D&D-Tip: Persönliche BH-Beratung in Hannover

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Sonntag, 23. Februar 2014

FAQ: Wie vermesse ich meine Brust?

In der Regel werden zur Bestimmung einer BH-Größe  zwei Meßwerte gefordert: einmal soll unter der Brust gemessen werden, indem man das Maßband relativ straff zieht, und dann noch einmal  locker an der umfangreichsten Stelle über der Brust (im BH).

Theoretisch setzt sich also jede BH-Größe aus zwei Faktoren zusammen: der Unterbrustbandweite (also dem Brustkorbumfang) und der Körbchengröße (dem Volumen der Brust). Die Idee dabei ist, daß man die Bandweite direkt 1:1 vom Brustkorbumfang ablesen kann, d.h. 75cm Umfang = 75 UBB, und daß die Körbchengröße sich dann aus der Differenz zwischen (Über-)Brustumfang und Unterbrustumfang ergibt, z.B. 94cm – 75cm = D-Körbchen.

Das ist auch der Grund, weshalb eine Körbchengröße nur in Verbindung mit dem Unterbrustband aussagekräftig ist: eine 65D ist beispielsweise drei Größen kleiner als eine 80D (sowohl im Cup als auch im Unterbrustband!).

Auf dieser Form der “Berechnung” aus zwei Werten basieren die meisten Tabellen und Größenrechner, die man im Netz so findet. Wenn es so einfach wäre, wäre ja alles prima, aber: [Spoiler] so einfach isses halt nicht.

Wenn man genauer hinsieht, dann wird es schon theoretisch schwierig, wenn die Zahlen nicht so glatt sind – welche BH-Größe wäre nun bei 73/95 die richtige? Und welche bei 77/93? Und praktisch blamiert sich diese “Berechnung” meistens völlig. So müßte ich z.B. soetwas wie eine britische 36 (80) FF tragen oder eine europäische 85G. Tatsächlich brauche ich aber eine 32 (70)J!

Im folgenden versuche ich mich an einer Erklärung, warum das so nicht funktioniert. Wem das jetzt zuviel theoretisches Rumgelaber wird >> hier geht's zum Fazit

skizze2



Die Problematik mit dem Messen 'an sich'

Problematik No 0:
Ganz unabhängig vom Messen gibt es kein für alle BHs einheitliches Größensystem, auch wenn Maßtabellen etwas anderes suggerieren. Am konsistentesten hat sich bisher das von den meisten britischen Marken verwendete System erwiesen, d.h. hier fallen BHs verschiedener Marken tatsächlich einigermaßen gleich aus, so daß sie zum Bra Fitting deutlich besser taugen als die sog. "europäischen Marken". Das schon mal vorneweg.

Problematik No 1 ist das Unterbrustband:
Hier stellt sich ziemlich schnell heraus, daß ein 75er Band für einen 75er Brustkorbumfang in der überwältigenden Mehrzahl aller Fälle a) bereits im Ruhezustand zu weit und b) auch noch zusätzlich elastisch ist. Die unterstellte Gleichsetzung von Meßwert und Bandweite funktioniert schon mal nicht.

Problematik No 2 ist der Brustumfang:
Eigentlich liegt es schon auf der Hand, daß aus einem Umfang ein Volumen bestimmen zu wollen irgendwie schwierig sein muß. Ein Mensch ist ja keine geometrische Figur. Nyad hat dazu in der Anfangsphase von drüber & drunter mal einen Beitrag verfaßt, der ganz gut illustriert, wo die Probleme liegen: Warum zwei Maße nicht ausreichen

Man sieht daran schon, daß die Meßergebnisse unterschiedlich zu gewichten sind: die Volumenbestimmung ist deutlich problematischer als das Ermessen des Unterbrustbandes – das eine ist ein theoretisches Problem, das andere eher ein praktisches; d.h. während die Korrelation zwischen Brustumfang und benötigtem Körbchenvolumen und dann noch sehr stark unterschiedlich ausfallenden Cups als Laie schlecht herzustellen ist, kann man bei der Bandwahl relativ leicht mit einbeziehen, daß BHs weiter ausfallen. Dazu muß man keine größeren theoretischen Überlegungen anstellen. Ein Band dehnt sich in der Regel um die 10, 15 Zentimeter, d.h. wenn man herkömmlich 75cm Unterbrustumfang mißt, kann man je nach Brustgröße auf jeden Fall ein 70er oder ein 65er Unterbrustband probieren. (Achtung: das bezieht sich jetzt nicht auf eine Meßung nach BF-Standard aka “so eng wie möglich”)

Zum Vermessenwerden im Fachgeschäft
- ein Qualitätsmerkmal für die Beratung?

