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Donnerstag, 17. Juli 2014

Faires für drüber & drunter: Review der "Green Goddess" von Who Made Your Pants?

Die "Green Goddess" von Who Made Your Pants? (Bilder: Anja Wermann)

Das ist sie also: Die grüne Göttin, von der ich euch letzten Monat in meinem Who Made Your Pants?-Portrait kurz berichtet hatte. Hübsch, oder? Das finde ich auch! Aber bevor wir weiter ins Detail gehen, wollte ich euch zeigen, wie schön verpackt sie bei mir ankam:

Sorgfältig verpackt...
  ...gab es noch ein kleines Info-Heftchen als Beilage.

Und an meiner Panty fand ich tatsächlich die Info,
wer genau meine Green Goddess genäht hat!
Made ethically in the UK - das gefällt mir.

Ebenfalls gut gefällt mir, dass die Panty bei 40° in der Maschine waschbar ist - und alles upgecycelt wurde, sogar der Baumwolleinsatz am Zwickel. Leider ist es genau der Zwickel, der mein größter und einziger Knackpunkt bei dieser Panty ist - er ist mir mit insgesamt 9 cm Länge nämlich zu kurz. Vor allem im vorderen Bereich könnte er gut 2-3 Zentimeter länger sein. So stößt nämlich die Naht der "Green Goddess", die bei diesem Schnitt vorn und hinten mittig verläuft, auf - nun ja - sagen wir mal sehr sensible Körperteile, was diese Panty und alle ihre Schwestermodelle im sogenannten "Aimee"-Schnitt leider nicht uneingeschränkt empfehlenswert macht. Tatsächlich wird sie wohl die einzige Panty im "Aimee"-Stil in meiner Sammlung bleiben. Zwar lässt sich ein längerer Zwickeln einnähen, ich habe von WMYP aber keine näheren Infos zu den dabei anfallenden Extrakosten erhalten, sondern nur die Aussage, dass diese Kosten im Einzelfall abgesprochen würden.

Ich finde es erstaunlich und schade, dass Zwickel oft ziemlich kurz sind (ich weiß ja nicht, wie es euch geht, doch laut einer nicht-repräsentativen Stichprobe in meinem Umfeld bin ich nicht die Einzige, die sich immer wieder darüber wundert) und muss zugeben, dass ich nicht besonders gewillt bin, für einen längeren Zwickel mehr Geld zu zahlen. Er sollte meiner Meinung nach eher eine Selbstverständlichkeit sein. Mir ist schon klar, dass WMYP die Kosten für Materialien etc. genau kalkuliert (kalkulieren muss). Trotzdem war ich ein wenig enttäuscht und schaue lieber nach Labels und Herstellern, die von vornherein mehr Länge einplanen (ParaNoire zum Beispiel, ich habe grad meine erste Lace Hipster von Designerin und Selbst-Näherin Eva neben mir liegen - und bin nicht nur vom 15cm langen Zwickel angetan!).

Bevor ich jetzt aber wie die totale Zwickel-Fanatikerin rüberkomme (bin ich eigentlich nicht, denn zum einen trage ich eh am liebsten Slips aus Baumwolle und seit neuestem auch Modal, bei denen das Thema von vornherein wegfällt, zum anderen hab ich auch noch nie sooo einen kurzen Zwickel wie bei WMYP erwischt), wenden wir uns doch den positiven Aspekten zu: Die "Green Goddess" sitzt ansonsten ganz hervorragend! Bestellt hatte ich sie in UK-Größe 12 (laut WMYP Größentabelle entspricht das einer L bzw. EU 40), sie saß aber sogar noch gut als ich zwischenzeitlich Größe 42 trug. Oft kaufe ich meine Slips lieber eine Nummer größer, damit nichts einschneidet, das solltet ihr bei WMYP nicht tun - die Gefahr ist zu groß, dass die Pantys dann rutschen. Dadurch, dass die "Green Goddess" keinen Gummiabschluss hat, schneidet sie auch nirgends ein und ich finde sie angezogen mit ihrer dunkelgrünen Spitze ganz schön schick. Nicht zu vergessen: Die Verarbeitung ist ebenfalls super!

Also, nun wisst ihr alles über die Vor- und Nachteile der WMYP-Pants (okay, zumindest vom "Aimee"-Schnitt). Und, was sagt ihr? Würdet ihr auch mal was von WMYP probieren?

Anja ist seit November 2013 mit dabei. Nach ihrem Psychologiestudium arbeitete sie erst als Brafitterin ehe sie sich als Psychologin selbstständig machte. Ihre Leidenschaft für (gut sitzende) Wäsche ist nach wie vor ungebrochen, darum findet ihr sie seit Juni 2014 auch auf ihrem eigenen Blog: Everyday Boudoir.

Mittwoch, 11. Juni 2014

Faires für drüber & drunter: Who Made Your Pants?




Und, wisst ihr, wer eure Pantys herstellt? Falls nicht, könnte sich das vielleicht bald ändern!

