D&D-Tip: Persönliche BH-Beratung in Hannover

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Mittwoch, 11. Mai 2011

Kleidung für große Brüste – Teil II

Nachdem ich mich in Vorteilhafte Kleidung für große Brüste ja schon darüber ausgelassen habe, wie schwierig bis unmöglich es ist, einigermaßen passende Klamotten von der Stange zu finden, heute endlich ein paar praktische(re) Hinweise zur Thematik:

Es gibt mittlerweile – Halleluja! – Hersteller, die sich darauf spezialisiert haben, Kleidung zu produzieren, die nicht den 0815-Konfektionsgrößen entsprechen, sondern unterschiedliche Brustgrößen mitberücksichtigen. (Wer Lang- oder Kurzgrößen benötigt ist ja mit dem One-Size-Fits-All-Prinzip der meisten Klamottenmarken bereits bestens vertraut.)
Leider ist die Auswahl bisher noch sehr klein – aber es besteht die Hoffnung, daß sich das Konzept  mit den Brustgrößen längerfristig durchsetzt.
(Bis dahin, liebe Konsumentinnen: Nachfragen, Rumquengeln, Mails schreiben, Beschweren was das Zeug hält!)

Die bekannteste unter den "kurvigen Klamottenmarken" ist wohl der Bravissimo-Ableger Pepperberry, der Kleidung in den UK-Konfektionsgrößen 8 bis 18 (entspricht ca. den deutschen Größen 36-46) anbietet. Die Ausgangsgröße ergibt sich bei Pepperberry hauptsächlich aus dem Taillenumfang.
In Kombination dazu gibt es drei verschiedene Brustweiten: curvy (kurvig), really curvy (wirklich kurvig), super curvy (super kurvig).
Umschrieben wurden diese Brustweiten bis vor einiger Zeit mit den Körbchenkombinationen D-E, F-G und GGplus. Pepperberrys Erklärung zu den Größen lautet wie folgt:
  • Curvy: Ideal, wenn die Kleidung dazu tendiert, über den Brüsten leicht zu spannen.
  • Really Curvy: Die richtige Wahl für Frauen, die Oberteile ungefähr eine Konfektionsgröße größer wählen müssen, damit die Brüste hineinpassen.
  • Super Curvy: Falls man sich fast immer überlegen muß, welche Schnitte man kaufen kann und man dabei das Oberteil noch mehrere Konfektionsgrößen größer wählen muß als die Taillenweite vorgeben würde, dann sollte man super curvy wählen.
Pepperberry ist über einen an Bravissimo angebundenen Online-Shop erhältlich sowie in (fast) allen britischen Filialen.

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Ein ähnliches System hat sich die polnische Designerin Kinga Robak für ihre Marke BiuBiu überlegt. Die Brustgrößen heißen bei ihr B, BB und BBB.
Derzeit ist ihr Onlineshop leider nur polnischsprachig verfügbar; wir hoffen jedoch auf eine baldige mehrsprachige Version. Solange es die noch nicht gibt, kann man sich auch mit dem Google Translator behelfen.
In Deutschland werden ausgewählte Stücke hoffentlich bald über Only Her erhältlich sein.

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Eine weitere Option ist die Linie Simply Feminine von Simply Be:
Hier gibt es drei Kleidungsstücke, ein Kleid, eine Bluse und ein T-Shirt in jeweils drei Kurven-Varianten im Größenspektrum von 42 bis 60. Offensichtlich handelt es sich hier um eine Art Versuchsballon. Auf der britischen Mutterseite ist unter dem Label Simply Voluptous auch nicht mehr Auswahl verfügbar.

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Bei Thin & Curvy gibt es einen Überblick über verschiedene "busenfreundliche" Kleidermarken [englischsprachig]


Die Größentabellen:
Bildquelle: Pepperberry

Bildquelle: Bravissimo (vor Ausgliederung der Kleidungslinie)

Bildquelle: Größenseite bei BiuBiu

"Jemand wie du braucht doch gar keinen BH!"

Young Woman with Morning Glories in
Her Hair,
Jules Joseph Lefebvre
So oder so ähnlich wird jemandem wie mir, mit zierlicher Statur und kleinen Brüsten, oft regelrecht vorwurfsvoll verdeutlicht, dass ich mich aus der BH-Abteilung fernzuhalten habe.
Das tue ich hierzulande ehrlich gesagt auch. Denn genauso, wie in Deutschland das Angebot für große Oberweiten in Form von großen Körbchen fehlt, mangelt es an BHs für zierliche Frauen in Form von engen Unterbrustbändern (UBBs).

