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Mittwoch, 15. Mai 2013

D Review Freya Deco - Ich wünschte es wäre Liebe

Ja, es gibt mich noch und nachdem ich endlich meine Masterarbeit abgegeben habe kann ich mich wieder verstärkt dem Bloggen widmen. Los geht es heute mit einer Review zu einem nicht ganz unbekannten BH, dem Freya Deco.

Die Freya Deco Serie ist Freyas Bestseller und das verwundert kaum, denn die Bhs der Reihe sind schlicht und fallen unter Kleidung kaum auf und zaubern doch in den meisten Fällen ein sehr üppiges Dekolletee. Im Rahmen der Kampagne 365 Days of Freya wurde mir freundlicherweise von der zuständigen deutschen PR ein Deco kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Ich bekam den Deco Honey in Idris (Lila) in 30G inklusive des zugehörigen Höschens in 12.

Meine Brüste: 72/77 Unterbrustumfang, weich, eng zusammenstehend, viel Volumen zur Mitte, schmale bis mittelbreite Schultern

Informationen zum Modell: Zur Deco Reihe gehören die Modelle Plunge, Halfcup, Strapless, Soft Cup, Honey und das neue Familienmitglied Shape. Plunge, Honey, Strapless und Shape sind erhältlich  in 28 D-G, 30 D-GG, 32-36 B-GG, 38 B-G. Ausnahme ist der Halfcup Style den es nur bis F und der Soft Cup der nur bis G verfügbar ist. Deco Plunge und Honey sind schnittgleich. Die Bhs sind alle gepaddet, besitzen jedoch keine Push-Up-Kissen.

Größentreue: Ich empfinde das UBB als eher locker, etwas was für mich typisch Freya ist. Mit meinen Maßen komme ich sehr gut mit einem 30er/65er Band hin, wobei ich in vielen anderen Marken eher ein 32er/70er UBB bevorzuge. Die Cups fallen etwa 1/2 Körbchen größer aus. Das Höschen in L passt mir sehr gut. Zum Vergleich: Ich trage auch Höschen von H&M in der Größe.

Form: Der Bh pusht die Brüste stark nach oben und zur Mitte. Dadurch entsteht eine sehr runde, kugelige Form, die ich bei Bhs bevorzuge. Das Dekolletee, das der Deco kreiert, ist nicht gerade zurückhaltend, allerdings hat man die Brüste auch nicht unter dem Kinn hängen.

Passung
: Der Bh ist im Körbchen etwas zu groß für mich. Wahrscheinlich hätte 30FF besser gepasst, daher sollte die folgenden Worte mit Vorsicht genossen werden. Allerdings bin ich mir auch nicht sicher, dass die 30FF und ich ein Traumpaar geworden wären. Ich habe den Deco Plunge bereits vorher einmal anprobiert und ihn nicht gekauft, da ich ihn nicht für 100% kompatibel mit meinen Brüsten halte. Meine Brüste sind recht weich und ich habe viel Volumen in der Mitte, so dass meine Brüste dazu tendieren, aus Plunges im Allgemeinen herauszufließen. Das wäre auch hier der Fall, wenn die Körbchen nicht einen Ticken zu groß wären. Das andere Problem ist die Breite des Stegs, er liegt im unteren Bereich leicht auf dem Brustgewebe auf, da meine Brüste dort sehr eng zusammenstehen. Obwohl ich die Träger stärker als üblich kürzen musste um das zu große Körbchen auszugleichen, schneidet der Bh nicht an der Achsel ein. Ich könnte mir vorstellen, dass der Honey auch für Frauen mit schmaleren Schultern geeignet ist. Die Bügel sind schmal, wie die anderer Freya-Bhs auch und der Bh ist damit nicht für Frauen mit einer breiten Brustbasis geeignet.

Design: Der BH ist schlicht und fällt auch unter enganliegender Kleidung nicht auf, somit ist er ein idealer T-Shirt Bh. Es ist Spitze an den Trägern und am UBB, sowie zwei Knöpfe auf dem Steg und zwei winzige Schleifchen am Trägeransatz. Das Material fühlt sich sehr seidig und angenehm an.