Gegen das Ausmessen des Unterbrustumfangs kann man erst mal nicht viel sagen, sofern der Meßwert nicht 1:1 übertragen wird. Allerdings sprechen da auch meine eigenen Erfahrungen gegen die Verwendung eines Maßbandes: Als Brafitterin habe ich das mit dem Unterbrustumfang vermessen ein paarmal versucht, allerdings fand ich es für alle Beteiligten eher unangenehm - man  muß an die Person, die man vermißt, sehr nah herangehen und um sie herumgreifen, wobei sie entweder nur einen BH anhat oder gar keinen. Das empfand ich sehr stark als Eindringen in persönlichen Raum. Gleichzeitig muß man auch darauf achten, daß das Maßband dort entlang läuft wo es soll, plus, man kann gar nicht so dolle anziehen, weil man ja einer völlig fremden Person keine Schmerzen zufügen will. Ergo muß man vom eher locker gemessenen Ergebnis dann noch einige Zentimeter abziehen; zu einem solchen Ergebnis kommt man in der Regel auch über Augenmaß.

Wenn dagegen “live” (also in einem Geschäft) versucht wird, die Körbchengröße mit einem Maßband zu bestimmen, deutet das nicht unbedingt auf besonderes Know How hin. (Euphemismus) Gerade bei kleinen oder großen  Brüsten ist das Volumen oft nicht ‘ermeßbar’.

Als Frau ohne (theoretischen) Brafitting-Hintergrund ist das natürlich erst mal nicht bekannt. Ganz im Gegenteil gilt das Vermessenwerden quasi als “Non Plus Ultra” des BH-Anpassens und deswegen wird man als Live-Fitterin auch ganz oft von Frauen gefragt, ob man sie vermessen könne – den Zahlen wird dabei eine geradezu magische Qualität zugesprochen, was angesichts des undurchschaubaren, ja willkürlichen Wirrwarrs von Größen auch irgendwie verständlich ist. Das Dumme ist nur, daß sich zwischen Werten und Größe kein zwingender Zusammenhang herstellen läßt; die Wahrscheinlichkeit daß die Größe eines passenden BHs einen besseren Anhaltspunkt gibt, ist deutlich höher als daß man aus Meßwerten die richtige Größe eskamotiert, ableitet.

Es ist selbstverständlich nicht völlig unmöglich – die Frage ist nur, warum man in einem BH-Geschäft das Pferd so dermaßen von hinten aufzäumen sollte: wenn es ein einigermaßen ordentliches Sortiment gibt, kann man die richtige Größe doch viel leichter durch Ausprobieren finden. Es ist ja so, daß man beim Bra Fitting mit Konfektionsgrößen arbeitet und nicht - wie die deutsche Übersetzung BH-Anpassung suggeriert - maßanfertigt. (Ich denke, daher kommt die Idee bzw. das Mißverständnis mit dem Vermessen hauptsächlich).

Interpretation der Meßwerte und Online-Beratung

Hat man kein Fachgeschäft vor Ort und ist auf eine Beratung und eine Bestellung im Internet angewiesen, sieht die Sache natürlich gleich ganz anders aus. Die Brafitterinnen bei den Busenfreundinnen haben deswegen über die Jahre ein System ausgeklügelt, das Erfahrungen unterschiedlicher Größenbereiche mitberücksichtigt und daher ganz passable Ausgangsgrößen ergibt. 

Diese Ausgangsgröße ist dabei allerdings auch nur eine Schätzung, die sich meist aufs britische Größensystem bezieht (das einzige einigermaßen einheitliche, das uns bekannt ist, siehe Bemerkung oben und vgl. auch Lost in Translation) – ein Startpunkt von dem aus man sich zur richtigen Passform (optimale Kombination aus Größe und BH-Schnitt) vortasten kann.

Also auch bei den Busenfreundinnen wird nicht mit der Kristallkugel die einzig wahre Größe prophezeit sondern nur das gemacht, was eine Offline-Brafitterin auch tut: eine mehr oder weniger akurate Einschätzung abgeben, von der aus man dann per Trial & Error die eigentliche Suche beginnt.

Vielleicht ist es einleuchtender, mal wieder einen Schuhvergleich zu ziehen (ich liebe Schuhvergleiche!): man könnte alle Füße nach spezifischen Eigenschaften aufschlüsseln, bevor man sich ans Schuhe kaufen macht (und wer sog. “Problemfüße” hat, der*die muß das in der Regel auch tun): wie lang sind die Füße im Verhältnis zur Breite, wie hoch ist der Spann, wie dick die Fessel, wie sind die Zehen angeordnet etc. pp. Statt dessen geht man normalerweise in einen Laden (oder ist mutig und bestellt im Netz) und probiert. Mehr oder weniger unermüdlich in den üblichen Schuhgrößen (bspw. zwischen 40.5 und 39.5) bis man etwas gefunden hat, das paßt. Mit guter Beratung geht es evtl. schneller, aber ums Probieren kommt man nicht herum.

