D&D-Tip: Persönliche BH-Beratung in Hannover

On Bratabase

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Montag, 2. Dezember 2013

D: Faktoren die die Passform beeinflussen

Auch gute Größenrechner liegen mal daneben. Warum ist das so? Ich weiß noch, wie ich am Anfang meiner Fittinggeschichte auf einen Rechner stieß der sehr oft empfohlen wurde und dann dachte prima, endlich kann es losgehen. Ganz so einfach war es dann aber doch nicht. Denn es gibt viele Faktoren die den Sitz eines BHs und die Größe beeinflussen, die wenig mit dem gemessenen Unterbrustumfang (UBU) oder Brustmaß zu tun haben. Das erklärt auch warum auch zwei Frauen mit exakt gleichen Maßen im selben BH unterschiedliche Größen tragen.

(Kopflose und armlose) Vogelperspektive -
oben eine breite, unten eine schmale Brustbasis
Breite der Brustbasis: Die Brustbasis ist die Fläche auf der das Brustgewebe am Oberkörper ansetzt. Eigentlich ist es ganz einfach: Eine breite Brustbasis, also eine solche die horizontal viel Platz auf dem Brustkorb einnimmt, braucht breite Bügel. Wie weiß mensch denn aber ob mensch eine breite Brustbasis hat? Zieh deinen BH aus und drück deine Brust mit der Hand leicht gegen den Brustkorb und dann in Richtung Achsel. Es sollte sich eine Falte bilden. Mal diese nach. Wo verläuft diese Linie im Vergleich zum Abdruck des Bügels? Wenn der Bügel vor der Linie liegt ist er zu schmal. Liegt er dahinter ist er zu breit. Tendenziell sind kleine Brüste eher Breitbrüste, während große Brüste oft eine schmale Brustbasis haben. Eine breite Brustbasis braucht auch oft flachere Körbchen, weil sich das Volumen auf einer größeren Fläche verteilt, während eine schmalere Brustbasis tiefere Körbchen braucht. Allerdings kann auch ein Mensch mit schmaler horizontaler Brustbasis ein relativ flaches Körbchen brauchen, wenn die Brustbasis sehr hoch reicht.





  Höhe der Brustbasis - Gleiches Volumen, unterschiedliche
Volumenverteilung; Oben von links: mehr, gleich viel,
wenig Volumen im oberen Bereich; Unten von links:
Wenig und viel Volumen im oberen Bereich
Höhe der Brustbasis: Hier geht es darum wie hoch das Brustgewebe reicht, bzw. wie groß die vertikale Brustbasis ist. Wenn ich meine Brust anhebe und leicht gegen den Brustkorb drücke, dann fühle ich Brustgewebe bereits kurz unter dem Schlüsselbein. Es entsteht außerdem eine Wölbung nach außen. Ich habe also eine hoch reichende Brustbasis, bzw. mein Brustvolumen ist im oberen Bereich. Bildet sich eine prominente Falte, ist das meiste Volumen wahrscheinlich im unteren Bereich. Brüste mit viel Volumen im oberen Bereich brauchen offene Schnitte. Das heißt Halfcups und Plunges und einige Balconettes funktionieren, Full Cups dagegen schneiden oft ein. Diese funktionieren dafür oft gut an Brüsten mit viel Volumen im unteren Bereich. Eine andere Methode um die vertikale Verteilung des Brustgewebes auszumachen ist es die Form der Brust in Relation zu der Position der Brustwarze zu setzen. Brüste mit großer vertikaler Ausdehnung sind klar tropenförmig. Die Brustwarze befindet sich in der unteren Hälfte des Tropfens.  Brüste die eher schanzenförmig aussehen oder Brüste bei denen die Nippel in der oberen Hälfte sitzen haben mehr Volumen im unteren Bereich. 