Maße des Bhs (nach Busenfreundinnen Anleitung gemessen; nach einmaliger Handwäsche):

UBB-Länge im lockeren Zustand: 67 cm
UBB-Länge im gedehnten Zustand: 83 cm
Länge eines Bügels: 22 (+2,5cm leerer Schlauch)
Breite eines Bügels: 16,5 cm (inklusive Bügel)
Tiefe des Körbchens: 23 cm
Höhe des Stegs: 6 cm
Breite des Stegs: 2,5 cm
Breite der Träger: 2,5 cm
Maximale/Minimale Länge der Träger: 42/23 cm
UBB-Höhe unter der Achsel: 9 cm
UBB-Höhe am Verschluss: 3,5 cm
Anzahl der Verschluss-Häkchen: 3 Reihen à 2 Häkchen

Gesamteindruck: Ich denke für Frauen, die schmale Bügel benötigen und feste bis mittelfeste Brüste haben ist der Deco Honey ein Traum. Der BH ist für mich ein BH für jede Gelegenheit, er kommt ohne großes Schnickschnack daher aber begeistert mit einer großartiges Push-Up-Wirkung.

Was sind deine Erfahrungen mit dem Deco? Seid ihr ein Dreamteam oder bist du noch immer auf der Suche nach dem perfekten Alltagsbh?

Montag, 4. Februar 2013

D/E Review Ungiko (Shop & Produkt/Clothes)

Ungiko ist ein Dawandashop*, dessen Besitzerin Dorett Kleider und Oberteile nach Maß fertigt. Ich habe dort zwar schon im letzten Sommer bestellt, aber konnte mich erst jetzt zu einer Review durchringen, da das Kleid bei mir leider ein recht trostloses Dasein in den Untiefen meines Kleiderschranks fristet. Was allerdings an meiner Auswahl und nicht an dem Produkt selbst liegt.

Homepage: http://de.dawanda.com/user/ungiko
Preise:18-80 €
Marken: Eigenmarke
Produkte: Kleider, Shirts, Boleros, Loop-Schals
Sprachen: Das Dawanda-Interface gibt es in Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Holländisch und Polnisch. Die Beschreibungen im Shop sind in anderen Sprachen allerdings eher holprig
Größen: 34-42 und innerhalb dessen auch Maßanfertigungen, andere Größen (44 und 46) + 2-5 €
Victoria (farbecht/true to color)
Versand: 4,70 € innerhalb Deutschlands, ca. 6 € innerhalb der EU (bei Versand ins Ausland sollte man vorher eine Nachricht schreiben)
Zahlungsmöglichkeiten: Überweisung, Paypal

Warenangebot: Der Fokus liegt eindeutig auf einfarbigen Kleidern. Neben den Kleidern gibt es allerdings auch recht viele Shirts, einige wenige Loopschals und Boleros. Es gibt jede Saison neue Modelle, Grundschnitte sind jedoch das ganze Jahr über erhältlich. Insbesondere saisonale Modelle mit Muster findet mensch auch öfters mal im Sale. Das Größenangebot ist nicht gerade riesig (34-42) und für größere Größen (44 und 46) muss mensch extra bezahlen.

Kundenservice: Die Kommunikation war blitzschnell und freundlich.

Liefer- und Bearbeitungszeit: Das Kleid war 6 Tage nach Bestellung bereits auf dem Weg zu mir und die Post hat noch einmal 2 Tage gebraucht

Rückabwicklung/Umtausch: Habe ich nicht in Anspruch genommen, es gilt aber das übliche 14-tägige Widerrufsrecht, auch für maßangefertigte Teile.

Maßanfertigung: Das war natürlich der Punkt der mich am meisten angezogen hat. Tatsächlich passte mir das Kleid zum Lieferzeitraum sehr gut, wenn auch nicht wie angegossen, da ich das Gefühl habe, das der obere Teil doch etwas zu klein für meine Brüste ist und so nach oben rutscht. Ungiko arbeitet mit vier Maßen: Brust, Unterbrust, Taille und Hüfte. Die verschiedenen Schnitte können, wenn nicht anders angegeben, in allen Farben der Farbkarte hergestellt werden. Auch Sonderwünsche können umgesetzt werden.

Preis-Leistungs-Verhältnis: Nach eigenen Aussagen, entstehen die Klamotten alle in Handarbeit im eigenen Atelier in Deutschland. Das und die Individualisierungsoptionen treiben natürlich den Preis nach oben. Sicher bekommt man ähnliche Kleidung auch bei Biubiu, Urgye und Bravissimo, die speziell für Menschen mir größerer Oberweite konstruiert sind und die ersten beiden sind zudem deutlich günstiger. Bei mir sind aber neben den Brüsten, oft die Hüften nicht kompatibel mit Kleidern, da sie breiter sind, als sich das der Hersteller gewünscht hätte und ich finde viele der Kleider auch zu kurz für mich (1,76).

