D&D-Tip: Persönliche BH-Beratung in Hannover

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Sonntag, 4. August 2013

Wo bekomme ich 110D? BHs für dicke Frauen.

In letzter Zeit wurde ich häufiger mit der Frage nach großen Unterbrustbändern konfrontiert, also sagen wir mal so ab ca. Bandweite 90 bis hoch auf 110, 120, verbunden mit einer generellen Klage darüber, daß man diese Größen nirgends bekäme.

Nun hatte ich natürlich theoretisch auf dem Schirm, daß das Angebot über 90 oftmals miserabel ist. Nicht umsonst kann man die drei großen Probleme des deutschen Dessous-Markts zusammenfassen mit: Es gibt keine kleinen Unterbrustbänder, keine großen Unterbrustbänder und keine großen Körbchen. Besonders schlecht zu bekommen sind – wie man sich vorstellen kann - die Kombinationen der ‘exotischen’ Unterbrustbänder mit den großen Körbchen. Also, theoretisch ist das klar, aber so konkret scheint die Gruppe der großen UBBs eher wenig ‘Lobbyistinnen’ zu haben und fällt immer etwas ‘hinten runter’. 

Zu einem ganz großen Teil liegt das, man kann es nicht anders sagen, am ‘Fat Shaming’: wer in die ‘normalen’ Größen nicht reinpaßt und ‘Übergrößen’ braucht (echt, wie ich das Wort hasse!), der ist doch irgendwie auch selber schuld. (Das ist selbstverständlich ironisch gemeint) Und das läßt man die betroffenen Frauen ggf. auch deutlich spüren.

Der Besuch eines Dessousgeschäfts ist daher häufig nicht nur vergeblich sondern auch frustrierend: Nicht nur orientieren sich die meisten klassischen Fachgeschäfte am Größen-Mainstream, auch bekannt als des Kaffeerösters Wilde 13, sie reagieren auch nicht selten mit – sagen wir mal euphemistisch – Unverständnis, wenn sie mit in ihren Augen außergewöhnlichen Wünschen bzw. ‘Nicht-Norm-Körpern’ konfrontiert werden. Kaum eine Kundin muß sich so oft anhören “Das geht eben nicht besser.” oder “Haben wir nicht.” oder noch schlimmer “Gibt es nicht.” Die Message ist ganz klar: du mußt dich ändern um in die BHs zu passen, nicht umgekehrt, der BH muß zum Körper passen.

Nun finde ich, sollte die allererste Regel des Bra Fitting sein, eine Frau erst mal so zu nehmen wie sie ist. Keiner Verkäuferin steht es zu, ein Urteil über einen Körper oder Lebensentwurf zu treffen. Darum geht es doch wirklich nicht! Im Gegenteil, die Aufgabenstellung ist, eine individuelle Lösung zu finden, sonst könnte die Frau doch gleich in ein Kaufhaus gehen oder online bestellen und nicht ein sogenanntes FACHgeschäft besuchen.

Und genau diese Konsequenz ziehen auch viele, vielleicht die meisten (dicken) Frauen aus ihren Erfahrungen mit dem Wäschebusiness: Wer ein Unterbrustband über 90 braucht, dem bleibt häufig wenig anderes übrig als im einschlägigen Versandhandel (z.B. Otto) bzw. bei den ‘Plus Size’-Shops im Internet zu bestellen, namentlich Ulla Popken, Sheego, Simply Be oder Evans.
Das ist auf subjektiver Ebene verständlich, ändert aber nichts an der Marginalisierung der “dicken Minderheit” auf dem Markt der “Normalgrößen” und führt in den meisten Fällen dazu, daß Frauen eine völlig falsche Größe tragen.
Dicke Frauen glauben genauso wie alle anderen auch, daß sie viel größere Unterbrustbänder und kleinere Körbchen brauchen als tatsächlich der Fall ist. Erst kürzlich habe ich eine Dame von 110B auf 95F gefittet, d.h. drei Unterbrustbandgrößen größer und zwei Körbchen größer. (100B entspricht 105C, 100D und 95DD – zumindest bei britischen Marken. Da kommt erst DD, dann E und dann F. Daher ist ein F zwei Cups größer. Vgl. auch Beitrag Die Sache mit den Kreuzgrößen…)  

Solche Vorher-Nachher-Verschiebungen sind übrigens ziemlich häufig, man könnte sogar sagen die Regel.