Die kleinste erhältliche Größe ist meist das 70er UBB. Größe 65, natürlich nur mit A-Körbchen, gibt es höchstens noch in der Kinderabteilung, worauf man bei Nachfrage unheimlich freundlich hingewiesen wird, wie es die liebe Denocte in ihrem jüngsten Post beschreibt. Dass es sogar 60er Bänder gibt, wird meist von vorn herein geleugnet.

Dabei ist ein passendes UBB genauso wichtig, wie ein passendes Körbchen. Es soll nämlich die Hauptlast der Brüste stützen. Allerdings habe ich mit meinen kleinen Brüsten keine solche Last. Vermutlich ist das Interesse an der richtigen BH-Größe daher bei zierlichen Frauen weniger stark ausgeprägt als bei Frauen, die durch ihre schweren Brüste und falschen BHs eventuell an Rückenschmerzen leiden.

Zusätzlich wird zierlichen Frauen durch das falsche Angebot suggeriert, dass ihnen sogar eine 70A zu groß sei: Zu kleine Körbchen mit zu großem UBB stehen nämlich oft ab und wirken dadurch zu groß! Dies liegt daran, dass die Bügel meist zu schmal sind und die Brust regelrecht daran hintern komplett im Körbchen zu liegen. Das Körbchen steht vorne ab und der vorderste Teil der Brust, der es ins Körbchen schafft, wirkt darin verloren.
Mit einem passenden UBB und identischer Körbchengröße merkte ich schnell, dass die Brüste über dem BH hervorquellen - sollten meine Brüste etwa zu groß für einen BH sein? Ein völlig neues Gefühl!
Folgendes Bild sollte deutlich machen, wieso mir eine 70B (ja, das ist ein B!) überhaupt nicht passen kann. Als Vergleich dahinter einer meiner neuen, passenden BHs in 28DD britischer Größe, umgerechnet etwa 60E.


 


Wo soll in dem Körbchen denn bitte Platz für meine Brüste sein?! Das sind keine Körbchen, das sind flache Schaumstoffteile!
Und das UBB ist deutlich länger und dehnbarer. Natürlich steht das Körbchen ab und der BH rutscht über die Brüste nach oben. Er scheint zu groß. Ist er ja auch - aber nur im UBB. Was das in meinem Größenbereich für optische Auswirkungen hat, wenn man sich seine Brüste von zu kleinen BHs mit lockerem UBB platt drücken lässt, könnt ihr hier sehen.
Beeindruckend oder? Allein schon der Optik wegen sollte man sich also auch bei kleineren Brüsten Gedanken über passende BHs machen. Darüber hinaus habe ich selbst bei Bewegung auch mit meinen kleinen Brüsten Schmerzen - dies ist keinesfalls ein Phänomen, welches nur im oberen Größenbereich auftritt.

Und damit meine beiden Schätzchen auch beim Schwimmen an Ort und Stelle bleiben, mache ich mich jetzt auf die Suche nach einer geeigneten, optisch ansprechenden Verpackung für die Badesaison. Ich möchte nämlich nicht nur am Pool liegen und etwas plantschen, sondern auch mal ein paar ordentliche Bahnen ziehen oder vom Sprungbrett hüpfen.
Und das macht kein Triangelbikini mit - egal welche BH-Größe!

Dienstag, 10. Mai 2011

Multiway-Déjà vu?

Beim heutigen Bra-Junkie-Standard-Check auf der Bravissimo-Seite, mußte ich zu meinem großen Entsetzen feststellen, daß sich die Prognose für die Lieferbarkeit des neuen „Nova“-BHs von Ende Mai auf Mitte Juni verschoben hat. (vgl. Beitrag Bravissimo Sommerkollektion 2011)
Natürlich gingen bei mir gleich sämtliche Alarmglocken los und ich fühlte das dringende Bedürfnis nach dem NOOOOOO!-Button.
Ziemlich genau zwei Jahre ist es her, daß CurvyKate seine Showgirl-Reihe ankündigte – neben den Halfcup-Modellen Thrill Me und Tease Me sollte es ein weiteres Modell geben, den Tempt Me, einen Plunge bis J-Cup mit Multiway-Trägern.

