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Montag, 31. Oktober 2011

[pink october] Brustkrebsvorsorge reloaded

Wie die Zeit vergeht - der Monat ist schon wieder vorbei - und damit auch die "Pinke Oktober-Reihe" zur Information über Brustkrebs.
Ich hoffe, die Beiträge haben vielleicht wirklich das Thema für die eine oder andere von euch ein bißchen ins Bewußtsein gerückt. 

Zum Abschluß wollte ich noch einmal sagen: Klar ist Brustkrebs ein Thema, das man lieber zur Seite schiebt. Das geht mir auch so. Aber so richtig clever ist das eben nicht. Ohne sich von den Zahlen kirre machen zu lassen, sollte man sie doch zur Kenntnis nehmen:
"Jährlich erkranken über 59.000 Frauen in Deutschland neu an Brustkrebs (RKI 2010); rund 17.000 Frauen sterben jedes Jahr daran. Damit ist das Mammakarzinom der häufigste bösartige Tumor bei Frauen." Quelle: Deutsche Krebshilfe

"In der westlichen Welt ist Brustkrebs die häufigste Todesursache bei Frauen zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr." Quelle: Wikipedia
 Auch wenn ihr der Meinung seid, daß ihr mit der ganzen Selbstuntersuchungssache nicht klarkommt -  ihr seid in der Frage auch nicht auf euch alleine gestellt: 
★ Sucht euch eine Frauenärztin oder einen Frauenarzt, dem ihr vertraut, der sich Zeit für euch nimmt, der euch über mögliche Vorsorge-Optionen aufklärt.
Neben der Abtastung der Brust gibt es auch noch die Möglichkeit, eine Ultraschall- (Mammasonographie) oder eines Röntgen-Untersuchung (Mammographie) vornehmen zu lassen. (vgl. z.B. Allgemeine Informationen | Leistungskataloge der Krankenkassen)
Manche Krankenkassen übernehmen auch eine Tastuntersuchung im Rahmen des Projekts Discovering Hands. (Link zu einem Erfahrungsbericht dazu bei den Busenfreundinnen.)
★  Informiert euch, ob Verwandte von euch an Brustkrebs erkrankt sind und ob ihr eventuell in eine Risikogruppe fallt.

★ Überlegt, ob ihr vielleicht an einem Tastkurs wie beispielsweise von Mammacare teilnehmen wollt.

★  Entwickelt ein Gefühl für euren Körper.

★  Geht regelmäßig zur gynäkologischen Routineuntersuchung, auch wenn ihr kein neues Pillenrezept o.ä. benötigt. ;-)
Nicht nur wegen der Brustkrebsvorsorge. Die zweithäufigste Krebserkrankung bei Frauen ist der Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom), bei der das Erkrankungsalter im Schnitt deutlich niedriger liegt! 
★ Redet mit anderen Frauen über das Thema! Es geht uns alle was an!

    So, das war's. Jagd ist beendet. Mission Aufklärung (hoffentlich) erfüllt. Danke für eure Aufmerksamkeit!

    Zum Schluß noch eine merkwürdige (im wahrsten Sinn des Wortes) Kampagne einer dänischen Bäckereikette zum Thema - Kohberg-Breast-Cancer-Awareness-Brötchentüte - danke an Aqua von den Busenfreundinnen, die mich auf die Sache aufmerksam gemacht hat. 
    (Link zum Thread - Achtung nur für registrierte Busenfreundinnen sichtbar)

    Mittwoch, 5. Oktober 2011

    [pink october] Wie man am besten tastet - Anleitung zur Brust-Selbstuntersuchung

    Es wird ja viel darüber gesprochen, daß die Selbstuntersuchung der Brust total wichtig ist, um Anomalien und Auffälligkeiten möglichst früh zu entdecken. Allerdings wird dieser wertvolle Ratschlag häufig - wenn überhaupt - nur mit sehr spärlichen Anweisungen geliefert, wie man bei der Sache am besten vorgeht. Scheinbar gibt es keine "offizielle" Vorgehensweise, weshalb ich mehrmals die Meinung gefunden habe, es sei eigentlich egal wie man es macht, hauptsache man macht es. 
    Ich finde das ehrlich gesagt erschreckend, denn gleichzeitig liest man daß der Sinn von diesen Untersuchungen als umstritten gilt, weil die "Trefferquote" so gering sei. Kein Wunder, wenn man gar nicht weiß, was man da eigentlich tut! 
    Wikipedia sagt, es gäbe zwar Silikonmodelle, an denen man lernen könne, Knoten voneinander zu unterscheiden, aber die Kosten dafür würden in Deutschland nicht von der Krankenkasse übernommen.  - OHNE WORTE!