Woran liegt das? 

Zum einen an einem falschen Verständnis des Verhältnis zwischen Unterbrustumfang und Bandgröße – es wird immer noch behauptet, aus dem Wert den man per Maßband ermittelt wenn man den Brustkorbumfang unter der Brust mißt, könnte man direkt die passende Unterbrustbandgröße ermitteln. D.h. 110 cm gemessen heißt man braucht ein 110er Unterbrustband. Nun ist es aber so, daß sich ein BH-Band ganz ordentlich dehnt, so daß ein 110er für einen Umfang von 110cm auf jeden Fall zu weit ist. (Weitere Infos dazu gibt es im verlinkten Beitrag.)

Zum anderen kaufen viele Frauen ihre BHs nach subjektivem Brustgrößenempfinden: eine A ist klein, eine B schon so mittel, eine C eher groß und ab D wird es dann richtig groß. In der Welt des Bra Fitting ist dann u.U. eine F das neue B-Körbchen; einfach deswegen, weil man ein paar Unterbrustbandgrößen weniger wählt (vgl. die Sache mit den Kreuzgrößen) und die Brust doch etwas größer ist als gefühlt. Vier Körbchengrößen sind nämlich für die reale Vielfalt von Brüsten einfach nicht ausreichend und sogar das als riesig verschrieene DD ist eigentlich noch relativ klein.

So, was heißt das nun für die praktische Frage nach der richtigen BH-Größe?
Am besten geht man mal die üblichen Kritierien für einen passenden BH durch und schaut, wie gut die eigenen BHs sitzen:
- Das Unterbrustband sollte fest und stabil sitzen und nicht nach oben hoch rutschen. (Durch Rückenschokoladenröllchen ist eine Parallele zum Boden häufig nicht zu erreichen, aber ob es fest ist, merkt ihr ja auch so.)
- Wenn es sich um ein bügelloses Modell handelt, sollten die Seitenstäbchen hinter der Brust liegen – so wie ein Bügel auch, und das Unterbrustband sollte unter der Brust durchführen. D.h. wenn man oben am Träger zieht sollte unten keine Brust rausgucken!
- Die Träger sollten nicht rutschen aber auch nicht das ganze Brustgewicht tragen! Der Löwenanteil des Halts muß immer vom Unterbrustband kommen!
- Die Bügel sollten um die Brust herumlaufen und nicht auf der Brust aufliegen, das heißt: Auf ausreichend breite Bügel achten! Der Bügel muß außen/unter dem Arm hinter dem Brustgewebe liegen. Zu schmale Bügel werden von evtl. vorhandenem Seitenspeck zur Seite weggedrückt was zu dem häufigen Problem der pieksende Bügel führt.
- Der Bügel muß unter der Brust in der Brustfalte liegen und nicht weiter oben auf der Brust. (Siehe auch oben: Wenn man am Träger zieht und die Brust unten rausguckt, ist der BH nicht richtig angezogen und/oder im Cup zu klein.) Wenn der Bügel nicht unter der Brust in der Brustfalte ‘einrastet’ dann liegt weiterhin Haut auf Haut, was zu erhöhtem Schwitzen, Pickelchen und im schlimmsten Fall Entzündungen führen kann. Außerdem drücken die Bügel so häufig auf den Magen/Bauch, weil der BH nach vorne runterrutscht.
- Der Steg (BH-Mittelteil) sollte zwischen den Brüsten aufliegen und sie voneinander trennen.
Und ja, mit einem gut sitzenden BH lassen sich alle diese Punkte erreichen!
Wie aber kommt man nun an dieses Traumwäschestück?