Quetschbarkeit des Brustkorbs/Lungenvolumen: Diese beeinflusst maßgeblich das Maß des UBUs. Dickere Frauen haben oft mehr Gewebe am Brustkorb und brauchen daher oft kleinere UBBs (Unterbrustbänder) als ihre Maße vermuten lassen. Sie sind also quetschbar. Muskulöse oder sehr schlanke Frauen haben dagegen oft wenig Gewebe, das sich quetschen lässt. Sie fühlen sich öfters mit UBBs wohler die gleich oder sogar größer als ihr UBU ist. Lungenvolumen spielt häufig ebenfalls eine wichtige Rolle, wenn es um das Messen des UBUs geht. Viele Rechner verlangen, dass man ausatmet beim messen. Ausdauersportler aber haben ein weitaus größeres Lungenvolumen als andere Menschen. Wenn so jemand ausatmet und misst wird der Umfang deutlich geringer sein, als bei anderen Menschen. 

Konsistenz des Gewebes: Menschen haben unterschiedliche Verhältnisse von Drüsen- zu Fettgewebe in der Brust. Manche Brüste sind daher fester als andere. Weiche Brüste können stärker komprimiert  werden. Meine weichen Brüste stören mich zum Beispiel gar nicht wenn ich auf dem Bauch schlafe. Weiche Brüste tendieren dazu aus Plunges herauszufließen und verlieren gerne mal den Kampf gegen die Körbchenkonstruktion. Außerdem verändern sich Brüste im Verlauf des Lebens zum Beispiel während und nach der Menopause.  

Empfindlichkeit: Manche Menschen ertragen auf Grund verschiedener Erkrankungen (z.B. Fibromyalgie), wegen einer Operation oder des Alters keine engen Bändern. Anderen dagegen entlockt ein enges Band nur ein müdes Lächeln. 

Persönliche Präferenz: Menschen mögen unterschiedliche Dinge und legen unterschiedliche Maßstäbe an. Manche mögen enge UBBs, manche nicht. Manchen ist Ästhetik wichtiger als Funktionalität, machen nicht. 

Schwanger/Stillend: Hier habe ich selbst keine Erfahrung, aber Brüste verändern sich rasant in der Schwangerschaft und danach. Brüste die zum Stillen genutzt werden, verändern Größe und Konsistenz ja fast stündlich. Einen wunderbaren Text zur Thematik hat Nyad im Busenfreundinnenforum verfasst: Entwicklung der Brust in Schwangerschaft und Stillzeit

Marken/Modelle: Gleichzeitig sollten auch nicht vergessen werden, dass Marken und selbst Modelle der selben Marke unterschiedlich ausfallen. Ich trage in Ewa Michalak zum Beispiel meist 34E (aber auch 32F) in Freyas auch gerne mal 30G.

Das ist eine verkürzte Darstellung und natürlich . Sicherlich könnte mensch zu jeder dieser Variablen noch einen eigenen Blogpost verfassen. Außerdem können die Faktoren natürlich interagieren. 

Habe ich, eurer Meinung nach, irgendetwas vergessen? 

MiaRose bloggt seit Ende 2011 auf Drüber&Drunter. Neben Brafitting schlägt ihr Herz für sinnvolle/lose Diskussionen, gutes Essen, Jugendliteratur und allerlei anderes popkulturelles Gedöns. Ihre aktuellen Maße sind (94) 97 (96)-73-101. Ihren Vorstellungspost findet ihr hier: Me, myself and I.

Sonntag, 3. November 2013

BH-Passform-Probleme: Orange im Glas - Reloaded

Bei den Busenfreundinnen wurde diese Woche über einen “Klassiker der BHlogie” diskutiert: die Orange im Glas.

Der Begriff stammt aus der polnischen Bra-Fitting-Bewegung und ist ein Bild für ein Passform-Problem, das erst einmal nach einem zu großen Körbchen aussieht: der Stoff wirft Falten, die Brust füllt den BH nicht aus. Bei genauerem Hinsehen fällt jedoch auf, daß der Bügel auf der Brust und nicht daneben verläuft – er ist zu schmal, als daß die Brust überhaupt ins Körbchen hineinkommen könnte. So wie eine Orange, die am Rand eines Glases hängenbleibt. Oder in meinem Fall ausnahmsweise mal eine Avocado.

avocadoinnatasse_smll
OiG heute mal anders: Avocado inna Tasse
Erst wenn der Bügel breit genug ist, um wirklich um die ganze Brust herumzuführen, läßt sich feststellen, ob das Körbchenvolumen hinkommt oder zu groß bzw. evtl. sogar zu klein ist. 
(Siehe dazu auch einen früheren Beitrag von MiaRose: Orange im Glas. Eine super Veranschaulichung dazu findet ihr auch bei der BH-Lounge unter Passformprobleme / 3. Bild.)