Kleid Victoria in Pflaume/Nachtblau
Schnitte: Die Schnitte sind in den meisten Fällen figurbetonend und, meiner Meinung nach, finden fst alle Figurtypen hier etwas Passendes. Die Designs sind relativ einfach und kommen meist ohne Details oder Schnörkel aus. Was mir besonders gut gefällt, ist die Länge der Kleider, meines ist 96 cm lang und somit auch für die Arbeit gut geeignet. Es gibt die Kleider auf Wunsch aber auch kürzer, bzw. kürzere Modelle. Auch Sonderwünsche werden umgesetzt.

Qualität der Ware: Das Kleid besteht aus weichfallendem Viskosejersey mit Elasthan (92% Viskose, 8% Elasthan). Wer mich kennt weiß, das ist nicht unbedingt mein Lieblingsstoff. Ich finde einer dünner Jersey, wie dieser, zeigt doch die allermeisten Kurven und Kürvchen des Körpers. Allerdings ist es so eben auch sehr bequem und von der Qualität auch nicht schlechter als z.B. Biubiu. Was mich allerdings stutzig gemacht hat ist das es nach 3-4 mal tragen schon leichtes Peeling an der Stelle gibt an der meine Umhängetasche liegt.

Gesamteindruck: Sicherlich nicht der billigste Alternative, wenn man ein perfekt passendes Kleidungsstück erwerben will, aber sicherlich eine Alternative für Menschen, die nicht im Ausland bestellen wollen und denen es nicht nur um den passenden Platz für die Brust sondern auch den Po geht.

* Dawanda ist eine Art virtueller Marktplatz für Selbstgemachtes

Habt ihr dort schon bestellt? Wie gefallen euch die Sachen?

Freitag, 25. Januar 2013

Ein bißchen off topic: Beleidigungen

Im Oktober habe ich angefangen diesen Blogpost zu schreiben. Aber nachdem das Thema kein Ende nehmen wollte und ich an der englischen Ausgangsversion immer noch Verbesserungen vorgenommen habe, verwandelte sich der Text langsam aber sicher in einen meiner längerfristigen Schubladenbewohner. 

Nun kann man natürlich die Frage von Beleidigungen und Übergriffen nicht längerfristig ignorieren. Man begegnet dem Thema ständig, wenn man die Zeitung liest, einen Blog, sich mit FreundInnen trifft, wenn man auf die Straße geht – einfach überall. 

Meine letzten Berührungspunkte waren der Beitrag You don’t have to put on the red light* (*you’re fair game anyway) von Becky (Busts4Justice) und eine von Bibi angefangene Diskussion bei den Busenfreundinnen über die Kommentare zu einem Spiegel Online-Artikel zur sog. Brüderle-Affaire. Also unternehme ich heute einen neuen Versuch mit dem Thema. (Sorry, es ist furchtbar lang geworden!)

Also, dieser Beitrag nahm seinen Ausgang vor längerer Zeit, als ich über einen Blogpost von Katrin von den Reizende Rundungen (einem Mode-Blog, den ihr hoffentlich schon kennt ;-)) stolperte. Sie beanwortet darin die Frage von einer ihrer Leserinnen, wie man am besten mit Beleidigungen umgeht. Und obwohl Katrin, wie immer, einige sehr tolle und ermutigende Dinge darüber sagt wie man das Gefühl, verletzt und gedemütigt worden zu sein, mit positiver Einstellung begegnen kann, habe ich doch das Gefühl, daß mir ein paar Punkte fehlen. Nachdem mich die Sache einige Tage nicht losließ, habe ich beschlossen einen eigenen Post dazu zu verfassen.

Im folgenden Beitrag konzentriere ich mich vor allem auf das Thema “Beleidigungen von Fremden”; etwas das Katrin auch in einem Folgepost namens “Schimpftirade auf offener Straße” beschreibt. Das hat seinen Grund darin, daß ich selten von Freunden oder Bekannten mit abfälligen Bemerkungen konfrontiert werde. (Ein Hoch auf meine Bubble der Harmonie!) Ein weiteres, wichtiges Thema wären Internet-Hater und Trolle; aber ich weiß nicht wie ich darauf auch noch eingehen soll, ohne hier völlig den Rahmen zu spregen.