Am besten und einfachsten wäre natürlich eine gute Beratung in einem Wäschefachgeschäft. (vgl. Kleiner Leitfaden für den Besuch im Fachgeschäft) Hier kann es Sinn machen, sich bei den Herstellern zu erkundigen, wo ihre Produkte angeboten werden. (Z.B. Elomi Store Locator oder Ulla Händlersuche; Elomi hat eine sehr gute Passform und liegt preislich etwa bei der Hälfte eines Ulla-BHs, weswegen ich die Marke wirklich wärmstens empfehlen kann. Panache hat kürzlich auch eine neue Untermarke speziell für große Unterbrustbänder auf den Markt gebracht – Sculptresse.)

Eine weitere Möglichkeit ist natürlich das gute alte Online-Shoppen. Dazu würde ich dringend eine Beratung bei den Busenfreundinnen ans Herz legen. Anhand von fünf Messwerten wird dort eine Ausgangsgröße ermittelt und die Suche nach dem passenden BH weiter mit Tips und Ratschlägen begleitet.

Bei den Busenfreundinnen gibt es auch Berichte zu diversen Läden und selbstständigen Bra Fitterinnen in Hannover, Magdeburg und Berlin, sowie die Option eines der regelmäßig stattfindenden Treffen zu besuchen und dort Direkthilfe zu bekommen.

Vielleicht als Abschluß zu meinem Rundumschlag (sorry, war vielleicht ein bißchen viel auf einmal) noch ganz kurz ein Wort zu der häufigen Frage nach BHs die die Brust vergrößern oder pushen. Oft ist schon ein richtig passender BH ein ordentlicher “Booster”. Wem das aber nicht reicht, könnte mal Halbschalen (Halfcups) von Evans ausprobieren.

So, das war’s erst mal von meiner Seite.
Wie immer freue ich mich über Kommentare, Anregungen, Tips und Fragen zum Thema…

Elomi Jocelyn, Herbst/Winterkollektion 2013

Samstag, 16. Juli 2011

Endlich Plus-Size Bademode: Elomi Swimwear Launch 2012

Ich habe eben bei Lingerie Buyer eine Ankündigung von Elomi Bademode für 2012 entdeckt und mich total gefreut. Die Freude muß ich direkt mit euch teilen! 

Elomi ist eine Plus-Size-Linie der Firma Eveden, zu der auch Freya, Fauve und Fantasie gehören.
Elomi kombiniert große Cups mit größeren Unterbrustbändern, produziert also schöne, komfortable und stabile BHs für kräftigere Frauen. Neben normalen Bügel-BHs bietet Elomi auch einen Sport-BH, zwei Basques (Corsagen) und einen Strapless Bra an, also Teile die überhalb des Unterbrustbandes 38/85 nicht zu finden sind.
Mit der Einführung von Bademode schließt Elomi endlich-endlich eine weitere große Lücke im Angebot.

Bisher wurden Frauen mit großen Brüsten im Plus-Size-Bereich kaum bis gar nicht berücksichtigt. Neben dem CurvyKate-Ableger Fulfilled, hat Evans derzeit noch ein paar ganz süße Teile bis Kleidergröße 60 und F/G-Cup im Angebot. (vgl. Beitrag Bademode in BH-Größen) Sonst wird das Angebot mit großen Cups überhalb des Unterbrustbandes UK-38/EU-85 aber schlagartig dünn. Ein paar Basic-Teile sind noch bis UBB UK-40/EU-90 erhältlich, aber darüber sieht es wirklich dunkel aus. So als würden/sollten Frauen mit ein paar mehr Pfunden auf den Rippen nicht baden gehen. Eine Frechheit!


Nun steht zu hoffen, daß sich das ab nächstem Jahr endlich ändert, wenn auch vermutlich nicht schlagartig.

Ganze vier Teile sind in der Vorschau bei Lingerie Buyer* zu bewundern:
Isis, ein schlichter Bikini in schwarz oder lila mit einem hochgeschnittenen Unterteil oder einem Röckchen zu kombinieren sowie zwei Tankinis, der eher körperbetonte Madeira und der kleidchenartige Yara. (Madeira soll es auch noch in einer ähnlichen Form geben. Außerdem beinhaltet die Reihe einen Kaftan in den Größen M bis 2XL)
Zum produzierten Größenbereich konnte ich leider noch noch nicht viel in Erfahrung bringen. Es heißt, die Sachen werden bis Größe UK 26 = EU 54 erhältlich sein. Sobald ich mehr weiß, liefere ich die Info nach...


