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Samstag, 13. August 2011

Normalgewicht, Durchschnittsmaße, Standardgrößen? - Ab in die Tonne!

Ich neige zum Nörgeln. Naja, eigentlich ist das ein Euphemismus. Wenn ich ehrlich bin, muß ich sagen: Ich schimpfe, meckere und kritisiere für mein Leben gern.
Manchmal stelle ich aber auch fest, daß es doch einfacher und schöner wäre, sich ein wenig in Optimismus und positiver Lebenseinstellung zu üben. Also, statt über verrückte Modelmaße zu klagen, will ich heute mal den Blick auf die Zelebration der Vielfalt lenken. 

Konkreter Anlaß dieses Perspektivenwechsels ist ein Beitrag von Katrin (Reizende Rundungen) zu ihrem 22. Geburtstag (Happy Birthday!), in dem sie davon erzählt, wie sich ihr Selbstbild in den letzten zwei Jahren verbessert hat und wie glücklich sie nun mit sich und ihrem Körper ist. Der Post ist wirklich sehr inspirierend und weil ich ihn so begeistert gelesen habe, möchte ich ihn euch auch unbedingt ans Herz legen!

Ähnlich schöne Worte habe ich bisher häufiger von Lola gelesen, die leider gerade keine Zeit zum Mitbloggen hat. Ich hoffe ja, daß sich das irgendwann mal wieder ändert, denn sie hat wirklich eine Menge zu sagen. *stups*
Wer so lange nicht warten will, kann ja mal bei den Busenfreundinnen reinschauen und raten, hinter welchem Usernamen sie steckt. ;-) Oder einfach noch mal ihren langen Beitrag (K)eine Frage der Größe lesen.

Apropos Forum: Erst vor ein paar Tagen schrieb Aletris in einem wie immer sehr geistreichen Beitrag (*Blümchen überreich*) davon, daß sie in einer wissenschaftlichen Arbeit gelesen habe, wie im Gehirn eine Vorstellung von Normalität entsteht, nämlich darüber daß alles Gesehene gemittelt wird. Ein großer Teil dessen ist natürlich das, was uns die Medien zeigen. Umso relevanter scheint es, auf einer Repräsentation von Diversity zu bestehen, ob es nun um unterschiedliche Körperformen geht, oder um sexuelle Orientierung, Hautfarbe, Geschlecht usw.

Gerade der Glaube an die Aussagekraft von Durchschnittswerten sollte definitiv mehr ins Zentrum der Kritik gerückt werden... So steht beispielsweise im Wikipedia-Artikel zu Size Zero dieser unsäglich bescheuerte Vergleich:
"Size zero bust size is 31.5 inches (80 cm), waist 23 inches (60 cm) and hips 34 inches (86 cm). To put this into perspective, the average waist size of an eight-year-old is 22 inches (56 cm)."
Übersetzt: Der Brustumfang einer Größe Null entspricht 80cm, der Taillenumfang 60cm und der Hüftumfang 86cm. Um das in ein Verhältnis zu setzen: der durchschnittliche Taillenumfang eines/einer? 8-Jährigen beträgt 56cm.
Als ich das gelesen habe, dachte ich wirklich, ich spinne (aaah, ihr merkt, ich schalte zurück auf Mecker-Mode). Natürlich verstehe ich, weshalb die Sizes Zero und Double-Zero so in der Kritik stehen, aber solche Vergleiche finde ich dann doch extrem fragwürdig. Passenderweise habe ich nämlich gestern einen neuen Beitrag bei Britanny (Thin&Curvy) gelesen, in dem sie von ihren Erfahrungen mit der neuen "Mad Men-Kollektion" von Banana Republic berichtet. Sie erzählt, daß sie die Klamottengrößen nach ihrem Taillenmaß ausgesucht hat - und sie bräuchte eben - bei einem Taillenumfang von ca 60cm - den infamous Size Zero. Wie man auf ihren Bildern leicht erkennen kann, entspricht sie aber überhaupt nicht den Vorstellungen, die man von jemandem dieser Konfektionsgröße hat.