Vielen Dank an meinen Mitbewohner für die kreative Hilfestellung! ;-)

Worum geht's? Allgemein zum Thema...

Schon mal vorneweg: Eine Beleidigung sind etwas, was jeden treffen kann. Nichtsdestotrotz, die Wahrscheinlichkeit hängt natürlich auch nicht unwesentlich an der eigenen Position in der sozialen Hierarchie, d.h. es ist deutlich wahrscheinlicher zur Zielscheibe zu werden, wenn man zufällig eine Frau, schwarz, queer, behindert etc. ist. Das hat IMO mehrere Gründe, die ich hoffentlich im Folgenden etwas ausführen kann. Hauptsächlicher Faktor ist m.E. jedoch, daß man vom Angreifer als jemand wahrgenommen wird, von dem man keine Gegenwehr erwartet.

Das, und das kann man nicht genug betonen, heißt natürlich nicht, daß man selber schuld daran ist, beleidigt zu werden, weil man “schwach” erscheint. Die Beleidigung bestätigt nicht, daß man zu fett, zu schwarz, zu queer oder einfach zu provokativ ist. Das heißt, man kann den Übergriff nicht vermeiden, indem man den Kopf unten hält und ein paar geheimen Regeln folgt. Wirklich, bitte als Mantra übernehmen: Es ist nicht deine Schuld! Es gibt keine Rechtfertigung für verbale Übergriffe. Es ist dein Recht zu sein, was und wer du bist – völlig gleichgültig, was andre Leute denken!

Und, mal ehrlich, sie können denken, was sie wollen, solange sie dabei den Mund halten. Leider sind wir damit schon beim Problem angekommen – es gibt immer jemanden, der die fundamentalen Regeln zwischenmenschlichen Verhaltens nicht versteht und keinen Filter zwischen Denken und Sprechen kennt. Also sagen sie direkt was ihnen in den Kopf kommt – und meistens ist das nichts, was man unbedingt hören wollte.

Die Frage dabei wäre: Warum machen sie das? 
Und die Antwort darauf ist ziemlich einfach: Weil sie sich dadurch besser fühlen.

Jemanden zu beleidigen heißt jemanden zu objektivieren, heißt sich selber als überlegen zu imaginieren und damit das eigene, niedrige Selbstwertgefühl zu pushen. Das funktioniert natürlich nur, solange das Opfer des Übergriffs auf der Empfängerseite der Aggression bleibt und in seinem Objektstatus verharrt. Sobald man anfängt sich zur Wehr zur setzen, verwandelt sich der gewünschte Effekt in sein Gegenteil.

Das ist nicht nur für den Aggressor der Fall sondern auch für das Opfer. Irgendeine Reaktion auf eine Bedrohung ist notwendig, um sie verarbeiten zu können. Klassisch ist das eine Entscheidung zwischen “Fight or Flight”, also Kampf oder Flucht. Nun wäre meine küchenpsycholgische Interpretation der Situation, daß im Fall einer Beleidigung der Übergriff bereits erfolgt ist. Du kannst der Attacke nicht mehr entkommen, weil sie bereits erfolgt ist. Also hast man zwei Optionen...

Wie gehe ich mit Beleidigungen um?

Reaktion 1: Ignorieren
Man stellt sich vor, man sei undurchdringlich und läßt die Beleidigung einfach von sich abtropfen. Das heißt du bist in einer Position, in der du die Beleidung als etwas Fiktionales ansehen kannst, das dein persönliches Schutzschild nicht durchdringt. Du weißt, daß der Angreifer eigentlich eine bemitleidenswerte Kreatur ist und der Angriff für dich keinerlei Bedeutung hat. Das ist eine sehr beneidenswerte Haltung und ich bin mir sicher, daß es nicht viele gibt, die diese erreicht haben. Es ist quasi so eine Art schwarzer Gürtel in Gelassenheit  nötig. Und auch wenn man gute Tage hat, an denen das gelingt, gibt es auch andere.