Who Made Your Pants? habe ich dank Denocte von den Kurvendiskussionen kennengelernt, die letztes Jahr bei WMYP in Southampton zu Besuch war. Hier findet ihr ihren tollen Bericht darüber und erfahrt alles über das "Spitzenhöschenmachen"!


Wer und was ist WMYP eigentlich?


Was macht WMYP so besonders, dass ich sie euch vorstellen möchte? Im Wesentlichen sind das zwei Dinge: 1. Die Gründerin Becky gibt Frauen Arbeit, die aus ihren Heimatländern flüchten mussten. Sie lernen nicht nur das Nähen der Pantys, sondern noch viel mehr, in Beckys Worten:

"The women we employ and work with are primarily refugees, from Afghanistan, Somalia, the Sudan - often places where there have been wars. They may have been educated or worked, they may not, so their needs are all different and our training and support varies in relation to need. We used to find potential workers through other refugee support agencies but now we have a huge waiting list - one of our workers seems to have brought every one of her friends along in case there are new jobs going!

For many of the women we work with, it's important that this space is for women only. All the women feel safe here, which means they can relax and learn and socialise at lunch time without having to worry. No-one learns well if they are uncomfortable or scared and so we do everything we can to create a warm, friendly, fun environment. It seems to be working.

We provide all kinds of training in employability and UK norms as well as production. Employability is important - if you've never had a job before, how do you know you're supposed to call in sick? We can also point the women in the direction of other services should they want to get some help.

Alongside this we have our break room where we women come together, share food and just be women together. Every lunchtime we are treated to a gorgeous array of smells and flavours, as everyone eats together. Everyone has a locker in too, so their belongings are safe while they are working. And we have a space for prayer, a Board room which we use for training and meetings, a dedicated packing area and our stock room.
Every time you buy a pair of our pants you're keeping another woman in a job."



2. werden nur Materialien verwendet, die bei größeren Herstellern übrig geblieben sind, das sogenannte Upcycling, und damit wird wiederum Müll gespart. Hier könnt ihr also guten Gewissens euer Geld für eure neue Höschenkollektion lassen! ;)


Und welche Höschenformen gibt es?


Aktuell bietet WMYP vier verschiedene Schnittformen an:


Aimee ist optisch gesehen meine persönliche Lieblingsform, eine Spitzenshort, die an der Hüfte nicht einschneidet. Allerdings verläuft die Naht vorn und hinten mittig, was nicht jederfraus Sache ist.


Cecilia war dann der erste Schnitt mit Seitennaht bei WMYP.



Henrietta gibt seit kurzem weitere Verstärkung im Seitennaht-Bereich, der einzige Unterschied zu Cecilia scheint mir zu sein, dass an der Hüfte kein Spitzenabschluss ist.


Rosalind ist ein Brazil-Slip mit mittiger Nahtführung und Spitzenabschluss an Hüfte und Bein.

Es gab auch einen ersten Versuchsballon mit Man Pants, allerdings ist die erste "Fuhre" (sorry, mir fällt grad kein anderes Wort ein) bereits ausverkauft und weil es Probleme gab, die noch nicht behoben sind, gibt es vorerst keine neuen.


Ich trage aber lieber Baumwollslips, mag lieber Strings o.Ä.!


In diesem Fall werdet ihr bei WMYP leider (noch?) nicht fündig werden, aber es gibt die Möglichkeit, z.B. durch eine Spende oder den Kauf von "Not Pants" Produkten WMYP zu unterstüzen. Oder ihr erzählt einfach anderen von WMYP, damit sie noch bekannter werden, mehr verkaufen und mehr Frauen einstellen können! :)

Eine Review meiner "Green Goddess" im Aimee-Schnitt folgt übrigens beim nächsten Mal!

(Verwendung des Bildmaterials mit freundlicher Genehmigung von Who Made Your Pants?.)

Kanntet ihr WMYP bereits? Was haltet ihr von diesem Projekt? Und kennt ihr vielleicht ähnliche Projekte, die ihr in den Kommentaren empfehlen wollt?

Anja ist seit November 2013 mit dabei. Nach ihrem Psychologiestudium arbeitete sie erst als Brafitterin ehe sie sich als Psychologin selbstständig machte. Ihre Leidenschaft für (gut sitzende) Wäsche ist nach wie vor ungebrochen, darum findet ihr sie seit Juni 2014 auch auf ihrem eigenen Blog: Everyday Boudoir.

Montag, 5. Mai 2014

Faires für drüber & drunter

Unter dem Titel "Faires für drüber & drunter" möchte ich euch in loser Reihenfolge Hintergrundinfos geben, wo welche Marken produzieren und euch in meinen Augen besonders tolle Marken näher vorstellen.