Dazu sagen müßte man vielleich auch noch, daß zur theoretischen Problematik der Interpretation der Werte auch noch ganz banal dazu kommt, daß es keine objektiven Standards für Meßwerte gibt. Als ich relativ frisch bei den Busenfreundinnen gelandet war, hab ich mich natürlich auch vermessen - und dann ein paar Wochen später Aqua (die Gründerin und Administratorin) persönlich getroffen und die hat meine Werte, vor allem die Unterbrustwerte, noch mal ganz ordentlich korrigiert. > D.h. Meßtechniken sind auch erst mal sehr individuell. Gerade wenn man selber mißt, ist es schwierig auf alles gleichzeitig zu achten: leere Lungen, volle Lungen, daß das Maßband gerade verläuft, an welcher Stelle man es ansetzt etc. 

Also, lange Rede, kurzer Sinn: Fazit

★ Wenn man die Möglichkeit hat, sich durch mehrere Größen durchzuprobieren ist das dem Messen immer und unbedingt vorzuziehen!

★ Wenn man bereits einen halbwegs passenden BH hat, ist es sinniger, sich durch eine Checkliste zu hangeln, um festzustellen wo die Probleme liegen (z.B. hier auf dem Blog: Woran erkenne ich ob ein BH paßt?  oder bei Lace.de)

★ Leider sind viele Marken scheinbar nicht in der Lage, Größen zu produzieren die mit denen anderer Marken vergleichbar sind. D.h. es kann gut sein, daß man je nach Marke völlig unterschiedliche Größen braucht.

★ Wenn man zur Inspiration, zum Vergleich oder aus Neugier eine Einschätzung haben möchte, die auf Meßwerten beruht kann man sich nach der Anleitung der Busenfreundinnen vermessen und
1. die bereits erfolgten Beratungen durchsuchen (Hier wird erklärt wie das geht: Alternative zur Erstellung eines Erstberatungsthreads)
2. einen Erstberatungsthread erstellen (Bitte nicht einfach aus Spaß, sondern nur wenn man’s ernst meint)
oder 3. die Daten in die SizeEmApp einfüttern. (Ein recht fortgeschrittener BH-Größenrechner von Ana und Vee, zwei BraFitting-Geeks aus Kroatien, wenn ich das richtig verstanden habe. Ach ja... die internationale "Boobosphere" ist schon toll.)

So, ich hoffe, mein Geschreibsel war einigermaßen überschaubar und mein Punkt ist einigermaßen rübergekommen: Don't trust the Tape Measure!

Bra Fitting ist trotzdem kein Buch mit sieben Siegeln. Man kann es auch einfach umdrehen und feststellen, daß es viel einfacher ist, sich mit einem Passformleitfaden durchzuprobieren.


Wie steht ihr zum Messen? Seid ihr skeptisch oder eher Anhängerinnen der Zahlen? 

Freitag, 16. September 2011

"Busen-freundliche" Kleidung: Pepperberry in Deutschland?

Die Suchanfrage "Pepperberry Deutschland" ist zwar nicht die skurrilste, aber dafür eine häufige, zumindest scheint es so, wenn ich in die Seitenstatistiken gucke. Daher eine kurze Antwort darauf: 
Nein, Pepperberry bekommt man (leider) nicht in Deutschland, weil es sich dabei um eine Kleidungslinie von Bravissimo handelt.

Für alle, die gerade erst eingeschaltet haben:
Bravissimo ist eine britische Ladenkette bzw. ein Onlineshop, der sich auf BHs für größere Brüste (ab D-Cup) spezialisiert hat. Neben diversen BH-Eigenkreationen bietet Bravissimo auch Kleidungsstücke für kurvigere Frauen an, die die Brustgröße gesondert berücksichtigen. Seit Frühjahr 2011 gibt es eine eigenständige Kleidungslinie unter dem Namen Pepperberry. Die Online-Shops von Bravissimo und Pepperberry sind praktischerweise verbunden, d.h. man kann BHs und Kleidung zusammen bestellen.

Mir ist weder bekannt, daß Bravissimo plant, die Kleidung an andere Anbieter weiterzuverkaufen noch nach Europa zu expandieren und in Deutschland Filialen zu eröffnen. Schön wär's, oder? Na, wir können ja abwarten und hoffen.

Bis dahin bleiben also nur folgende Möglichkeiten:
- Urlaub in Großbritannien machen und einen der Shops aufsuchen. (Aktuelle Liste vgl. unten)

- Online bei Pepperberry bestellen. (Achtung: dazu braucht man eine Kreditkarte!)