    Die folgende Entdeckungsquote könnte man doch sicher mit ein bißchen KnowHow entscheidend verbessern, oder?
    0,5 cm = durchschnittliche Größe eines Knotens, der durch eine Mammografie gefunden werden kann
    1 cm = durchschnittliche Größe eines Knotens, den die Frauenärztin / der Frauenarzt beim Tasten finden könnte
    2 cm = durchschnittliche Größe eines Knotens, den eine Frau selbst finden kann, die regelmäßig ihre Brust selbst untersucht
    3,5 cm = durchschnittliche Größe eines Knotens, den eine Frau per Zufall entdeckt
    Quelle: Präventionsbroschüre von Brustkrebs Deutschland e.V. [PDF-Download]


    Warum?
    Warum soll man die Brüste überhaupt abtasten?
    Ziel der Brust-Selbstuntersuchung sollte sein, seine Brüste so gut wie möglich kennenzulernen, so daß man Veränderungen feststellen kann! D.h. man muß die Untersuchung regelmäßig vornehmen.

    Wann?
    Wie oft ratsam ist, darüber scheiden sich die Geister - einige sagen, möglichst oft ist möglichst sinnvoll, um auf Veränderungen während des Zyklus miteinbeziehen und von dauerhaften Knoten/Verhärtungen unterscheiden zu können. Andere meinen, einmal im Monat sollte ausreichen. Empfohlen wird dann, die Untersuchung in der ersten Woche nach Eintritt der Menstruation vorzunehmen, weil das Brustgewebe dann am weichsten ist und zyklusbedingte Schwellungen am geringsten. Frauen nach der Menopause legen einfach einen Termin fest (etwa der erste Tag des Monats).

    Was?
    Dieser Clip des Videoportals des SF zeigt den Aufbau der Brust, quasi das Ausgangsmaterial der Untersuchung. ;-)


    Wie?
    Nun also zur Kernfrage: Wie geht so eine Selbstuntersuchung eigentlich?
    Wie schon befürchtet, ist die Auswahl an hilfreichen Informationen im Internet recht übersichtlich - vor allem, wenn man man sich auf deutschsprachiges Material beschränkt. Es drängt sich mir mal wieder der Eindruck auf, irgendwo hinter den sieben Bergen zu wohnen... aber gut. So ist das nun mal. Hier also eine Übersicht über brauchbare Ergebnisse:
    Videoanleitung MammaCare-Tastanleitung des Brustzentrum der Uniklinik Tübingen bei DOCMED.tv

    Videoanleitung bei karlein-anders.gynonline.de

    Mehrere kleine Videoclips gibt es auch bei brust-selbstuntersuchung.de
    Illustrierte Anleitungen findet ihr auch bei Novo Nordisk (danke an Keimonish für den Tip!) oder in der Broschüre der Aktion Bewußtsein für Brustkrebs (Link zum PDF).

    Englischsprachige Videos:




    Mehr Videos findet ihr auf Youtube mit Suchanfragen wie "breast self exam" oder "breast self examination".
    Als Tip wird häufig mit angegeben, die Tastuntersuchung unter der Dusche durchzuführen oder Bodylotion/-öl zu verwenden, weil die Finger dadurch über die Hautoberfläche flutschen und man dadurch das Gewebe besser erfühlen kann. (Massageprinzip)

    Kurse und "Lernmaterial"
    Sabine von Smart-Girls-Allerlei hatte in einem Kommentar darauf hingewiesen, daß sie vor einigen Jahren die Möglichkeit hatte, einen kostenlosen Kurs bei der Krankenkasse zu buchen - dort bekam man an einem "Brust-Dummy" das Tasten und Erfühlen von Knoten beigebracht. Sie war so lieb sich extra noch mal zu erkundigen, ob es solche Kurse noch gibt. Leider werden sie mittlerweile nicht mehr angeboten.

    Abgesehen davon gibt es noch andere Möglichkeiten, einen Kurs zu belegen, z.B. bei einer MammaCare-Trainerin. Zitat: "MammaCare ist bis heute, weltweit die einzige, wissenschaftlich überprüfte Form der klinischen Brustuntersuchung und der Vermittlung der Brustselbstuntersuchung." (mammacare.de)
    Am Frankfurter Zentrum kostet ein 90 Minuten-Kurs beispielsweise 30€.
    Alternativ kann man sich auch für 89,25€ ein Übungsset (MammaCare System) für zuhause bestellen, das folgende Teile enthält:
    - einem Silikonmodell der weiblichen Brust
    - einem Videofilm von 37 Minuten zur Anleitung
    - einem Handbuch mit Hinweisen
    - persönlichen MammaCare Aufzeichnungen
    - Umkarton zur Aufbewahrung Ihres MammaCare Systems
    Kosten werden wie gesagt scheinbar nicht von den Krankenkassen erstattet. Versuchen kann man es aber natürlich trotzdem; schon um auf das Thema aufmerksam zu machen.