Mir selbst wird es immer wichtiger, beim Klamottenkauf - und dazu zählt natürlich auch Unterwäsche - ein gutes Gewissen haben zu können. Diese Tendenz hatte ich auch während meines Studiums schon, sie wurde aber vom mangelnden Budget untergraben, weil fair produzierte Sachen oft mehr kosten als bei H&M um die Ecke. Ich hätte es zwar auch mit Beschränkung versuchen können (also weniger Klamotten kaufen und dadurch höhere Preise zahlen können), allerdings muss ich zugeben, dass modischer Verzicht (genau wie Selbernähen, was sonst auch eine Option hätte sein können) nicht meine Stärke ist, ich mag Abwechslung - auch in meinem Kleiderschrank.

Nachdem ich vor ein paar Wochen über Who Made Your Pants? (mehr dazu in einem der nächsten Posts) gestolpert bin und auch bei den Busenfreundinnen ein ähnlicher Thread namens "Wer hat meinen BH genäht?" eröffnet wurde, habe ich mich in letzter Zeit damit beschäftigt, wer nicht nur meine Pantys und BHs näht, sondern auch meine Strümpfe, Strumpfhosen und Unterhemden. Mir war es wichtig, Hersteller zu finden, die in der EU (kurze Transportwege) produzieren, gerne auch direkt in Deutschland, und wenn Bio-Baumwolle und andere umweltfreundliche Dinge eine Rolle spielen, habe ich auch nichts dagegen. Natürlich gibt es auch interessante Hersteller in Übersee wie z.B. Hanky Panky, die ihre Sachen in den USA produzieren lassen und ihre Materialien dort beziehen. Aber der Transport nach Deutschland lässt mich wieder zögern, ihre Produkte zu kaufen. Von meiner Neugier getrieben, konnte ich es trotzdem nicht lassen, ihren Signatur Lace Original Rise Thong (Nr. 4811) zu testen, um herauszufinden, ob es wirklich der bequemste String der Welt ist. Ob er nun DER Bequemste ist, kann ich nicht sagen, doch er trägt sich sehr angenehm. Wer die zum Teil neonbunten Produkte aus Spitze mag, könnte neben Hanky Panky auch Cosabella probieren. Wird in Miami designt und in Italien produziert.

Was Strumpfmoden angeht, ist mein bisheriges Highlight übrigens die Marke Ergora, die zum großen Teil in meiner Heimat Sachsen produziert wird. Solide Basismodelle zum erschwinglichen Preis, mir fehlt aber noch ein wenig der peppig-verspielte oder auch mal sexy Touch. Aus dem Grund habe ich mich bei polnischen Herstellern umgesehen, die direkt in Polen produzieren und sehr fantasievolle Designs im Angebot haben. Die beiden bislang probierten Strumpfhosen von Fiore und Gabriella gingen aber entweder direkt bei der ersten Anprobe kaputt oder hatten von vornherein Produktionsfehler. Nicht so überzeugend. Mal sehen, es gibt noch ein paar italienische Marken wie z.B. Levante, die nicht nur Basis- sondern auch fantasievollere Designs im Angebot haben, ich werde sie mir nach und nach ansehen.

Die Suche nach Unterwäsche und Strumpfwaren gestaltete sich also nicht sonderlich problematisch, es sind sogar einige erschwingliche Sachen dabei, was mich überrascht hat. Eine gut gefüllte Fundgrube an Unterwäsche, die direkt von den Anbietern handgemacht wird, bieten dabei auch Etsy oder DaWanda. Bei BHs in größeren Cupgrößen sieht die Sache schon etwas schwieriger aus. In Großbritannien gibt es ein paar Full Bust Hersteller, deren BHs direkt in UK gefertigt werden, dementsprechend hoch sind dann allerdings auch die Preise. Beispiele wären Louise Ferdinand, All Undone und Harlow & Fox. Doch es gibt Hoffnung auf dem polnischen Markt, denn hier gibt es einige Hersteller, die nicht nur größere Cupgrößeren (auch in Kombination mit schmaleren Unterbrustbändern) zu erschwinglichen Preisen anbieten, sondern auch direkt in Polen ihre Produktion haben. Am bekanntesten dürfte Ewa Michalak sein, mit deren Passform ich zum Glück ziemlich gut zurechtkomme. Bei anderen polnischen Herstellern hatte ich weniger gute Erfolgserlebnisse, was die Passform angeht, andere habe ich noch gar nicht probiert. Falls ihr euch selbst mal ein wenig umschauen möchtet, gäbe es in unvollständiger Aufzählung beispielsweise noch Ava, Comexim, Dalia, Dessira, KrisLine, Samanta und Vena.


Wie sieht es bei euch aus? Achtet ihr auf die Produktion eurer Kleidung? Ist es euch egal? Oder würdet ihr gern darauf achten, es ist aber finanziell nicht drin?

Anja ist seit November 2013 mit dabei. Nach ihrem Psychologiestudium arbeitete sie erst als Brafitterin ehe sie sich als Psychologin selbstständig machte. Ihre Leidenschaft für (gut sitzende) Wäsche ist nach wie vor ungebrochen, darum findet ihr sie seit Juni 2014 auch auf ihrem eigenen Blog: Everyday Boudoir.