- Auf Ebay UK stöbern.
- Auf alternative Hersteller kurviger Kleidung zurückgreifen: Die polnische Marke BiuBiu ist beispielsweise auch bei OnlyHer und Maximila.de erhältlich, die beide PayPal und Vorkasse/Überweisung als Zahlungsoptionen anbieten.
Interessiert euch wie Pepperberry-Kleidung am "lebenden Objekt" aussieht?
Schaut euch doch mal meine Blog-Roll an - einige Bloggerinnen (vor allem Georgina von Fuller Figure, Fuller Bust) stellen dort auch ihre Kleidereinkäufe vor.


Aktuelle Liste von Verkaufsstellen (aka Bravissimo-Shops die auch Kleidung führen) in Großbritannien - zur besseren Planung des nächsten Urlaubs ;-):
Cryptocarya obovata - auch bekannt als
White Walnut oder Pepperberry

Donnerstag, 18. August 2011

Was ist eigentlich Brafitting?

Je weiter man in einem Thema drinsteckt, desto mehr beginnt man, die grundlegenden Fragen aus den Augen zu verlieren. Eine Suchanfrage zu "Was ist ein gefitteter BH?" brachte mich kürzlich auf die Idee, mal eine kleine Basis-Einführung zu verfassen.

Der englische Ausdruck bra fitting  läßt sich am ehesten mit "BH anpassen" übersetzen. Konkreter geht es dabei um die Beratung und Hilfestellung zu Größe und Schnitt bei der Suche nach einem passenden BH. Da die Übersetzung dazu verleiten kann, BH anpassen als "auf den Leib schneidern" mißzuverstehen hat sich der englische Ausdruck als Fachbegriff eingebürgert. Ein "gefitteter BH" ist also ein nach den Regeln der Kunst (bzw. des Brafitting ;-)) angepaßter BH.
 "Jemanden fitten" heißt analog, BH-Schnitt und Größe möglichst optimal auf die individuellen Bedürfnisse der zu fittenden Frau abzustimmen.

Worin unterscheidet sich nun Brafitting von einer
üblichen Beratung in einem Fachgeschäft?

Eigentlich geht es hauptsächlich um die Qualität der Beratung. 
Eine professionelle Brafitterin sollte gut über das verfügbare Größenspektrum informiert sein - also z.B. wissen, daß es kleinere Unterbrustbänder als 70 und größere Cups als G oder H gibt. Unabhängig von Brustgröße und Unterbrustumfang sollte sie in der Lage sein, eine passende Größe zu ermitteln. Gleichzeitig sollte sie einschätzen können, ob der Schnitt eines BHs zur Brustform paßt. Die richtige Größe zu finden ist nämlich nur die eine Sache: ein BH kann nämlich auch ganz furchtbar schlecht sitzen, wenn er eigentlich die richtige Größe hat. (Stichwort Inkompatibilität)

Einer der wichtigsten Aspekte des Brafitting ist das ausreichend enge Unterbrustband. Normalerweise wird ja davon ausgegangen, daß das Unterbrustband entsprechend dem Unterbrustumfang gewählt wird - mißt man 75 nimmt man ein 75er Band, mißt man 80 wählt man die Größe 80 usw. Allerdings lassen sich die Bänder der BHs meist ohne große Anstrengung weit über diese nominelle Weite ausdehnen, so daß sie nicht genug Halt bieten; Resultat ist daß das Brustgewicht nicht vom Unterbrustband gehalten wird sondern an den Trägern hängt. Fittingpunkt 1 ist also, die Unterbrustbandgröße nach unten zu korrigieren, bis es ausreichend Stabilität gibt.

In Kombination mit den zu weiten Unterbrustbändern tragen viele Frauen zu kleine Körbchen. Als nächster Schritt wird also ein Körbchen gewählt, das das Brustvolumen komplett fassen kann. D.h. der BH-Bügel umschließt das Brustgewebe von allen Seiten - der Steg liegt an, die Bügel sitzen in der Falte unter der Brust und liegen seitlich hinter dem Brustende, usw. 
Mehr Infos dazu wie der BH optimalerweise sitzen sollte, findet ihr im unten verlinkten Passform-Check.

Um zu sehen, ob ein BH paßt, ist es übrigens immens wichtig, ihn richtig anzuziehen. Das Anziehritual ist daher essentieller Bestandteil des Brafittings. 

Last but not least gehört zum Brafitting aber auch der Punkt Körperakzeptanz: Die Idee, daß Frauen unabhängig von ihrer Figur passende Kleidungsstücke finden können sollten und sich dadurch ihr Körpergefühl verbessern läßt, ist ein zentraler Aspekt der ganzen Sache. 
Aqua hat dazu einen sehr langen und großartigen Text verfaßt: Was ist für mich Bra-Fitting?