    Habt ihr vielleicht noch Tips und Hinweise?
    Habt ihr auch den Eindruck, daß dem Thema "Brustkrebs" 
    in Deutschland zu wenige Aufmerksamkeit geschenkt wird? 

    Kommentare nach dem Jump.

    Dienstag, 4. Oktober 2011

    [pink october] CoppaFeel! Lerne deine Brüste kennen...

    CoppaFeel! ist eine britische Initiative die es sich zur Aufgabe gemacht hat zur Brustkrebs-Aufklärung beizutragen. 
    Trauriger Anlaß ist die Geschichte von Kris, die mit 23 einen Knoten in ihrer Brust entdeckte, den ihr*e Gynäkologe*in nicht ernst nahm. Als die Krankheit schlußendlich doch diagnostiziert wurde, war sie bereits im Stadium 4 (ein Stadium 5 gibt es nicht!), d.h. der Krebs hatte sich bereits in ihrem Körper ausgebreitet. 

    Die Wahrscheinlichkeit an Brustkrebs zu erkranken, steigt mit dem Alter. Unter 30 ist der Anteil der Erkrankungen sehr gering – was aber nicht heißt, das es nicht vorkommen kann. Coppafeel (was sich von “cop a feel” ableitet, einem umgangssprachlichen Ausdruck für “begrapschen”) wird daher durch den Untertitel ergänzt: 

    Knowing your breasts can save your life.
    =
    Deine Brüste zu kennen, kann dir das Leben retten.


    Ziel der Initiative ist, Mädchen und Frauen dazu zu bringen, regelmäßige Selbstuntersuchungen durchzuführen. Dazu gibt es auf der Website sogar die Option, sich für einen SMS-Erinnerungs-Service anzumelden. Regelmäßiges Fühlen und Ertasten der Brust soll ermöglichen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen. 

    Möglicherweise bedenkliche Anzeichen werden auf der Unterseite “Boob-Check” aufgeführt:

    Bildrechte: Coppafeel | Bildquelle: Busts4Justice (Beitrag erschien lustigerweise parallel zu meinem "Vorbloggen")
    Mögliche Symptome für Brustkrebs:
    1. Brustwarzen sondern Flüssigkeit ab
    2. Knoten oder Verdichtungen im Brustgewebe
    3. Veränderungen in der Hautoberfläche, z.B. sich zusammenziehende Haut, Grübchenbildung
    4. Brustwarzen wirken eingezogen oder wechseln die Richtung in die sie zeigen
    5. Schwellungen in der Achselhöhle oder am Schlüsselbein
    6. Anhaltender Schmerz in Brust oder Achselhöhle
    7. Veränderungen in Größe oder Form der Brust
    8. Entzündung/Ausschlag oder Verkrustung der Brustwarze oder der darumliegenden Haut
    Im Gegensatz zu vielen anderen Initiativen und Aufklärungskampagnen im Netz richtet sich Coppafeel dezidiert an ein junges/jugendliches Publikum – das pinke Design der Website wirkt ziemlich poppig und Kampagnen wie “Hello Boobs”, die dazu aufrufen seinen Brüsten Namen zu geben, nehmen der ganzen Sache etwas von ihrem düsteren Beigeschmack. Ich glaube, daß das tatsächlich eine gute Herangehensweise ist. Tod und Verderben verdrängt man ja gerne – gut gelauntes, pinkes Brust-Benennen & Begrabbeln läßt sich dagegen leichter in den Alltag integrieren.

    Ich würde mir wünschen, daß es eine vergleichbare Initiative auch im deutschsprachigen Raum gäbe. 

    Fühlt ihr euch von der CoppaFeel-Aufmachung angesprochen?
    Haben eure Brüste Namen?

    Montag, 3. Oktober 2011

    [pink october] Woher bekomme ich Infos zum Thema Brustkrebs?

    Sooo, das  lange Wochenende neigt sich seinem Ende zu; dann können wir ja langsam mal mit der Themenreihe anfangen - und zwar gleich mit einer naheliegenden Frage: Wenn ich mich über Brustkrebs informieren möchte, wo fange ich am besten an?

