BH-Fakten unbekannt – etwa daß eine 80C das gleiche Körbchenvolumen hat wie eine 75D, also das C bei 75C, 80C und 85C nicht die gleiche Brustgröße beschreibt. (Das C-Körbchen gibt es also gar nicht.)
Oder auch nur wie ein BH eigentlich richtig sitzen muß, also daß die Träger nicht wie ihr Name impliziert die Aufgabe haben das ganze Brustgewicht zu halten oder daß der Steg tatsächlich auch bei größeren Brüsten auf dem Brustkorb anliegen sollte.

Theoretisch sollten uns das – wenn schon nicht unsere Mütter - spätestens die Verkäuferinnen in einem Fachgeschäft erklären; aber wer sucht schon gerne deren Rat? Auf Nachfrage stellt sich heraus, daß fast jede Frau eine mehr oder weniger traumatisierende Erfahrung mit Wäsche-Verkäuferinnen gemacht hat - wirklich unglaublich was für schaurige Geschichten einige Frauen in der Beziehung auf Lager haben.
Die meisten Frauen gehen deshalb lieber anonym in einem größeren Kaufhaus probieren, wo die Auswahl größer ist (oder zumindest so erscheint) und man sich nicht direkt verpflichtet fühlt, etwas zu kaufen. Man muß nicht verschämt nach der mutmaßlichen Größe fragen und es ist auch eher unwahrscheinlich, daß jemand - gerade wenn man sich ausgezogen hat - ohne Vorwarnung den Kabinenvorhang aufreißt, um einem ein … nennen wir es funktionales… weißes oder gar hautfarbenes Exemplar der Gattung Büstenhalterus Stützmiederensis zu überreichen? (Wer hat sie nicht schon mal erlebt, diese Urszene der Wäschekaufphobie?)

Ja, das Unternehmen BH-Kaufen kann das Selbstbewußtsein schon auf eine harte Probe stellen: Verkraftet man die Zahlen-Buchstaben-Kombination auf dem Größenetikett, die ein scheinbar so objektives Urteil über den eigenen Körper spricht? Kann man sich gegen blöde Sprüche von anderen Kundinnen oder Verkäuferinnen ausreichend abgrenzen? Kann man nein sagen und ohne etwas zu kaufen den Laden verlassen?

Für mich war es eine wahnsinnige Erleichterung zu entdecken, daß man BHs übers Internet bestellen kann – mich also nicht mehr (oft auch noch vergeblich) durch Massen von BH-Ständern graben zu müssen und gleichzeitig mit den eigenen Komplexen zu kämpfen, daß einen die Verkäuferinnen mitleidig dabei beobachten und sich denken „Für die haben wir hier sowieso nix…“ - das nahm der ganzen Angelegenheit schon einen großen Teil des Schreckens.

Wie ist das bei euch so?
Habt ihr gute oder schlechte Erfahrungen mit Wäscheläden gemacht?
Seid ihr eher traditionelle oder Online-Käuferinnen?

.

Sonntag, 15. Mai 2011

Warum zwei Maße nicht ausreichen

Um die richtige BH-Größe zu bestimmen, wird immer als erstes das Maßband gezückt.

Witzig ist dabei der Ratschlag, in einem passenden BH zu messen...!
Nun wenn man bereits einen passenden BH besitzt, wäre es sicher am sinnvollsten einfach die Größe vom Etikett abzulesen. Wenn Frau aber noch keinen passenden BH besitzt, misst sie meistens ersteinmal ohne.
  1. Das Band wird unter der Brust entlanggeführt um die Bandweite zu ermitteln,
  2. anschließend misst man den Brustumfang an der "weitesten Stelle der Brust".
  3. In einer Größentabelle kann man dann mithilfe von diesen beiden Werten die korrekte BH-Größe ablesen.

Wenn man ganz besonders viel Glück hat, passt das dann auch. Dies trifft allerdings in den seltensten Fällen zu und ich möchte zeigen warum.