Abschließend sollte man der Vollständigkeit halber vielleicht noch hinzufügen, daß es sich beim Online-Brafitting anhand von Messwerten um eine sehr provisorische Angelegenheit handelt. Es geht dabei darum,
Ausgangsgrößen (!) zu ermitteln, weil man ja schlecht einen ganzen Wäscheladen übers Internet bestellen kann, sondern eine Vorauswahl treffen muß. Welche Größen schlußendlich passen muß man immer-immer-immer über Ausprobieren herausfinden. Entsprechend ist auch ein ungefähr passender BH schon viel aussagekräftiger als ein paar Messwerte und der Besuch in einem gut sortierten Wäschegeschäft einer Onlinebestellung unbedingt vorzuziehen!

Weiterführende Beiträge zum Thema findest du auf der Überblicks-Seite:
Bra-Fitting-Basics / BHlogie


Viele weitere nützliche Informationen findet ihr in der Einführung in die BHlogie bei den Busenfreundinnen

Glühbirne by KMJ

Donnerstag, 7. Juli 2011

Muß der BH-Mittelteil (Steg) 100%ig anliegen?

Kürzlich tauchte die Frage  
Muß der BH-Mittelteil (Steg) 100%ig anliegen? 
in den Statistiken unter den Suchbegriffen auf, mit denen Personen hier auf dem Blog gelandet sind. Weil es sich dabei auch um eine wichtige Brafittingfrage handelt, widme ich ihr heute mal einen Beitrag in der Rubrik Fragen & Antworten.  

Für mich war die Erkenntnis, daß ein BH-Steg auch bei meinen (großen) Brüsten fest auf dem Brustkorb anliegen kann, eins der großen AHA!-Momente und ich habe ähnliches auch schon bei Verkäuferinnen erlebt, die zuerst mit *dem* Totschlag-Argument schlechthin kamen: "Das gehört so." 
Ab einer gewissen Brustgröße gilt es scheinbar als völlig normal, daß der BH-Mittelteil frei vor den Brüsten herumschwebt und zwischen Brustkorb und Steg eine Lücke von mehreren Zentimentern ist. Der Grund ist natürlich recht simpel: Die Körbchen sind einfach nicht tief genug, als daß die ganze Brust darin Platz hätte.
Das muß nicht zwangsläufig mit der Größe zu tun haben - es kann auch sein, daß der BH für die Brustform einfach ungeeignet ist. 

Um die Ursache festzustellen ist es wichtig, die Bügelbreite zu prüfen:
  • Umschließt der Bügel die Brust perfekt, ist das Körbchen zu flach.
  • Ist der Bügel viel zu schmal, ist die Körbchengröße zu klein gewählt.
  • Ist der Bügel viel zu breit, ist es möglich, daß die tiefste Stelle im Cup zu weit außen liegt (evtl. den BH einfach mal mit Verlängerer probieren und sehen, ob sich die Passform dadurch verbessert) oder daß die Körbchen zu flach sind.
Hier als Beispiel ein deutlich zu kleines Körbchen:
Bildquelle: Victorias Secret - Bombshell Bra
Warum ist es überhaupt wichtig, daß der BH-Steg anliegt?
Ein guter BH ist so konstruiert, daß sich das Brustgewicht über das Unterbrustband um den Körper verteilt und möglichst wenig Gewicht an den BH-Trägern hängt. Damit das optimal funktioniert, sollten die Brüste die Körbchen gut ausfüllen; d.h. die Bügel müssen die ganze Brust (von allen Seiten!) umschließen und durch ihr Volumen den Körbchenstoff angespannt wird. Dadurch kommt ein signifikanter Teil des Halts eines BHs zustande. 
Die Brüste werden aber nicht nur gehalten, sondern auch von umliegender Haut getrennt, so daß man weniger schwitzt, Haut nicht auf Haut reibt, sich keine Entzündungen in der Brustfalte bilden können etc.
Auf dem Brustgewebe aufliegende, drückende Bügel wiederum können ein Gesundheitsrisiko darstellen und beispielsweise die Bildung von Knoten und Verhärtungen begünstigen oder im Falle einer stillenden Mutter zu Milchstaus führen.

Ob der Steg anliegt ist letztlich eine Frage des richtigen Schnitts und der richtigen Größe, also bitte laßt euch nicht weismachen, daß das so gehört.

Nun aber doch noch ein paar Worte zu den 100%. 
Zugegeben, nicht jeder Steg liegt hundertprozentig an - es gibt ja immer anatomische Faktoren die mit zu berücksichtigen sind. Oft passen Stege aufgrund ihrer Breite nicht zwischen sehr eng zusammenstehende Brüste - die Bügel klappen sich dann übereinander und liegen auch nicht mehr bombenfest auf dem Brustkorb.
Ein anderer Faktor sind die individuelle Formung der Rippenbögen und die Stelle an der die Brüste angewachsen sind; dadurch kann es sein, daß der Steg oben anliegt, man aber unten noch einen Finger zwischen Band und Brust stecken kann.
Das alles ist von Frau zu Frau unterschiedlich und läßt sich erst feststellen, wenn man einen BH in einer gut passenden Größe gefunden hat.