Soll heißen, die Orange im Glas beschreibt ein Kompatibilitätsproblem das auf einem zu schmalen Bügel beruht. Im klassischen Fall sieht das etwa so aus:

orange1smll
Grün = Brustbasis, Gelb = Bügel | Ist ein bißchen spooky geworden...
naja, durch Zeitnähe zu Halloween noch verzeihbar, oder?

Das Grüne soll die Brustbasis sein, also der Bereich auf dem die Brust angewachsen ist. Die gelben Ringe sind die Bügel, die deutlich zu schmal sind um die Brust zu umschließen.

Der Modellfall der “OiG” von dem lange ausgegangen wurde, waren die unpassenden Schnitte im Bereich der ungefitteten A- und B-Cups, beispielsweise bei einer 75A, die zu groß wirkt, obwohl sie eigentlich schon zu klein ist: wegen der zu schmalen Bügel kann das Körbchenvolumen nicht genutzt werden, der BH liegt ein bißchen wie ein Hütchen auf der Brust. Bei einem engeren, ausreichend stützenden Unterbrustband würde jedoch sofort auffallen, daß das Cup noch zu klein ist. Häufig ist eine britische 30D für eine angebliche 75A-Frau die deutlich bessere Wahl. 

Nun kann das Phänomen der zu schmalen Bügel natürlich auch in jedem anderen Größenbereich auftreten; ein ehemals schon oft von Maria genanntes Beispiel sind Brüste, die seitlich nicht deutlich definiert sind sondern eher sanft auslaufen. Vor allem bei dicken Frauen ist es manchmal nicht so klar, wo das Brustgewebe aufhört – gerade da ist es wichtig, daß die Bügel breit genug gewählt werden, sonst wird der Bügel vom Gewebe nach außen gedrückt und piekst in den Arm oder die Achsel. 

Die Erwartungshaltung, ein BH sei zu groß, ist übrigens nichts was nur Frauen mit kleinen Brüsten haben, Stichwort Buchstabenphobie. Der zu probierende BH wird dann oft nur schnell übergestülpt – wirft Falten? Na, dann muß er wohl zu groß sein! 

Nun rutschen größere Brüste aber selten von selbst an Ort und Stelle, häufig muß noch “nachsortiert” werden. Daher ist der scharrende Griff hinter den Bügel und das ordentliche Anheben der Brust wirklich unbedingt notwendig um eine OiG auszuschließen. (Zum richtigen Anziehen siehe bspw. den 7 Punkte Plan)

Neben der klassischen Orange im Glas gibt es jedoch auch noch eine - sagen wir mal -  Unterform, der ich selbst lange keine Beachtung geschenkt habe, obwohl sie mir beim Live-Fitten häufiger begegnet ist.
Angenommen eine Beispielfrau trägt bei Elomi eine 38GG, möchte aber unbedingt einen Panache-BH probieren und versucht eine 38GG im Andorra – Fazit: viel zu klein. Nach mehreren Versuchen wäre man dann bei irgendwas absurdem wie einer 38J angekommen, weil alles andere zu klein war. Die Bügel der 38J sind aber nun so lang, daß sie die arme Beispielfrau förmlich aufspießen. Zusätzlich bleiben die Körbchen unten leer und die Bügel drücken auf den Bauch.

Ein möglicher Grund dafür ist, daß die Brust zwar oben die Bügelbreite braucht, die Bügel selber aber zu tief und U-förmig sind um richtig unter die Brust zu passen. Ich hab das schon mal vor zwei Jahren in einem kurzen Beitrag zu “Warum BHs nach unten rutschen” erwähnt. Mittlerweile – dank mehr Praxiserfahrung – glaube ich, daß das häufiger vorkommt als ich damals gedacht hätte. 

orange2smll
Bügel ist unten zu schmal für die eher breite Brustbasis.