Der Tempt Me landete natürlich sofort auf Platz 1 meiner Wunschliste, denn wenn ich etwas liebe, dann Multiway-BHs. In meiner „Prä-Brafitting-Zeit“ habe ich ein ganzes Sammelsurium von unpassenden BHs angehäuft, deren große Gemeinsamkeit ihre umsteckbaren Träger waren: Trägerlose BHs von Panache und Charnos, gepadded und ungepadded, einen Schalen-BH von Chantelle in mehreren Ausführungen… Hauptkriterium beim Kauf war die Option, die Träger meinen Oberteilen anpassen zu können. Ich trug die Träger vor allem über Kreuz, was die Schultern entlastet, mehr Bewegungsfreiheit gewährt und irgendwie einfach gemütlicher ist.

Seitdem ich meine „richtige“ Größe trage, habe ich solche BHs schmerzlich vermißt. Leider war beim G-Cup absolut Schicht im Schacht. Nicht daß die Auswahl unterhalb der magischen G-Cup-Grenze riesig gewesen wäre. Die meisten Modelle, die einem als Multiway verkauft werden, sind ja eigentlich trägerlose BHs und die passen mir bei meiner Brustform meist überhaupt nicht.

Wie auch immer – das Erscheinungsdatum des Tempt Me wurde 2009 von Curvy Kate immer weiter hinausgeschoben. Auf mein beharrliches Nachfragen hin wurde mir schließlich nach Monaten des Bangens und Wartens mitgeteilt, daß es nicht möglich gewesen sei, bei allen Brustformen eine gute Passform zu gewährleisten und das Modell daher auf absehbare Zeit nicht in den Verkauf gehen könne.  (Ein gleichnamiges Plunge-Modell mit normalen Trägern ist meines Wissens seit dieser Frühjahr-Sommer-Kollektion im Verkauf.)

Nun befürchte ich natürlich auch für den Nova das Schlimmste – drückt mir die Daumen, daß es diesmal ein Happy End gibt.

Habt ihr auch etwas, was euch in Bezug auf BHs o.ä. fehlt und worauf ihr sehnlichst wartet?

Und hier zur Erinnerung noch ein Bild vom Curvy Kate Tempt Me – Pinstripes.
R.I.P.!
Bildquelle: Curvy Kate

Montag, 9. Mai 2011

Angebot: Heute kostenloser Versand bei Brastop

Bildquelle

9. Mai 2011

Nur heute bis Mitternacht:
Europaweiter kostenloser Versand bei Brastop.
Mindestbestellwert = 20 Pfund.

Diesmal ohne kommerzielles Bild dafür mit Sparfuchs. ;)

Anlaß der Aktion ist der heutige Europatag.

Freitag, 6. Mai 2011

(K)eine Frage der Größe

Bildquelle: La Redoute via Big Beauty

Laut Pressemitteilung Nr. 194 vom 02.06.2010 des Statistischen Bundesamtes waren im Jahr 2009 rund 43% der in Deutschland lebenden Frauen übergewichtig, Tendenz steigend. Eigentlich sollte man denken, dass sich daraus ein gesteigertes Angebot aufgrund offenkundigen Bedürfnisses für Mode jenseits von Größe 44 ergibt. Eigentlich.

Mode für Mollige, Big is Beautiful, Trends für Starke Frauen, Fesch und Pfundig, Fashion für Frauen mit Format. Das sind die gängigen Schlagwörter, mit denen hierzulande Damenbekleidung in sogenannten Übergrößen beworben wird. Das klingt eher schön gewollt als gekonnt. Es klingt nicht nur so. Die bekannten Kleiderketten mit den zwei Buchstaben führen zwar bereits seit einiger Zeit eigene Linien in großen Größen und auch in vielen Kaufhäusern und Onlineshops scheint ein Trend zum verbreiterten Größenangebot angezeigt. Allerdings bedeutet das nicht, dass es für dicke Frauen deshalb einfach ist, sich modern und typgerecht zu kleiden. Häufig erinnern die Schnitte mehr an Campingausrüstung als an Bekleidung, Verhüllung statt Formvollendung ist die Devise. Stöbert man in den Geschäften, kann man modischen Chic oder eine akzeptable Auswahl an Basics lange suchen - wenn es so etwas gibt, ist es meistens schnell ausverkauft. Daraus könnte man schließen, dass es einen Markt gibt. Doch anstatt sich den wachsenden Bedürfnissen der deutschen Damen durch ein umfangreicheres Repertoire anzupassen, welches zumindest die Größen von 46 bis 50 standardmäßig umfasst, wird dicken Frauen eine Ecke zugeteilt. Viele Labels gehen noch nicht einmal so weit. Bei junger Mode wird das Angebot über Kleidergröße 42 schlagartig dünn.