Montag, 27. Juni 2011

Price matters: Günstige BHs in großen Größen

Und gleich noch ein Thema für die Rubrik Fragen & Antworten.  
Teil 2: BHs in großen Größen für wenig Geld...

Große Größen kann einmal heißen BHs mit großen Körbchen, im deutschsprachigen Raum also alles ab E-Cup. Oder es meint BHs mit Unterbrustbändern jenseits der UBB-Weite 90. Oder es kombiniert beide Faktoren.

Generell läßt sich feststellen, daß die Konstruktion größerer Cups aufwendiger und komplizierter ist als die der üblichen Standardgrößen. Gleichzeitig werden weniger davon verkauft. Die Wahrscheinlichkeit, einen sehr günstigen und gleichzeitig qualitativ hochwertigen BH zu finden, ist also eher unwahrscheinlich. Das muß nicht zwangsläufig heißen, daß es keine Alternative zu Preisen von 50 bis 150€ gibt, die man hier im Fachhandel z.T. hinblättert. Erwartungen, daß ein komplexes Kleidungsstück für 10€ zu haben ist, sind aber auch unrealistisch. Ein BH ist eben zum Unterhemd was ein Turnschuh im Vergleich zum Flipflop ist: technisch überlegen. ;)

Als Budget sollte man für einen BH dann doch etwa 20 bis 50€ einplanen. Im Verhältnis zu 5€ ist das natürlich viel, im Verhältnis zu 100€ aber sehr wenig.

Bildquelle: Wikimedia


Der nächste Schritt wäre zu prüfen, ob man nach der "Budget-Anpassung" überhaupt noch in einen "problematischen" Bereich fällt. E, F und G-Cups sind in Kombination mit den Unterbrustbändern 75, 80 und 85 mittlerweile auch im deutschen Versandhandel einfach und günstig zu bekommen. 
Mögliche Quellen wären hier Bonprix, Change oder Hunkemöller.
Ähnliches gilt für B-E-Cups auf den größeren Unterbrustbändern. Mögliche Quellen: Bonprix, Simply Be, Sheego...

Sollte man mit Auswahl und Qualität der angebotenen BHs nicht zufrieden sein oder einfach am Angebot gemessen exotische Größe, etwa ein Unterbrustband unter 75 oder ein Cup jenseits von G benötigen, ist es eine gute Idee, nach britischen Marken Ausschau zu Halten, die sich auf große Cups und/oder große Unterbrustbänder spezialisiert haben. 
Am günstigsten sind diese in britischen Online-Shops erhältlich. Dort kostet ein BH regulär zwischen 20 und 35 Pfund zzgl. etwa 5 Pfund Versandkosten. Im Ausverkauf sind BHs dann schon für 15-20 Pfund zu haben. 
(Aktuell liegt das Pfund bei ca. 1.13€, 20£ entsprechen also etwa 22.50€, 30£ = knapp 34€, 35£ = fast 40€)

Die großen Anlaufstellen wären hier Bravissimo, Figleaves, das Online-Outlet Brastop, Ebay UK und der Plus-Size-Anbieter AmpleBosom. Daneben gibt es noch viele weitere Shops mit einem kleinen aber feinen Angebot z.B. BrasGalore, Curvylicious oder Belle Lingerie und auch große Versandhäuser oder Kaufhausketten wie Asos, Evans oder Debenhams.

Das Angebot in Großbritannien hat sich in den letzten 10 Jahren signifikant verbessert. Cups zwischen DD und G anzubieten gehört für eine Highstreet-Kette schon zum guten Ton und auch die Situation jenseits der magischen G-Cup-Grenze verbessert sich laufend.

Detaillierte Infos zu den einzelnen Shops, zum im Ausland bestellen, zu Größen, Marken und Modellen und der richtigen Passform findet ihr im Busenfreundinnen-Forum.

An alle, die den Blog mitlesen und schon alte Häsinnen im Thema Brafitting sind: 
Ich hoffe, solche allgemeinen Einführungs-Beiträge langweilen euch nicht allzusehr?!
Die Idee der Reihe Fragen & Antworten ist, über gängige Schlagworte und Suchanfragen Frauen auf diesen Blog aufmerksam zu machen, die sich mit dem Thema noch nicht beschäftigt haben. 
Falls übrigens eine von euch Lust haben sollte, einen Beitrag zu einer Frequently Asked Question zu verfassen, Gastbloggerinnen sind immer höchst willkommen. :)

Sonntag, 26. Juni 2011

Was ist die kleinste BH-Größe?