Madeira by Elomi via LingerieInsight
Yara by Elomi via LingerieBuyer

Und, was meint ihr dazu?
Ungetrübte Freunde oder doch eher das Gefühl, 
daß die ganze Sache zu langsam voran geht?
Könnt ihr mit den Designs was anfangen?

_________________________________________________________________
*Kostenlose Registrierung erforderlich



EDIT | 11. September 2011:

Es gibt nun Informationen zum Größenspektrum.
Der Swim Bra aka Bikini-Oberteil wird in den folgenden BH-Größen angeboten:
36-40 E-HH, 42 DD-HH, 44 DD-H, 46 DD-G
(UBB-Übersetzung: 36=80, 40=90, 42=95, 44=100, 46=105)

Tankinis und Unterteile: Konfektionsgröße 16 - 26 (UK) / 44 - 54 (EU)


Wer sich jetzt - wie ich wundert - warum die Tankinis nur mit Konfektionsgrößen ausgezeichnet werden, dem sei gesagt: die sind so konzipiert, daß man sie über das Bikinioberteil ziehen kann/soll. Ich weiß jetzt nicht, ob ich laut SCHIEBUNG! schreien soll oder ob das tatsächlich eine geniale Sache ist. Fest steht jedenfalls, daß man damit drei Teile statt zwei kaufen muß. Und das ist doch schon eher suboptimal. Was meint ihr?

Dank omega6 gibt es hier noch mehr Infos:
Busenfreundinnen: Elomi Swimwear-Allgemein
Busenfreundinnen: Elomi Swimwear-Markenforum

Freitag, 6. Mai 2011

(K)eine Frage der Größe

Bildquelle: La Redoute via Big Beauty

Laut Pressemitteilung Nr. 194 vom 02.06.2010 des Statistischen Bundesamtes waren im Jahr 2009 rund 43% der in Deutschland lebenden Frauen übergewichtig, Tendenz steigend. Eigentlich sollte man denken, dass sich daraus ein gesteigertes Angebot aufgrund offenkundigen Bedürfnisses für Mode jenseits von Größe 44 ergibt. Eigentlich.

Mode für Mollige, Big is Beautiful, Trends für Starke Frauen, Fesch und Pfundig, Fashion für Frauen mit Format. Das sind die gängigen Schlagwörter, mit denen hierzulande Damenbekleidung in sogenannten Übergrößen beworben wird. Das klingt eher schön gewollt als gekonnt. Es klingt nicht nur so. Die bekannten Kleiderketten mit den zwei Buchstaben führen zwar bereits seit einiger Zeit eigene Linien in großen Größen und auch in vielen Kaufhäusern und Onlineshops scheint ein Trend zum verbreiterten Größenangebot angezeigt. Allerdings bedeutet das nicht, dass es für dicke Frauen deshalb einfach ist, sich modern und typgerecht zu kleiden. Häufig erinnern die Schnitte mehr an Campingausrüstung als an Bekleidung, Verhüllung statt Formvollendung ist die Devise. Stöbert man in den Geschäften, kann man modischen Chic oder eine akzeptable Auswahl an Basics lange suchen - wenn es so etwas gibt, ist es meistens schnell ausverkauft. Daraus könnte man schließen, dass es einen Markt gibt. Doch anstatt sich den wachsenden Bedürfnissen der deutschen Damen durch ein umfangreicheres Repertoire anzupassen, welches zumindest die Größen von 46 bis 50 standardmäßig umfasst, wird dicken Frauen eine Ecke zugeteilt. Viele Labels gehen noch nicht einmal so weit. Bei junger Mode wird das Angebot über Kleidergröße 42 schlagartig dünn.

Woher kommt dieses Missverhältnis und wieso geben sich so viele Frauen damit zufrieden?