Woher kommt dieses Missverhältnis und wieso geben sich so viele Frauen damit zufrieden?

Vor einigen Wochen drängte sich mir diese Frage auf, als ich meinen Kleiderschrank ausgemistet habe. Bisher hatte ich mir nicht zugetraut, dass mir Ausgefallenes stehen könnte und ich musste feststellen, dass ich vieles angehäuft hatte, was in einer Nummer größer sicher kleidsamer gewesen wäre. Meistens hatte ich es dann doch gekauft, weil ich froh war, in die größte erhältliche Größe irgendwie doch hineinzupassen. Aber irgendwie war das nicht so ganz das richtige. Ich machte mich also auf die Suche nach einem deutschsprachigen Blog über Plus Size Mode, weil ich mir Tipps erhoffte, was Frauen wie mir - mit mehr Bauch als Taille - stehen könnte und wo man das herbekommt. Vielleicht hatte ich in den Geschäften einfach nicht genau genug gesucht oder mich nicht getraut, weil ich einfach unsicher war, was zu mir passt. Wie soll man da auch drauf kommen, wenn einem selbst aus Übergrößenkatalogen Frauen mit Kleidergröße 40/42 entgegenlächeln, die dann Plus Size Models genannt werden? Häufig werden diese Damen dann auch noch "glattgebügelt", so dass man lediglich eine breitere Version der üblichen Models vor sich hat. Wenn Frauen zunehmen, wachsen sie nun einmal nicht gleichmäßig in Höhe und Breite, sondern jede hat ihre besonderen Körperteile, die durch mehr Gewicht stärker betont werden. Die Proportionen verschieben sich. Wie soll frau damit umgehen? Damit fühlte ich mich ziemlich alleingelassen. Die Suche nach deutschsprachigen Modeblogs verlief zunächst erfolglos. Dafür fand ich jedoch vor allem in Frankreich, Großbritannien und den USA aufschlußreiche Tipps von Frauen, die sich der Eigenschaften ihres Körpers bewusst sind und gelernt haben, damit umzugehen. Und was noch viel wichtiger ist: diese Frauen leben Mode, sie tragen sie nicht aus Überraschung, dass sie ihnen passt, sondern weil sie zeigen möchten, dass es kein Widerspruch ist Kleidergröße 52 zu tragen und schön und interessant auszusehen.

Genau das ist es aber, was uns hier gern vermittelt wird: Dicke Frauen haben auf der Bildfläche der Mode nichts zu suchen! Allenfalls sind sie eine kuriose Randerscheinung, wie beispielsweise Beth Ditto, die einfach nicht einsieht, wieso sie nicht zu ihrem Körper stehen sollte. Das gilt als ungewöhnlich, das gilt als gewagt.
Dicke Frauen sollen sich lieber in ihr XXL-Eckchen verziehen, Kleidung anprobieren, die nicht speziell für Kurven entworfen sondern schlicht augmentiert wurde, mit der sie dann verschämt zur Kasse ziehen, wo sie hoffen, dass die Kassiererin nicht aufs Größenschild guckt. Sie sollen froh sein, wenn sie etwas finden, was einigermaßen passt, einige "Pfunde wegmogelt" und "Problemzonen kaschiert". Dass eine Frau vom Figurtyp O, also mit großem Busen und Bauch und vergleichsweise schmalen Beinen und Schultern, mit Hosen in "figurschmeichelndem" Schnitt in "schlankmachendem" Schwarz nicht unbedingt die beste Kleiderwahl trifft, weiß niemand und es scheint auch niemanden zu interessieren. Wer dick ist, kann eh nichts mehr retten. Also wird kaschiert und modelliert, was das Zeug hält.

Was bleibt der modebewussten dicken Frau im deutschsprachigen Raum, die sich zumindest einen Hauch von high fashion nicht entgehen lassen möchte? Zunächst einmal sollte sie nicht die Augen davor verschließen, dass auch sie hübsch, adrett und kokett aussehen kann, und dass auch sie das Recht auf eine Mode hat, die zu ihr passt und das unterstreicht, was sie ausmacht, anstatt wegzumogeln, wo es nur geht.

Die französische Bloggerin und Deisgnerin Stéphanie Zwicky formuliert das sehr treffend: " Le style n'est pas une taille mais une attitude. " - Mode ist keine Frage der Größe, sondern der Haltung!