Fragen & Antworten die erste:  Was ist die kleinste BH-Größe?

Auf die Frage bin ich schon häufiger gestoßen und meistens handelt es sich hier nicht einfach um eine reine Wissensfrage, sondern es geht implizit darum, daß die Fragestellerin kleine Brüste hat und das Gefühl, daß selbst die kleinsten Größen, die sie finden kann, immer noch zu groß sind.
Die Antworten sind leider meist katastrophal - nicht nur in Ratgebercommunities sondern auch im realen Leben. Oft ist es sogar so, daß diese Frauen, wenn sie im Laden nachfragen, in die Kinderabteilung geschickt werden oder es wird ihnen sogar gesagt, sie bräuchten doch gar keinen BH. 
Ja, ernsthaft! Unfaßbar, oder?
Ich empfehle dazu auch den Beitrag meiner Mit-Brabarella lulamae zum Thema "Jemand wie du braucht doch gar keinen BH" und denoctes Post "Versuchen Sie's mal in der Kinderabteilung" auf Kurvendiskussionen 

Also, nähern wir uns der Frage mal eher unter dem Gesichtspunkt, wie man mit kleinen Brüsten (und möglicherweise kleinem Unterbrustumfang) einen passenden BH finden kann.

Dazu gehört an erster Stelle ein bißchen Grundwissen über BH-Größen:
Der Buchstabe vor dem Körbchen beschreibt die Differenz zwischen Brustumfang und Unterbrustumfang. Ergibt also Brustumfang minus Unterbrustumfang 12-14cm, dann sollte rein rechnerisch gesehen ein A-Körbchen passen. 75A heißt also, bei einem nominellen Unterbrustumfang von 75 einen Brustumfang von ca. 88cm zu haben. Diese beiden Werte zusammen beschreiben das Volumen des Körbchens; ein Messwert alleine macht also keinen Sinn. 
Jenseits von A gibt es noch die kleineren Cups AA und AAA. Diese werden in diversen Onlineshops auch mit kleinen Unterbrustbändern angeboten, also bspw. in der Größe 60/28AA. 
Allerdings zeigt die Erfahrung, daß sich erstens, kleine Brüste nicht besonders gut mit den herkömmlichen Methoden ermessen lassen und zweitens, die ganz kleinen Cups bei ausreichend engem Unterbrustband seltenst benötigt werden.

Vom Volumen her ist es so, daß nicht A gleich A-Körbchen ist, sondern ein 75A größer ist als ein 70A und kleiner als ein 80A. Oder anders ausgedrückt: ein 80A-BH hat ungefähr das gleiche Körbchenvolumen wie ein 75B oder ein 70C-BH. Wenn man nun z.B. feststellt, daß 80A im Körbchen zu groß erscheint, kann man es einfach mal mit einem 75A versuchen.
Und bitte keine Angst vor dem Unterbrustband haben - es dehnt sich meist mehr als man sich so vorstellt.

Zur Wahl des Unterbrustbandes:
Einer der gängigsten Fehler bei der Suche nach der richtigen Größe ist, ein zu weites Unterbrustband zu wählen. Das Problem besteht quer durch alle Größenbereiche. Es hält sich nämlich hartnäckig das Gerücht, daß ein 75er Unterbrustband schon für sehr-sehr schmale Frauen gedacht ist. Allerdings ist es ja so, daß ein 75er BH ja häufig schon fast 75cm lang ist und sich - durch einen hohen Elastan-Anteil - noch weiter dehnt. Der BH ist also für jemanden mit einem Unterbrustumfang von 75cm schon mal nicht geeignet, weil es nicht fest sitzt. 
Klar, bei kleinen Brüsten muß das Band kein großes Gewicht halten, aber ein zu weiter BH rutscht und scheuert, die Bügel bewegen sich bei jeder Bewegung und es ist völlig unbequem. Außerdem kann es so aussehen, als wäre der BH im Körbchen viel zu groß, obwohl er eigentlich zu klein ist. (Dazu weiter unten mehr)
Viele Frauen haben aber gar keinen Unterbrustumfang von 75cm. Bei ordentlich gestrafftem Maßband und leeren Lungen, liegt der Unterbrustumfang vielleicht nur noch bei 70 oder 65cm. Das heißt sie bräuchten mindestens (!) ein 70er oder ein 65er Band. Tendenziell sogar noch ein engeres, weil der BH sich ja dehnt. 