    Ich habe also das naheliegendste gemacht und die Suchmaschine angeworfen. Wie zu erwarten war, bekomme ich innerhalb von 0,19 Sekunden ganze zweimillionenfünfhundertneuzigtausend Treffer. Puh. 

    Erster Hit ist (natürlich) Wikipedias Artikel zu Brustkrebs. Ich erfahre in den ersten Zeilen, daß Brustkrebs die häufigste Krebsart bei Frauen ist, Männer sehr selten betroffen sind und die Erkrankung meist sporadisch (also zufällig) auftritt... danach folgt eine lange, lange Aufzählung von Ursachen und Risikofaktoren, Informationen zu Früherkennung, Diagnose, Klassifikation, Therapie usw. Als Papierversion wären es ca. 33 DinA4 Seiten behauptet mein Drucker. 
    Ich würde behaupten, das übersteigt die durchschnittliche Surfer-Aufmerksamkeitspanne bei weitem. Wenn ich von mir sprechen darf - wenn ich nicht gerade irgendetwas Wichtigeres vor mir herschiebe oder mit einer Erkältung im Bett liege, ist es recht unwahrscheinlich, daß ich diese 33 Seiten wirklich  von vorne bis hinten durchlese. Vermutlich kommt spätestens auf der Hälfte ein interessanter Link, dem ich folgen möchte.

    Hand aufs Herz - habt ihr auch die Konzentrationsspanne einer Eintagsfliege? Dann wäre vielleicht eine Option sich eine Papierversion zu besorgen - es gibt massenhaft kostenlose Infohefte und Broschüren, die eine Einführung ins Thema geben und zusätzlich noch bebildert sind. Meine Hemmschwelle, ganz old-school ein Heft zu lesen, ist - auch dank kleinerem Ablenkungsfaktor - deutlich geringer als mir längere Texte im Internet zu Gemüte zu führen.

    Und dann gibt es natürlich noch Websites, die das Thema in kleinere Häppchen unterteilt haben - zumindest wirkt die Struktur auf mich übersichtlicher. Ich habe euch mal aus meinen ersten Googletreffern ein paar Seiten herausgesucht, die mir sinnvoll erschienen. Die Auswahl ist relativ willkürlich, aber vielleicht erleichtert es doch der einen oder anderen den Einstieg ins Thema.


    Website des Deutschen Krebsforschungszentrum. Hier gibt es eine sehr umfangreiche Einführung ins Thema, u.a. diverse Broschüren zum Download, Links und Adressen, ein Fachbegriffe-Lexikon und die Nummer einer kostenlose Info-Hotline.

    Bei der Deutschen Krebshilfe gibt es die sog. Blauen Ratgeber, das sind Hefte, die zu verschiedenen Krebsarten, Risiken, Entstehung, Diagnose und Behandlung informieren. Die Broschüren sind kostenlos bestellbar oder als PDF herunterladbar. (Link zum Brustkrebs-PDF)

    brustkrebs-info.de:
    Unkommerzielle Informationsseite vom Verein Verein Brustkrebs Info e.V., Berlin. Die Beiträge werden von Medizinern verfaßt.

    Netdoktor.at - Einführung in drei Teilen: Brustkrebs - das Mammakarzinom, Entstehung und Ursachen, Symptome und Diagnose.

    Brustkrebs-Symptome.com - recht kleine, übersichtliche Sammlung von Informationen aus dem Internet. Es findet sich allerdings kein Hinweis, daß der Inhaber der Website irgendwelche fachlichen Qualifikationen vorweisen kann. (Heißt nicht, daß die Seite schlecht ist, ich will es nur dazu sagen.)

    Aktion: Bewußtsein für Brustkrebs - die Website enthält kaum Infomaterial, aber es gibt eine Broschüre, die eine relativ ausführliche Tastanleitung beinhaltet. (Link zum PDF)

    Brustkrebs Deutschland e.V. - Ich empfinde die Website als relativ informationsarm und dominiert von irgendwelchen Kooperationen mit Werbepartnern (?). Die vom Verein herausgegebene Infobroschüre (Link zum PDF) ist aber in Teilen durchaus informativ. Dazwischen kommen aber immer wieder irgendwelche "Botschafter für die Sache" zu Wort, es gibt Werbung usw. Eindruck: gemischt. Wäre jetzt nicht meine erste Anlaufstelle für Infos.

    Evtl. auch interessant: Frauenselbsthilfe nach Krebs e.V.
    Soviel erst mal von eurer

    Habt ihr euch schon mal Basics zum Thema angelesen?
    Gibt es Websites/Printmedien/Videos/Podcasts o.ä.,
    die ihr empfehlen würdet?

    Kommentare nach dem Jump.