Vor einigen Wochen drängte sich mir diese Frage auf, als ich meinen Kleiderschrank ausgemistet habe. Bisher hatte ich mir nicht zugetraut, dass mir Ausgefallenes stehen könnte und ich musste feststellen, dass ich vieles angehäuft hatte, was in einer Nummer größer sicher kleidsamer gewesen wäre. Meistens hatte ich es dann doch gekauft, weil ich froh war, in die größte erhältliche Größe irgendwie doch hineinzupassen. Aber irgendwie war das nicht so ganz das richtige. Ich machte mich also auf die Suche nach einem deutschsprachigen Blog über Plus Size Mode, weil ich mir Tipps erhoffte, was Frauen wie mir - mit mehr Bauch als Taille - stehen könnte und wo man das herbekommt. Vielleicht hatte ich in den Geschäften einfach nicht genau genug gesucht oder mich nicht getraut, weil ich einfach unsicher war, was zu mir passt. Wie soll man da auch drauf kommen, wenn einem selbst aus Übergrößenkatalogen Frauen mit Kleidergröße 40/42 entgegenlächeln, die dann Plus Size Models genannt werden? Häufig werden diese Damen dann auch noch "glattgebügelt", so dass man lediglich eine breitere Version der üblichen Models vor sich hat. Wenn Frauen zunehmen, wachsen sie nun einmal nicht gleichmäßig in Höhe und Breite, sondern jede hat ihre besonderen Körperteile, die durch mehr Gewicht stärker betont werden. Die Proportionen verschieben sich. Wie soll frau damit umgehen? Damit fühlte ich mich ziemlich alleingelassen. Die Suche nach deutschsprachigen Modeblogs verlief zunächst erfolglos. Dafür fand ich jedoch vor allem in Frankreich, Großbritannien und den USA aufschlußreiche Tipps von Frauen, die sich der Eigenschaften ihres Körpers bewusst sind und gelernt haben, damit umzugehen. Und was noch viel wichtiger ist: diese Frauen leben Mode, sie tragen sie nicht aus Überraschung, dass sie ihnen passt, sondern weil sie zeigen möchten, dass es kein Widerspruch ist Kleidergröße 52 zu tragen und schön und interessant auszusehen.

Genau das ist es aber, was uns hier gern vermittelt wird: Dicke Frauen haben auf der Bildfläche der Mode nichts zu suchen! Allenfalls sind sie eine kuriose Randerscheinung, wie beispielsweise Beth Ditto, die einfach nicht einsieht, wieso sie nicht zu ihrem Körper stehen sollte. Das gilt als ungewöhnlich, das gilt als gewagt.
Dicke Frauen sollen sich lieber in ihr XXL-Eckchen verziehen, Kleidung anprobieren, die nicht speziell für Kurven entworfen sondern schlicht augmentiert wurde, mit der sie dann verschämt zur Kasse ziehen, wo sie hoffen, dass die Kassiererin nicht aufs Größenschild guckt. Sie sollen froh sein, wenn sie etwas finden, was einigermaßen passt, einige "Pfunde wegmogelt" und "Problemzonen kaschiert". Dass eine Frau vom Figurtyp O, also mit großem Busen und Bauch und vergleichsweise schmalen Beinen und Schultern, mit Hosen in "figurschmeichelndem" Schnitt in "schlankmachendem" Schwarz nicht unbedingt die beste Kleiderwahl trifft, weiß niemand und es scheint auch niemanden zu interessieren. Wer dick ist, kann eh nichts mehr retten. Also wird kaschiert und modelliert, was das Zeug hält.

Was bleibt der modebewussten dicken Frau im deutschsprachigen Raum, die sich zumindest einen Hauch von high fashion nicht entgehen lassen möchte? Zunächst einmal sollte sie nicht die Augen davor verschließen, dass auch sie hübsch, adrett und kokett aussehen kann, und dass auch sie das Recht auf eine Mode hat, die zu ihr passt und das unterstreicht, was sie ausmacht, anstatt wegzumogeln, wo es nur geht.

Die französische Bloggerin und Deisgnerin Stéphanie Zwicky formuliert das sehr treffend: " Le style n'est pas une taille mais une attitude. " - Mode ist keine Frage der Größe, sondern der Haltung!