Und auch wenn jemand nicht nur von der Taille her die Maße für diese geschmähte Konfektionsgröße erfüllt, heißt das ja noch lange nicht, daß das problematisch sein muß. Es kommt ja auch noch auf die Körpergröße an - eine Frau mit Size-Zero-Maßen die 1.80 groß ist sieht ja ganz anders aus als eine die 1.50 groß ist. 
Als Illustration könntet ihr euch das Brafitting-Video von Jen (From Head To Toe) angucken, in dem sie sich selbst von 70A auf 60B (32A > 28B) fittet. Wie gesagt - Menschen sind eben unterschiedlich.

Für viele Frauen ist es auch eine Offenbarung, sich die "Natürliche Brüste-Galerie" auf 007B.com anzusehen: die Fotos unterscheiden sich so stark vom medial vermittelten Idealbild von Brüsten, daß viele es gar nicht glauben können, daß es sich da nicht um "Extrembeispiele" handelt. 

Und obwohl es vorgeblich ein Umdenken gibt (vgl. die im letzten Beitrag angesprochenen Auflagen bzgl. BMI bei Models oder auch die Darstellungen von "echten" Frauen in Kampagnen von Dove oder auch in der "Brigitte ohne Models"), sehen doch viele Frauen einfach nur wie etwas kräftigere Varianten der einschlägigen Models aus - und natürlich werden ihre Körper auf Bildern genauso nachbearbeitet und "verbessert" wie die ihrer schlankeren Kolleginnen. Der plastikartige Körper mit Konfektionsgröße 34 wird dann durch einen ebenso künstlichen der Größe 40 ersetzt - WOW! *ironie*

Aber gut, was einem selbst noch zu wenig (Fortschritt) ist, ist anderen schon zu viel.:
Im Frühjahr vergangenen Jahres kam es zu einem kleinen Skandal als die großen US-Fernsehsender Fox und ABC einen Lingerie-Werbespot von Lane Bryant ablehnten, weil er zu sexy (für die Sendezeit) sei, während ein nicht weniger freizügiger Clip von Victoria's Secret mit deutlich dünneren Models ohne Murren gesendet wurde... (erstbeste Quelle dazu)

 

Ich kann beim besten Willen nicht sehen, wo da das Problem liegt. Ihr?

Es erscheint mir fortgeschritten verrückt, daß Frauen, die dem hegemonialen Schönheitsideal entsprechen und sehr schlank sind, offensichtlich auch halbnackt neutral und asexuell wirken, während etwas "kräftigere" Frauen in Unterwäsche als anstößig angesehen werden...

Last but not least ein Lesetip, den ich im Rest-Text nicht unterbringen konnte, der hier aber ganz gut paßt:
Georgina Horne's Blog Fuller Figure - Fuller Bust ist ein tolles Beispiel für Selbstbewußtsein und Ausstrahlung mit einer fülligeren Sanduhr-Figur. (Nachtrag: Und wie es der Zufall will hat Georgina heute einen passenden Beitrag zum Thema "Real Women Have Curves" und warum solche Aussagen totaler Blödsinn sind gepostet. Yey!)

Ein schönes Wochenende euch - und schreibt mir mal ein paar Kommentare; es ist so einsam hier auf der anderen Seite. ;-)

Hey, ich bin george und schlecht darin, mich kurz zu fassen. Ich tummle mich mit multiplen Persönlichkeiten im Netz, einige kennen mich vielleicht unter meinem Terry Pratchett-Pseudonym. Zu meinen Hobbies gehört Nörgeln, Kaffeetrinken und Prokrastinieren. Mehr Persönliches gibt es im Jahresrückblick 2013 und auf meiner Vorstellungsseite. [x]

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