In diesem Beispiel ist das Körbchenvolumen eher zu groß als zu klein – der unten verschenkte Platz muß ja oben irgendwie ausgeglichen werden. Dh. wenn der BH oben keine Brötchen macht ist das Volumen eigentlich schon zu groß. Gemessen an der klassischen Variante ist das eigentlich schon fast eine umgekehrte Orange im Glas.
Winking smile
Anzeichen dafür ist auch, daß man bei einem passenden Schnitt im Körbchen wieder runtergehen kann. (Beispiel Elomi) 

Leider kann ich in anderen Größenbereichen noch nicht mit Ideen dienen; theoretisch sind Bügel von Bravissimo, Curvy Kate, Fantasie und Freya alle ein bißchen mehr häkchenförmig (“Nike-Swoosh”) als die sehr U-förmigen Panaches/Cleos. Es gibt aber auch viele Fälle, in denen der Wechsel von Panache auf andere Marken auch nichts bringt.  Sobald es da was Neues gibt, werde ich berichten. Bzw. wenn ihr was dazu wißt:immer her mit den Infos!)

Lange Rede, kurzer Sinn: die richtige Bügelbreite und –form ist ein nicht zu unterschätzender Aspekt beim Brafitting. Zum Thema Bügel gibt es passenderweise auch einen ganz neuen Gastbeitrag bei Lingerie Addict, Bra Wires 101 – A Basic Guide by Lyzzy Beswick.


Wie kommt ihr mit euren BH-Bügeln klar?
Schon mal eine Orange im Glas erlebt?

Sonntag, 7. Juli 2013

Sieben-Punkte-Plan: Einen BH richtig anziehen...

Kürzlich fiel mir auf, daß wir eine essentielle Frage des Bra Fittings auf dem Blog bisher nur angerissen haben - die Frage wie man einen BH richtig anzieht. Meist haben wir einfach auf einen Thread bei den Busenfreundinnen verwiesen, der das Thema recht erschöpfend behandelt hat. Leider ist der Beitrag im Zuge des Umzugs der BHlogie ins Brawiki auf seine Ursprungsform zusammengekürzt worden und alle Zusatzinformationen sind verloren gegangen. (Aktuelle Version: Wie ziehe ich einen BH korrekt an.)

Ich (persönlich) finde die übrig gebliebene Anleitung nicht so besonders praktikabel, daher werde ich hier eine überarbeitete Version meines Gegenvorschlags posten.
Womit ich nicht sagen will, daß es einen einzig und alleinig glücklich machenden Weg gibt, einen BH richtig anzuziehen - wichtig ist, daß hinterher alles da sitzt wo es hinsoll. Betrachtet meinen Beitrag also einfach als weitere Inspiration für eine eigene Routine. :)

Vorneweg zur Sache mit dem Brust ins Körbchen schütteln:
Das Schütteln gilt quasi als der Geheimtip, wie man seinen BH 'sophisticated' anzieht. Allerdings ist eines der größeren Probleme beim BH-Anziehen die Reibung. Haut neigt dazu, gerade wenn die Brüste nicht superstraff sind, auf dem Stoff kleben zu bleiben. Meinen Erfahrungen nach funktioniert das "Brust in den BH schütteln" ab einer gewissen Größe bzw. auch bei eher weichen Brüsten mit viel Haut nicht so gut. Während feste, straffe Brüste oft von alleine an Ort und Stelle rutschen ist bei weicherem Gewebe und weicher Haut mehr Sortier-Arbeit nötig. (Einfacher ist das BH-Anziehen daher auch, wenn die Haut trocken, also nicht mehr feucht vom Duschen oder fettig vom Eincremen ist.)