In diesen Fällen fühlt man sich verletzt und gedemütigt und es dauert Stunden, bis man den Angriff einigermaßen “verdaut” hat. Ziemlich wahrscheinlich wird man einige Zeit darauf verwenden, darüber nachzudenken wie man solche Situationen in Zukunft vermeiden kann und damit auch inwiefern sie berechtigt war (Bin ich wirklich zu [bitte irgendeinen Makel einfügen]?). Vielleicht denkt man darüber nach, eine Diät anzufangen, unauffälligere Klamotten zu tragen, vielleicht überlegt man sogar, ob eine Schönheitsoperation die Lösung wäre…

Viele Menschen sind verzweifelt bemüht als etwas/jemand durchzugehen, das/der wenig (negative) Aufmerksamkeit auf sich zieht: homosexuelle Männer zelebrieren ein Macho-Gehabe um bloß nicht als “Schwuchtel” wahrgenommen zu werden und viele Frauen verstecken sich in farblosen Säcken in der Hoffnung, unsichtbar zu werden.

Eine gute Freundin von mir gestand mir vor einer Weile, daß sie sich verstärkt Gedanken um ihr Outfit und ihr Auftreten mache, da sie häufiger als “Lesbe” betitelt worden sei. Sie sagte, sie ziehe in Erwägung sich die Haare wachsen  zu lassen und überlege, mehr Klamotten zu tragen, die weniger “butchy” und femininer sei. Wir sprachen ein paar Minuten darüber und kamen schnell zu dem Schluß, daß das vermutlich gegen dieses Schubladendenken gar nicht helfen würde; alles was sie so erreichen könnte, wäre sich selbst zu verleugnen um in ein männliches Klischeebild zu passen. Dazu kommt ja auch, daß als Lesbe bezeichnet zu werden auch nichts ist, wofür man sich schämen müßte, auch dann nicht, wenn man es schöner fände, nicht schon beim ersten Eindruck in eine solche Schublade gesteckt zu werden bzw. überhaupt lieber selber wählen möchte, als was man wahrgenommen wird. 

Kleiner Exkurs: Sexuell aufgeladene Sprüche
Wie dem auch sei, die Diskussion brachte einen anderen Aspekt ans Licht, den ich in dem Kontext für relevanter halte: Es ist der Faktor “Beweis mir das Gegenteil”. Wenn dich ein Kerl als Lesbe bezeichnet kann das eine sehr krude Art von Anmache sein. Die Implikation dabei wäre “Wenn du keine Lesbe bist, was ist dann deine Ausrede nicht mit mir was zu trinken/mich zu küssen/Sex mit mir zu haben.”

Die Grenze zwischen einem Anmachspruch und einer Beleidigung ist oft sehr, sehr dünn und meist überhaupt nicht existent. Warst du schon mal in der Situation, daß du dich gefragt hast, ob so ein Spruch überhaupt bei irgendjemandem funktionieren könnte? Daß irgendjemand auf eine solche Anmache positiv reagieren könnte?

Ich schreibe das natürlich aus der Perspektive einer Frau mit großen Brüsten, die mir eine Menge Kommentare einbringen, von absolut lächerlich bis hin zu wirklich eklig. Aber schlußendlich ist es eben egal, was es ist – Menschen und Männer im besonderen schaffen es eben immer, einen schwachen Punkt zu finden, auf dem sie rumhacken können.

Ich will jetzt nicht in einen Rant über meine Erfahrungen abschweifen. Worum es mir ging, war klar zu machen, daß auch sexuell aufgeladene Sprüche als Beleidigungen fungieren, die jemanden objektivieren und dadurch den Sprecher in seiner Über-Subjektivität bestärken.

Reaktion 2: Spiegeln
Wie ich schon oben erwähnt habe, gibt es zwei Reaktionen: die eine wäre zu versuchen, die Beleidigung zu ignorieren, die andere ist, die erfahrene Aggression zu spiegeln, sie also direkt 1:1 zurückzugeben. Jemand kommentiert deinen Körper? Dann sag ihm, er ist häßlich, dumm, was auch immer dir gerade einfällt. Es muß  nicht geistreich sein (obwohl es natürlich immer schön ist, wenn einem was Gutes/Witziges/Intelligentes einfällt). Es geht nur darum, etwas Negatives zurückzugeben.