Die kleinste Unterbrustbandgröße, die derzeit regulär produziert wird, ist die Weite 60 (britisch: 28). Auf dem britischen Markt ist diese relativ problemlos erhältlich; in Deutschland wird man aber häufig schief angesehen, wenn man danach fragt. Erhältlich sind 60er Unterbrustbänder jedoch z.B. in den Filialen und im Online-Shop der Wäschekette Change.

Die richtige Cup-Größe:
Wie bereits oben angedeutet, kann ein zu kleines Cup durch ein zu weites Unterbrustband schnell zu groß wirken. Das hat damit zu tun, daß das Unterbrustband so locker aufliegt, daß es gar nicht auffällt, wenn die Bügel nicht die ganze Brust umschließen. Zu schmale Bügel sind ein Problem, das bei kleinen Brüsten sehr häufig auftritt - die Bügel liegen auf der Brust und nicht wie sie sollten dahinter, die Brust kann also gar nicht wirklich ins Cup hinein, so daß das Körbchen Falten wirft und zu groß wirkt. Bei den Busenfreundinnen wird das als Orange-im-Glas-Effekt beschrieben. 
Es ist also ausgesprochen wichtig, darauf zu achten, daß die Bügel das ganze Brustgewebe umfassen. Die Bügelbreite ist - zusammen mit dem ausreichend engen Unterbrustband - der ausschlaggebende Punkt um die richtige Cupgröße zu bestimmen. Dadurch ergeben sich plötzlich recht exotisch klingende Größen. Frauen, denen 70A zu groß erschien, passen beispielsweise 65C oder 60D ganz hervorragend - und das obwohl doch D als Synonym für große Brüste gilt. ;)

Allerdings ist es leider noch ein bißchen komplizierter. Bisweilen ist die Bügelbreite nämlich perfekt, das Cup ist aber zu tief und wird von der Brust nicht richtig ausgefüllt.
Damit kommen wir zum nächsten Punkt:

Der passende Schnitt:
Nicht jeder BH-Schnitt ist für jede Brustform ideal. Kleine Brüste sind oft auf einer vergleichsweise großen Fläche angewachsen (breite Brustbasis), dafür aber nicht sehr tief und ihr Volumen befindet sich eher seitlich als mittig. Das hat zur Folge, daß viele Plunge-Schnitte, die gerade in kleinen Größen angepriesen werden, katastrophal sitzen und überall Luft ist, wo keine sein sollte. (In der Mitte am Steg, oben im Cup etc. pp.)

Mehr Informationen, Tips und Ratschläge zu passenden Modellen findet ihr im BraWiki des Busenfreundinnen-Forums, genauer in Elfes großartiger Einführung Gedanken zur kleinen Brust und in vielen weiteren Diskussionsbeiträgen und Info-Threads.
Vgl. auch Busenfreundinnen - FAQ zur BHlogie - Was ist die kleinste BH-Größe?
 
Das war jetzt wirklich nur eine kurze Einführung zum Thema, die einen schnellen Überblick verschaffen soll.  Ich hoffe es hilft der einen oder anderen von euch weiter. :)


Fragen und Antworten...

Vielleicht habt ihr auch schon mal nach BH-Größen o.ä. gegoogled und seid auf einer der einschlägigen Ratgeberseiten gelandet. Was man dann dort als Antworten zu lesen bekommt, läßt einem bisweilen die Haare zu Berge stehen. Irgendwelche Vollidioten scheinen nichts besseres zu tun zu haben als stundenlang Beleidigungen, dümmliche Kommentare oder anderen Blödsinn zu tippen. Auf Fragen nach BHs in kleinen Cup-Größen kann man dann lesen, daß die Fragestellerin doch sowieso keinen bräuchte; zur Suche nach großen Cup-Größen wird beigetragen, daß man ja wohl mit Rückenschmerzen leben kann, wenn alle Männer voll auf die großen Brüste abfahren. Überhaupt scheint es vornehmlich um Geschmacksurteile des Kommentar-Verfassers zu gehen: Ist doch voll geil/scheiße daß du soundso aussiehst. Den Höhepunkt stellen dann eigentlich harmlose Ein-Zeiler dar, deren Sinn völlig im Dunkeln bleibt und die der Leserin die Frage aufdrängt, ob da jemand einfach nur beweisen wollte, daß er schreiben kann.
Jeder meiner Besuche dieser Seiten endete damit, daß ich anfing, ernsthaft an der Überlebensfähigkeit der Menschheit zu zweifeln.

Deswegen habe ich beschlossen, die geheime und gemeine Operation Braindead zu starten und häufig auftauchende Fragen zu BH- und Brustgrößen einfach hier auf dem Blog zu beantworten. Zum einen in der Hoffnung, daß sie jemand via Google findet, zum anderen, damit ihr, liebe Leserinnen, die Antworten ggf. an Fragestellerinnen weiterleiten könnt.

Fragen stellen könnt ihr natürlich auch gerne. :)