BH-Anziehen: Sieben Punkte-Plan
     1. Den BH schließen. Entweder vorne und dann drehen oder hinten, ohne die Träger schon über die Schultern zu streifen. (In der Taille ist es einfacher)
Anmerkung zum BH-Drehen:
Viele Frauen können einen BH nicht im Rücken schließen. Wenn das auch ohne Träger über den Schultern nicht funktioniert, ist Umdrehen natürlich die einzige Möglichkeit. (Beim Probieren von Online-Shop-Bestellungen wäre allerdings zu beachten, daß das Band so stark strapaziert wird und sich Hautschuppen abrubbeln können. BHs vor evtl. Zurücksenden also mit feuchtem Tuch abtupfen!)
Ein totales No-Go ist, die Körbchen von unten nach oben hochzuklappen; also den BH mit Körbchen nach unten anzuziehen, dann umzudrehen und dann erst den Stoff über die Brüste stülpen. Das mag bei ungefitteten BHs mit zu weitem Band noch nicht zu schlimm sein, aber bei einem passenden BH mit entsprechend engem Unterbrustband kann der Druck auf die Bügel dazu führen, daß das Metall durchbricht.
    2. In die Träger schlüpfen und den BH nach oben ziehen.
    3. Brust ins Körbchen heben:
    Mit der linken Hand das linke Körbchen an der Außenseite festhalten.
    Dann mit der rechten Hand über den Cuprand/unter dem Träger durch ins linke Körbchen ans Brustende greifen und die Brust richtig ins Cup heben.
    4. Aus den Achseln scharren:
    Prüfen ob sich noch Gewebe hinterm Bügel befindet. Indikator dafür ist oft eine breite Brustbasis oder auch ein seitlich auslaufendes Brustgewebe, das nicht klar ausdefiniert ist. Gegebenfalls dann wie bei Punkt drei noch mal hinter den Bügel greifen und das Gewebe mit einer streichenden Bewegung, dem sog. Aus-den-Achseln-Scharren (siehe Video1 | Busenfreundinnen & Video 2 von Ewa Michalak) nach vorne holen.
    Tasten, ob sich wirklich die ganze Brust im Körbchen befindet, ist aber gerade beim ersten Anprobieren eines neuen BHs wichtig!
    5. Und noch mal!
    Die ganze Prozedur noch mal für die andere Brust wiederholen. 
    6. Am Körbchenrand zuppeln. 
    Den BH am Körbchenrand mit beiden Händen links und rechts neben dem Träger etwas nach oben ziehen, so daß der Bügel wirklich direkt unter der Brust liegt - nicht darauf und auch nicht darunter. Ihr könnt euch das ein bißchen wie ein Einrasten vorstellen. Wer mag kann auch am Körbchenrand noch zur Mitte hin, also den Stoff über die Brust ziehen.
    Achtung: viele Frauen ziehen den BH am Schluß wieder nach unten statt nach oben. Dadurch wird der ganze Einsortiereffekt zu nichte gemacht! Also bitte darauf achten: der Bügel muß direkt unter die Brust!
      7. Steg freiräumen.
      Besonders bei größeren Brüsten ist nicht unwahrscheinlich, daß der Steg an diesem Punkt immer noch nicht zwischen den Brüsten anliegt. Um herauszufinden, ob das Körbchen paßt, sollte man daher mit Zeige- und Mittelfinger an die Innenseite der Brust fassen und sie einfach nach außen ziehen, so daß sie gut ins Körbchen ineinrutscht. Dort sollte die Brust dann natürlich idealiter auch bleiben. Sofern das der Fall ist, ist die Einsortier-Aktion erfolgreich abgeschlossen.
         