Die erste Reaktion die du bekommen wirst ist Überraschung. Jemand der andere auf die Art beleidigt wie er dich gerade beleidigt hat, rechnet nicht mit Widerstand. Die zweite Reaktion wird vermutlich Ärger und Wut darüber sein, daß du es gewagt hast, den Spieß umzudrehen. Und das ist der Moment der einfach unbezahlbar ist und dir ermöglicht, einfach weiterzugehen, fröhlich pfeifend, statt dich für Stunden selbst zu hassen. 

Kurz: Sich zu wehren wirkt wirklich Wunder. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, daß sich damit die Frage der Aggression-in-sich-Hineinfressens wirklich erledigt hat. So kann  man die Akte Beleidigung direkt schließen und einen schönen Resttag haben.

Natürlich muß man sich überlegen, ob man sich in der entsprechenden Situation sicher genug fühlt. Es ist sicherlich keine gute Idee, einen wütenden Mob zu provozieren oder jemanden in einer Situation herauszufordern, in der es niemanden gibt, der dir im Notfall zur Hilfe eilen könnte. Andererseits finden die meisten Beleidigungen am hellichten Tag auf offener Straße statt und die Angreifer sind nicht unbedingt 2-Meter-Nazis, zu deren liebsten Hobbies Straßenkämpfe gehören.

Soweit mein ursprünglicher Plan. Ich möchte noch ganz kurz ein paar Sachen sagen.

Finale Anmerkungen:

Mein Ratschlag mit dem “Zurückschlagen” klappt vermutlich nicht für alle. Ich denke dabei vor allem an Situationen in denen sexuelle Übergriffe stattfinden und die Opfer sich hinterher Vorwürfe machen – und ihnen Vorwürfe gemacht werden – sie hätten nicht ausreichend deutlich Nein! gesagt. Das ist nicht, was ich hiermit sagen will. Ich möchte ermutigen, sich Beleidigungen nicht gefallen zu lassen. Eben weil man ihnen nicht entgehen kann.

In meinem Leben praktiziere ich trotzdem einige “Flight-Strategien” – ich laufe mit Kopfhörern durch die Stadt, vermeide viele Locations (z.B. Prollokneipen/-dissen) und ggf. auch Gruppen von männlichen Halbwüchsigen. Dazu gehören auch “Stealthy-Approaches” wie eine gewisse Auswahl von Klamotten, die nicht sonderlich feminin wirkt. (Das Tragen von Röcken soll sich bspw. wirklich signifikant in der Anzahl von blöden Anmachen niederschlagen!)

Taktische Vorgehen bei Bekannten und Freunden: Weil es natürlich auch vorkommt, daß man einen blöden Spruch von jemandem reingedrückt bekommt, den man besser kennt und vielleicht sogar mag: Hier kann es helfen, die Person darauf anzusprechen, daß man sich davon verletzt fühlt. Durch eine “Ich fühle mich soundso”-Formulierung läßt sich meistens eine persönliche Ebene herstellen, durch die der anderen Person die Implikationen der eigenen Aussage bewußt werden, wodurch man ein schlechtes Gewissen ergo eine längerfristige Besserung erzeugen kann. (Wenn man Glück hat.)

So, jetzt reicht’s aber wirklich. Wenn euch noch was einfällt, würde ich mich wahnsinnig über Kommentare freuen.

Wie geht ihr mit Beleidigungen um?

Somewhat off topic: Insults

I started writing this blog post in October, inspired by a post by Katrin of Reizende Rundungen (a German fashion blog) about verbal assaults and how to deal with them. As it’s such an endless topic, I never thought it to be actually finished so the following musings started to become one of my many desk drawer inhabitants.

Now, it’s really impossible not to stumble upon the question of assaults and body shaming and similar things every once in a while, like... everyday. Wether you read a newspaper or a blog or go out on the street or talk to friends – it’s literally everywhere. So, today, this time induced by You don’t have to put on the red light* (*you’re fair game anyway) by Becky Busts4Justice, I try again.

Sonntag, 20. Januar 2013

Blog-Tip: Lebensmittelunverträglichkeiten + Hashimoto

Liebe Blogleserinnen,

heute habe ich mal wieder ein Offtopic-Thema für euch - einen Lesetip zu Lebensmittelunverträglichkeiten und Hashimoto-Thyreoiditis, einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, die sich vor allem als Unterfunktion äußert.

