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Freitag, 10. Juni 2011

Zum Verhältnis von Unterbrustumfang und Unterbrustband.

Oder: Welches Unterbrustband nehme ich bei einem Unterbrustumfang von 83cm?

Ich habe mich ja bereits in dem Einsteiger-Beitrag Wie finde ich die richtige BH-Größe? ein bißchen darüber ausgelassen, daß die Empfehlungen, wie sie von den einschlägigen Konfektionsgrößentabellen vorgegeben werden, nicht besonders sinnvoll sind. 
Bei einem Unterbrustumfang von 83cm nach üblicher Meßmethode (Maßband liegt auf der Haut auf, sollte den Körper aber fest umschließen) wird ja dazu geraten auf ein 85er Band aufzurunden und man fühlt sich schon richtiggehend revolutionär, wenn man das nicht tut und einfach eine 80er-Größe trägt. ;)

Im englischsprachigen Raum geht man sogar noch weiter! Man mißt den Unterbrustumfang in Inches (1 Inch = 2.54cm) und addiert dann 4 dazu, um auf die Unterbrustbandgröße zu kommen. 
Messe ich also 83cm Unterbrustumfang, wären das 32.68 Inches, gerundet also 33. Plus 4 macht 37. Damit liege ich zwischen einem 36er und einem 38er Band, den Entsprechungen für 80 und 85 im europäischen System.

Dieser Vermittlungsschritt macht extra stutzig und eine Frage taucht auf, die man sich bei der deutschen/europäischen Methode gar nicht stellt: Wieso sollte zur gemessenen Unterbrustweite noch etwas dazugegeben werden?! Wieso nicht einfach mit dem gemessenen Wert losziehen und ausprobieren?

Es gibt natürlich historische Gründe, was es mit diesem "4 addieren" auf sich hat. Immerhin besteht noch ein Zusammenhang damit, wie man die Körbchengröße errechnet. Da wir uns aber im Hier und Jetzt des 21. Jahrhunderts befinden, hat die Frage aber durchaus - mal so völlig geschichtslos betrachtet - ihre Berechtigung.

Aufgrund veränderter Materialien ist es bei der BH-Produktion zu einem recht dramatischen Vanity-Sizing gekommen. Das Unterbrustband umschließt ja nicht einfach nur den Brustkorb wie das Maßband, es paßt sich dem Körper an, dehnt sich aus... Man muß nur mal ein Maßband und einen beliebigen BH zur Hand nehmen und nachmessen, auf welche Länge man das Band mit nur wenig Kraft ziehen kann. Das Ergebnis ist häufig einigermaßen schockierend.

Hier z.B. habe ich mal einen selten getragenen Freya Arabella in der Farbe Cassis und der Größe 34GG im Ruhezustand vermessen:

Das Unterbrustband mißt so etwa 73cm. Ich kann es aber ohne größere Kraftanstrengung auf ganze 95cm ausdehnen!
Nun gehört der Arabella generell (und diese Farbe besonders) auch zu den als sehr elastisch bekannten BH-Modellen. Trotzdem finde ich die Meßwerte ehrlich gesagt ganz schön schräg: UK-34 entspricht ja einem EU-Band von 75. Das sind schon zwei Größen weniger als die "Tabellengröße" 85.

Das Unterbrustband des BHs soll den Hauptteil des Brustgewichtes tragen, man spricht von ca. 80%. Damit diese Funktion gewährleistet werden kann, muß es natürlich fest und stabil sitzen und darf nicht nach oben oder unten wegrutschen. Selbstverständlich sollte es auch nicht zu eng sein - aber eben eng genug.
(Bei festeren, stabileren BH-Modellen ist ein Unterbrustband 34/75 übrigens eine ganz gute Wahl für mich.)
Die Regel mit dem 10-Zentimeter abziehen läßt sich natürlich nicht verallgemeinern. Relevant ist ja auch, wie viel Speck/Muskeln ihr auf den Rippen habt oder wie die BH-Modelle konzipiert sind. Die Busenfreundinnen bitten daher darum, zusätzlich zum herkömmlichen Meßwert eine Vergleichsmessung mit maximal angespanntem Maßband (bis zum Zerreißen!) und leeren Lungen durchzuführen um die "Drückbarkeit" des Oberkörpers zu ermitteln. Trotz dieser verfeinerten Abfrage, gilt aber immer die die oberste Brafitting-Regel:  

Probieren, probieren, probieren!

Wichtigster Aspekt des Brafittings ist, selbst zu lernen, was einem am besten paßt und worin man sich wohlfühlt. Also ein Gefühl für den eigenen Körper zu entwickeln. In diesem Sinn möchte ich zu ein wenig Experimentierfreude aufrufen:
Traut euch ruhig mal, ein engeres Unterbrustband auszuprobieren und prüft, ob der BH dadurch stabiler sitzt und besser stützt. Wichtig ist dabei nur, unbedingt darauf zu achten, daß auch die Körbchengröße optimal paßt: Zu kleine Körbchen lassen das Unterbrustband zu eng, zu große zu weit erscheinen!
Pro Unterbrustbandgröße muß mindestens ein Körbchen geändert werden, also z.B. 80A > 75B > 70C.
Oft fällt erst bei einem engeren Unterbrustband auf, daß die ursprüngliche Körbchengröße gar nicht richtig ist.

Ich freue mich wie immer über Ergänzungen, Kommentare, Nachfragen oder Anregungen. :)

Weiterführende Texte:
Busenfreundinnen: Wie eng soll das Unterbrustband gewählt werden?
Busts4Justice: Bra fitting - why are companies still 'adding 4'?

Hey, ich bin george und schlecht darin, mich kurz zu fassen. Ich tummle mich mit multiplen Persönlichkeiten im Netz, einige kennen mich vielleicht unter meinem Terry Pratchett-Pseudonym. Zu meinen Hobbies gehört Nörgeln, Kaffeetrinken und Prokrastinieren. Mehr Persönliches gibt es im Jahresrückblick 2013 und auf meiner Vorstellungsseite. [x]

3 comments

Anonym
12. Juli 2013 um 20:57

wo gibibt es bhs, die etwas spitz sind, also nicht so eine rund platte brust machen???

13. Juli 2013 um 18:35

@Anonym

Was meinst du denn mit spitz? Ein extremes Beispiel wären hier Bullet or Cone Bras wie sie etwa 'What Katie Did' und 'Kiss Me Deadly' manchmal im Rahmen ihrer Kollektionen anbieten. Grundsätzlich präferieren Designer, die von vergangenen Dekaden (Stichwort Pin Up, Retro) inspiriert werden diesen Look.
Im Bereich mit größeren Größen finde ich, dass Freyas ungepaddete Bh etwas spitzer formen als zum Beispiel Cleo oder Ewa Michalak. Da ich eine sehr runde Form bevorzuge, kann ich dir da leider nicht wirklich weiter helfen.

Anonym
13. Juli 2013 um 20:44

schade, ich meinte so wie in den 70er jahren.

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