      So sollte das Ergebnis aussehen:
      aka Merkmale eines gut sitzenden BHs

      • Das Unterbrustband verläuft parallel zum Boden. (Darauf achten, daß es nicht zu hoch im Rücken sitzt!)
      • Das Unterbrustband ist angenehm fest und kann nur wenige Zentimeter vom Körper weggezogen werden. Es trägt das Hauptgewicht der Brüste! (Achtung: viele BHs geben schon nach kürzerem Tragen etwas nach. Deswegen sollte man nicht zu bequem kaufen. Aber bitte auch nicht übertreiben!)
      • Der Steg liegt an, d.h. die Bügel in der Mitte liegen flach zwischen den Brüsten auf dem Brustkorb auf.
      • Die Brust paßt komplett ins Körbchen und quillt nicht oben über den Rand. Der Übergang zwischen Brust und BH ist unter einem T-Shirt nicht zu erkennen.
      • Das Körbchen wirft keine Falten im oberen Bereich. Da dies in jeder Liste aufgeführt wird, schreibe ich es auch mal dazu. Aber Vorsicht - es könnte sich auch um einen BH-Schnitt handeln, der nicht richtig zu deiner Brustform paßt. Relevante Faktoren zur Beurteilung des BHs sind hier u.a. auch Bügelbreite (vgl. hierzu das Phänomen Orange im Glas), die Trägerlänge und das richtige Anziehen!
      • Der Bügel umschließt die gesamte Brust: er liegt also nicht außen, unterm Arm auf dem Brustgewebe auf. Gleichzeitig sollte er auch nicht zu weit vom Brustende entfernt sein, da sonst Halt verloren geht.
      • Der Bügel liegt unter der Brust in der Brustfalte. Nur so kann der BH richtig stützen. Außerdem reibt so nicht mehr Haut auf Haut, was zu Irritationen und Entzündungen führen kann.
      • Die Träger halten die Brüste nicht, sondern formen sie nur. Sie sollten weder rutschen noch einschneiden. Nebenbei: Mit der Trägerlänge kann man die Größe des Cups beeinflussen, durch einen längeren Träger kann man etwas Volumen zugeben, durch einen kürzeren wird das Körbchen etwas verkleinert. So können die meisten Asymmetrien ausgeglichen werden. (Die wenigsten Frauen haben exakt gleich große Brüste.)

      Weitere Tips zur Beurteilung der Passform gibt es im Beitrag Online-Shopping 101: Richtig anprobieren...
         

      Donnerstag, 2. Februar 2012

      Buchstabenphobie

      Heute weiß ich, dass das BH-ABC viele mehr Buchstaben als nur A, B und C besteht, allerdings gab es auch eine Zeit in der das anders war.

      Mit 11 trug ich mein erstes Bustier. Nicht weil ich es gebraucht hätte, sondern weil plötzlich alle eins hatten. Mit 12 begannen meine Brüste zu wachsen. Mit 13 trug ich 70B. Mit 14 70C. Mit 15 75C. Mit 16 kam ich am Ende des Spektrums an und trug 75D. Das war auch das Jahr in dem ich zum ersten Mal heulend bei H&M in der Kabine hockte, weil es keinen passenden Bikini für mich gab. Mit 19 kaufte ich meinen ersten elfenbeinfarbenen Minimizer in 75E. Mit 22 wurde ich schließlich bei Bravissimo in London in eine 30FF (65H) gefittet.

      Der erste Gedanke der mir durch den Kopf schoss war, das ist ja unnormal! In meinem Kopf galt die Ordnung: A ist klein, B ist normal, C ist groß, D sehr groß und DD ist Pamela Anderson. Außerhalb dieser Ordnung existierte nicht viel. Ich fand schon lange, dass mir BHs nicht passten, die rutschten, schnitten ein und Rückenschmerzen gehören halt einfach dazu. Warum habe ich solange still gelitten?

      Meine ersten BH habe ich bei Aldi gekauft. Später auch beim Kaffeeröster und Häschen&Mäuschen. Ein Lingeriegeschäft habe ich das erste Mal mit 20 betreten. Und das war, katastrophalerweise, Victoria's Secret (aber das ist eine Geschichte für einen anderen Post). Bei Aldi und dem Kaffeeröster gab es damals 4 Größen, wenn ich mich recht entsinne: 70A, 75B, 80B und 85C. Bei H&M gab es dann schonmal ein, rares, 75D und auch mal ein 70B. Außerhalb dieses Größenspektrums begegnete mir nicht viel und gleichzeitig ließen mich verschiedene Medien immer wieder wissen, dass 75B/C die durchschnittliche BH-Größe von Frauen sein. Je öfter man etwas hört, desto weniger stellt man es in Frage und so wurde diese Ordnung, für mich, zur Norm(alität). In meinem Kopf setzte sich die Idee fest, dass meine Brüste wohl nicht normal waren. Denn wenn andere Frauen auch diese Probleme hätten, dann würde der Einzelhandel dieser Nachfrage doch nachgeben und solche BHs auch anbieten?