~~*~~

Die folgenden Frauen haben alle etwa denselben Brustumfang und Unterbrustumfang. Trotzdem kommen die Maße ganz unterschiedlich zustande!



So kann man zum Beispiel einen sehr athletischen Körper haben, bei dem der Oberkörper eine ausgeprägte V-Form aufweist. Der Brustumfang fällt dann relativ groß aus, obwohl die Brust eher klein sein kann.



Umgekehrt ist es ebenso möglich, einen sehr geraden Oberkörper zu haben. Dort entfällt der selbe Brustumfang zu einem unerwartet großen Teil auf die Brust und ein Bh nach Tabellengröße hätte mit Sicherheit zu kleine Körbchen.




Mit spitz zulaufenden Brüsten und einem etwas größeren Busen (=Tal zwischen den Brüsten) benötigt man oft kleinere Körbchen als die Tabelle vorsieht.
Grund ist die relativ schmale Brustbasis und der viele Luftraum den das Maßband mitmisst.




Doch auch mit der entgegengesetzten Brustform; sehr feste Brüste mit großer Brustbasis und viel Volumen ober- und unterhalb des Maßbandes (bei natürlichen Brüsten, die nicht gerade erst frisch gewachsen sind, eher eine Seltenheit) passt man nicht in die Tabellengröße, da wären die Körbchen deutlich zu klein.



Und ein Problem das Frauen mit sehr großen oder besonders weichen Brüsten gut kennen:
Wo soll man den Brustumfang messen, wenn sich die weiteste Stelle der Brust an einer Stelle befindet an der der Rücken schon wesentlich schmaler ist und das Ergebnis verfälscht?
So kann man ebenfalls auf den selben Brustumfang wie die Frauen in den Zeichnungen oben kommen, obwohl völlig offensichtlich ist, dass das im Grunde gar nichts über die richtige BH-Größe aussagen kann.

Auch Frauen mit stark ausgeprägter Asymetrie (eine Brust deutlich kleiner/größer oder unterschiedlich hoch angesetzte Brüste ) haben dieses Problem.
Der Brustumfang würde Ihnen den gemittelten Wert liefern; und einen Bh, der weder der großen noch der kleinen Brust passen kann.

So unendliche viele Formen und Größen weibliche Bruste auch haben können, eines haben Alle gemeinsam: als dreidimensionale Gebilde lassen sie sich nicht durch zwei Werte definieren.

Wenn ich jetzt sagen würde: "aber durch Fünf!" hätte ich die Lacher auf meiner Seite.
Allerdings sind es fünf Werte, die bei der Größenberatung bei den Busenfreundinnen abgefragt werden:
  1. Der Brustumfang stehend,
  2. vornübergebeugt
  3. und liegend
  4. und der Unterbrustumfang in normal
  5. und besonders eng.

Zudem wird um möglichst viele weitere Informationen gebeten;
Welche Form haben die Brüste, sind sie eher fest oder weich,... und so ziemlich alles andere was noch relevant sein könnte.

Die Brafitterinnen lesen dann nicht einfach nur aus einer Tabelle eine Größe ab,
sondern sie berücksichtigen alle gesammelten Erkenntnisse über Form und Eigenschaften der Brüste um aus einem großen Fundus an Erfahrungen zu schöpfen.

Heraus kommen dann meist ein-zwei wahrscheinliche BH-Größen und Tipps zu womöglich gut passenden Modellen.

Da BH-Modelle nahezu genauso individuell sind, wie die Frauen die sie tragen, kommt man trotzdem nie um das Anprobieren herum.

Aber selbst wenn man noch nicht das perfekte Wäschestück gefunden hat:
der Unterschied gegenüber der herkömmlichen Tabellenempfehlung kann sich sehen lassen!

Wer sich überzeugen möchte kann gerne mal hier reinschauen:

...