Eine Schilddrüsenunterfunktion ist ein recht häufiges Leiden - wer sich mal im Familien- und Freundeskreis umgehört hat, hat das vermutlich schon mitbekommen. ;-) Was viele (die meisten!) nicht wissen, ist daß Hashimoto mittlerweile als die Hauptursache für Unterfunktionen gilt. Entgegen der landläufigen Meinung etabliert sich hierbei gerade die Theorie, daß nicht eine Unterversorgung mit Jod die Ursache für die Unterfunktion der Schilddrüse ist, sondern im Gegenteil die Jodierung von Lebensmitteln wie sie seit Anfang der 80er Jahre praktiziert wird als Auslöser für die Krankheit angesehen werden kann.

Anders gesagt: da davon ausgegangen wurde, daß Deutschland ein Jodmangelgebiet ist, wurde dazu übergegangen, allen Lebensmitteln Jod (vor allem in der Form von jodiertem Speisesalz) hinzuzufügen, um die Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten. Dadurch enthalten mittlerweile fast alle in Deutschland industriell verarbeiteten Lebensmittel einen, nach der Meinung von etlichen ExpertInnen, bedenklich hohen Anteil von Jod. Dieser wiederum muß aber (skurrilerweise) auf den Lebensmitteln nicht ausgewiesen werden!

Diese Verteilung von Jod nach einem willkürlichen Gießkannenprinzip (immer schön drauf auf alles), hat nun - wiederum dieser Theorie nach - dazu geführt, daß Erkrankungen der Schilddrüse nicht rückläufig sondern eher auf dem Vormarsch sind.
Gießkannen in Frankfurt a.M. außerhalb
ihres natürlichen Lebensraums - des Friedhofs!!
vgl. dazu die Gießkannen-Kategorie @Wiki Commons
Bild von Peng - grazie mille!

Es wird daher bei einer Hashimoto-Diagnose empfohlen, auf jodhaltige Lebensmittel (allem voran natürlich jodiertem Speisesalz) zu verzichten, weil Jod im Verdacht steht die Entzündung der Schilddrüse noch weiter anzuheizen. Die Therapie für Hashimoto besteht also einerseits aus der Verabreichung von Schilddrüsenhormonen, die der Körper selbst nicht mehr produzieren kann und in der weitgehenden Vermeidung von jodhaltigen Produtken. Dummerweise, dank Gießkanne, ist dieses Jod in allem drin, vor allem Milchprodukte gelten als stark "belastet". 

Wer sich jetzt fragt, warum auch aus Generalverdacht eine medizinische Behandlung der Bevölkerung erfolgt, die so unerfreuliche Nebenwirkungen haben kann, der bekommt von mir 100 Punkte und ein Fleißbienchen.

Nun bin ich als "Hashi" bisher eher unwillig gewesen, mich mit dem Thema weitergehend zu befassen - ich nehme jetzt seit Herbst 2011 brav meine Medikamente - mit wechselndem Erfolg - und habe das Jodsalz aus dem WG-Fundus verbannt.

Eine Freundin von mir beschäftigt sich mit dem Thema aber deutlich intensiver, was seinen Grund darin hat, daß sie neben Hashimoto auch noch unter einer Jodunverträglichkeit leidet und ihr Körper auf Zusatzstoffe in der Nahrung wie eine Wünschelrute reagiert. Auf ihrem neuen Blog



schreibt sie unter dem Titel "Lebensmittel"industrie" – Leben und Lebensmittel. Eine Antithese?" über ihre Erfahrungen mit Hashimoto, Jod, anderen Zusatzstoffen, Bioernährung und was ihr sonst noch so einfällt.

Ich denke mal für alle wie mich, die irgendwie betroffen sind, aber zu faul sich selber ins Thema einzulesen, könnte das ziemlich interessant werden. Evtl. hilft es auch einigen, den Ursachen für ihre Symptome auf die Spur zu kommen. Sonst gilt natürlich wie immer: Laienhalbwissen ersetzt keinen Arztbesuch; sucht euch auf jeden Fall eine vernünftige Endikrinologin.

Einen schönen Sonntag wünscht euch,

eure george


Weiterführende Links:
Wikipedia-Artikel: Hashimoto-Thyreoiditis
Forum zu Hashimoto und Morbus Basedow: http://www.ht-mb.de/
Überblick zur Jodfrage bei Hashimoto: http://www.kit-online.org/HT-Jod
Und für alle, die lieber Filmchen gucken - ein "Anti-Jod-Propaganda-Video". ;-)