      Leider besteht diese Nachfrage gar nicht in größerem Rahmen, zumindest in Deutschland. Viele Frauen denken noch immer in den selben Mustern wie ich es noch vor einigen Jahren getan habe. Wie oft habe ich schon gehört, naja, wenn es nicht passt, dann geh halt mit dem Band noch eine Größe hoch. Oder habe verwunderte Blicke von Freundinnen geerntet und Kommentare à la "So gigantisch sind die doch gar nicht" gehört (Stimmt ;) ), wenn ich verkündete ich trage 30FF. Dieses Denkmuster wird unter Busenfreundinnen dann als Buchstabenphobie bezeichnet.

      P.S.: Viel geändert scheint sich bei Aldi bezüglich der Größen allerdings nicht zu haben: http://www.aldi-sued.de/de/html/offers/2867_31069.htm

      Weiterführende Texte:
      BraWiki: Was ist Buchstabenphobie?
      drüber & drunter: Erklärung zu BH-Kreuzgrößen
      drüber & drunter: Lost in Translation. Zur Umrechnung der Cups zwischen den Größensystemen


      Comments:
      • Moppi
        Ja, ja, ich erinnere mich an die Worte der Verkäuferin "Sie haben aber eine exotische Größe!". ;-)

        Liebe Grüße!
        My recent post MAC Naturelly LE Subtle Breeze Mineralize Blush
      • Ja, VerkäuferInnen sind schon eine Sache für sich, da habe ich auch viele Erfahrungen sammeln dürfen. Dazu folgt demnächst auch ein Blogpost.
      • george
        Ist echt paradigmatisch, deine BH-Geschichte!

        Es ist schon wirklich krass, welche Abwehrhaltungen gegen die Körbchenbuchstaben existieren - fast so als würde ein passender BH die Brüste erst so groß machen wie sie sind. *kopfschüttel* Aber wie du schon sagst, hat das seinen Grund einfach darin, daß völlig unrealistische Vorstellungen darüber existieren, welcher Buchstabe welche Brustgröße bezeichnet. Ich glaube H&M hatte auch mal eine Erklärung ausgehängt, nach der A klein bedeutet, B mittel, C groß und D sehr groß. Das bezeichnet ziemlich gut, die verbreiteten Größenvorstellungen.

        Hab mir übrigens erlaubt noch ein paar Links ans Ende deines Beitrags reinzueditieren. :D
      • Ich denke, dass hat auch viel mit Selbstbetrug zu tun. So nach dem Motto: "Die Größe gibts nicht, also sind meine Brüste auch nicht größer."

        Danke für die Links! Die letzten beiden wollte ich eh noch reintun, aber da hat mein Marsedit (Yeah, Trialperiod) doch ein bisschen gezickt.

        Übrigens bekomme ich auf der Hauptseite unter dem ASOS und dem Knutschende Brüste Beitrag noch immer 0 Comments angezeigt, obwohl da welche sind. Weißt du warum?
      • george
        Oh ja sorry, ich hab vergessen dir zu antworten. *schäm*
        Problem mit der Anzeige der IntenseDebate-Comments = großes Fragezeichen. Es hat am Anfang ne Weile gesponnen, zwischenzeitlich funktionierte es aber einwandfrei. (Man muß sich auch nirgends einloggen, um kommentieren zu können.)
        Das einzige was mir aufgefallen ist, wäre, daß das auch bei diesem Beitrag der Fall ist - vielleicht hat es was mit dem Posten per Marsedit zu tun?
      • Hach, ich dachte schon du magst mich nimmer ;) Nein, bei diesem kann ich sie sehen? So strange.
      • Für mich hatte ich immer gewundert warum sind alle die Bänder auf BHs so größ? Ich hatte echt keine Ahnung, dass kleinere Bänder und größere Korbchen gab...
        My recent post Curvy ASSumptions
      • Ja, genau und dann denkt, vielleicht muss das so sein?

      MiaRose bloggt seit Ende 2011 auf Drüber&Drunter. Neben Brafitting schlägt ihr Herz für sinnvolle/lose Diskussionen, gutes Essen, Jugendliteratur und allerlei anderes popkulturelles Gedöns. Ihre aktuellen Maße sind (94) 97 (96)-73-101. Ihren Vorstellungspost findet ihr hier: Me, myself and I.