Samstag, 14. Mai 2011

Wer hat Angst vorm Bügel-BH?

Nachdem Blogspot/Google es offensichtlich nicht schafft, die Version wiederherzustellen - zweiter Versuch den Text zu posten:
«Bügel-BHs können Krebs verursachen?!»
Zu breiter Bügel eines ASDA-George-BHs
Ich weiß gar nicht, wann ich das zum ersten Mal gehört habe. Erinnern kann ich mich jedenfalls an ein Gespräch mit einer Freundin, die mir das als Meinung ihrer Frauenärztin präsentierte und erzählte, sie trage deswegen nur noch bügellose BHs.

Ich muß gestehen, daß ich das nach einem anfänglichen Schockmoment recht schnell unter Ammenmärchen eingeordnet habe. Seither sind wohl soetwas wie zehn Jahre ins Land gezogen und die These hält sich weiterhin recht hartnäckig, ohne daß sie sich richtig durchgesetzt hätte.

Wer die Frage googled findet viele Informationen, die mehr oder weniger überzeugend klingen und meist auf Studien verweisen, die nicht genannt werden. Wie bei vielen Gesundheitsfragen ist es für Laien schwierig, zwischen gemäßigten und dogmatischen Positionen zu unterscheiden und die Qualität der Argumente zu prüfen. Im Endeffekt scheint es auf eine Art Glaubensfrage hinauszulaufen: Findet man die Begründung für das erhöhte Krebsrisiko durch eine Verminderung des Lymphflusses durch BHs plausibel? Glaubt man, daß die Metallbügel tatsächlich negative Strahlung aussenden? Oder könnte ein pausenlos getragener BH die Melatonin-Produktion einschränken?

Was leider nie in die Argumentation mit einbezogen wird, ist die Frage ob es darauf ankommt, ob die BHs passen oder nicht. Denn wenn wir davon ausgehen, daß die Mehrheit der Frauen falsche Größen trägt, dann wäre das ja ein nicht ganz irrelevanter Faktor.

Meine persönliche Meinung (!) als Laie ohne medizinische Kenntnisse ist, daß es nicht auszuschließen ist, daß BH-Bügel die auf dem Brustgewebe aufliegen, pieksen und drücken, durchaus zu gesundheitlichen Schäden führen können. Bei einem gut passenden BH sollte aber gerade das nicht der Fall sein!

Passende Bügel sind das A&O des Brafitting!

Man kann es nicht oft genug sagen – die Bügel eines BHs müssen passen. Sie sollten die ganze Brust umschließen und nirgendwo auf dem Gewebe aufliegen oder drücken. (Gleichzeitig dürfen sie natürlich auch nicht zu weit vom Brustende entfernt liegen, sonst verliert man Halt über mangelnde Körbchenstoffspannung.)

Die interessante Frage hierbei ist natürlich: Wo endet eigentlich die Brust?

Es gibt dazu drei „Test-Schritte“:

Erstens: Brust von unten nach oben leicht anheben und zur Seite drücken. Wo entsteht die Falte? (Am besten mal mit einem Kajal/Lipliner nachmalen.)

Zweitens: Brust loslassen und falls die Brust etwas hängt und sich dadurch eine natürliche Falte ergibt, sehen wo diese verläuft. Ggf. ebenfalls anzeichnen. (Andere Farbe verwenden. ;))

Drittens: Sorgfältig jenseits der angezeichneten Linie nachtasten, ob sich dort noch Brustgewebeausläufer erfühlen lassen.

Ein gut sitzender BH mit ausreichend engem Unterbrustband wird geringfügige Spuren, also rote Abdrücke (wie auch etwas zu enge Bündchen von Socken, Hosen o.ä.) hinterlassen. Anhand dieser läßt sich meist recht gut sehen, ob die Bügelbreite richtig ist oder nicht.


Was denkt ihr – sind Bügel-BHs gesundheitsgefährdend oder nicht?

.