      Montag, 12. Dezember 2011

      BHlogie: Der BH rutscht nach unten - mögliche Gründe

      Eine grundlegende Regel beim Bra-Fitting ist, daß das Unterbrustband des BHs parallel zum Boden verlaufen und stabil sitzen sollte, da darüber ein Großteil des Halts zustande kommt.

      Umgekehrt ist es nämlich der häufigste Fehler bei der BH-Wahl, zu einem zu weiten Band zu greifen. Die Stabilisierung der Brüste erfolgt dann vorwiegend über die Träger, an denen das gesamte Brustgewicht hängt. Das Unterbrustband rutscht hinten hoch und vorne runter, die Brüste werden nicht optimal angehoben und die Träger schneiden ein und verursachen u.U. Nacken- und Rückenschmerzen.
      Soweit ist das Rutschen wenig rätselhaft.
      Allerdings kommt es auch bei "gefitteten BHs" vor, daß das Band rutscht und dann interessanterweise meistens komplett nach unten, also Richtung Taille; die Bügel liegen dann nicht mehr - wie sie sollten - in der Brustfalte sondern diverse Zentimeter tiefer.

      Als mögliche Gründe hierfür konnten identifziert werden:

      ★ Das Unterbrustband ist schlichtweg zu eng und sucht sich den Weg des geringsten Widerstands. (Hier einfach mit Verlängerer testen, ob das Problem mit einem längeren Band gelöst werden kann.)

      ★ Die Bügel sind zu tief (u-förmig) bzw zu lang, so daß sie nicht unter die Achsel passen; sie entsprechen also nicht der Form der Brustbasis (dem Bereich auf dem die Brust angewachsen ist). Auch wenn man versucht den BH wieder nach oben zu schieben, rutscht der BH immer wieder nach unten weg. Die Lösung wäre dann, zu BHs mit einer anderen Bügelform zu greifen; die Bügel von Freya und Curvy Kate entsprechen beispielsweise in der Form eher einem Nike-Haken als einem U.

      ★ Das Unterbrustband bietet zu wenig Halt/ist zu elastisch und wird vom Gewicht der Brüste nach unten gedrückt.

      Hier kommt u.U. ein Faktor ins Spiel, über den ich in den letzten Tagen wieder verstärkt nachgedacht habe und zwar der ★ BH-Schnitt im Verhältnis zur natürlichen Brustform.
      Meine Brüste stehen recht eng beieinander (wenig Abstand auf dem Brustbein), sind recht rund und zeigen quasi nach vorne. Viele BHs versuchen allerdings, das Gewebe ein wenig zur Seite zur dücken um so eine größere Stabilisierung zu erreichen. Ich hab mal versucht, das zu veranschaulichen:

      Vogelperspektive:
      Der tiefste Punkt des BH-Körbchens liegt hier deutlich weiter außen als die tiefste Stelle der Brust. Von vorne betrachtet sieht das dann ungefähr so aus:

      Bei einem Plunge hat die abweichende Volumenverteilung zur Folge, daß die Brust aus dem Körbchen raus zur Mitte fällt. Bei einem BH mit höherem Steg kann die Brust aber nicht einfach in ihre natürliche Position zurückrutschen; dadurch ändert sich die Richtung der wirkenden Kräfte und die Brust drückt den BH nach unten, um sich Platz zu machen.

      Bisweilen kann hier eine Stegverschmälerung à la Boobius Maximus Abhilfe schaffen. (Link zur Anleitung)
      Durch die Änderung der Stegbreite werden die Bügel leicht angekippt und das Volumen des Körbchens wandert in die Mitte. Zu beachten ist allerdings, daß die Bügelbreite ausreichend sein muß, der Steg dadurch höher auf den Brustkorb reicht, bisweilen Körbchenstabilität verloren gehen kann und das Unterbrustband verkürzt wird.

      Habt ihr noch weitere Theorien zu rutschenden Unterbrustbändern?


      Link zu den Busenfreundinnen: Problem: Der BH rutscht

      Kommentare nach dem Jump.