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Sonntag, 23. Dezember 2012

D/E Gynäkomastie - Vergrößerung der Brust beim Mann/ Gynaecomastia - Growth of Breasts in Men

English after the jump,
In den folgenden Wochen soll es  auf dem Blog in unregelmäßigen Abschnitten Beiträge zum Thema Gynäkomastie geben. Gynäkomastie beschreibt das Wachstum der Brust, bzw. der Brustdrüsen, beim Mann. Dieses Thema scheint in unserer Gesellschaft stark tabusiert, da es heteronormativen Konstruktionen von Männlichkeit entgegenläuft und wir hoffen hiermit einen Beitrag zur Aufklärung über das Thema zu leisten. Diese Beiträge werden sich im Stil von den anderen im Blog unterscheiden. Wir möchten  nämlich Menschen mit Gynäkomastie die Möglichkeit geben, ihre Erfahrungen zu teilen und Alternativen zur operativen Brustreduktion aufzuzeigen. Den Anfang macht heute Chrisko, der eine Einführung in das Thema gibt und seine ersten Reaktionen auf das Wachstum der eigenen Brust beschreibt. Chrisko wird auch eventuelle Fragen in den Kommentaren beantworten, bitte habt aber Verständnis, dass eventuell erst nach der Weihnachtszeit geschieht.

 

Hilfe, da wächst was! – Eine Einführung in die Gynäkomastie 

Bisher habe ich dieses Thema nie wahr genommen, denn ich bin ein Mann und ein Mann hat bekanntlich keine Brüste!
Doch in den letzten Jahren werden die Rundungen meiner Brust immer deutlicher und sind kaum mehr zu übersehen. Ich als Mann mit 52 Jahren bekomme eine Brust wie die einer Frau, es bricht eine Welt zusammen. Was passiert hier mit mir?
Der erste Ansatz heißt googeln und schon kommen die ersten Antworten, darunter auch der Begriff der Gynäkomastie, was nichts anderes heißt wie die Vergrößerung der männlichen Brust. Na schön, doch was ist das jetzt, kann doch nicht sein. Wie sehe ich jetzt aus, ich kann damit doch nicht mehr unter die Leute. Es sind unendliche Fragen die mich sehr intensiv beschäftigen, vor allem aber: Wo kommt das her? und: Wie kriegt man das wieder weg?
Für Gynäkomastie gibt es viele Gründe, zum einen tritt sie im jugendlichen Alter auf und verschwindet dann auch ganz gern wieder, manchmal bleibt sie aber auch erhalten. Weitere Gründe sind vor allem Prostata- oder Hodenkrebs, Leberschäden, Alkoholismus, Medikamenteneinnahme, Diabetes, Adipositas, Schilddrüsenerkrankungen und noch so ein paar Kleinigkeiten.
Bei mir ist es die Diabetes in Zusammenhang mit den Medikamenten, viele andere haben völlig andere Ursachen. Selten sind die auslösenden Faktoren eins zu eins vergleichbar oder übertragbar, jeder macht mit der Gynäkomastie seine eigene Geschichte durch, doch es gibt sicher auch einige Parallelen.
Irgendwann erreichte es bei mir den Punkt, dass die Brüste doch an Gewicht zunahmen und es zu Beschwerden im Brustansatz, sowie am Brustmuskel kam. Beinah ähnliche Beschwerden wie bei einem Muskelkater, dazu kommt ein Ziepen und Zerren und vor allem merkte ich bei jeder etwas heftigeren Bewegung die Eigenbewegung der Brüste. So manche Frauen kennen diese Probleme.
Nach vielen Untersuchungen von allen möglichen Blutwerten, Krebsvorsorge an Prostata und Hoden landete ich zudem beim Frauenarzt, der meine Brust auch mit Ultraschall und Mammographie untersuchte. Zuerst die Entwarnung, es ist kein Hoden-, Prostata- oder Brustkrebs. Zu den anderen Problemen gab er mir Vorschläge und stellte mir auch die OP vor und hat mich eingehend beraten.
Allerdings habe ich keine Chance diese von der Krankenkasse bezahlt zu bekommen, zum anderen ist mir das Risiko einfach viel zu hoch. Durch meine Krankenvorgeschichte ist zudem allein die Narkose problematisch und sollte wirklich nur in wirklichen Notfällen gemacht werden.
Dann kam der Satz, der Satz, der mich dann lange beschäftigte: "Tragen sie doch einen BH oder was meinen sie, wofür der da ist und wofür BH steht: das heißt Büstenhalter."
Das war verdammt schwer, ich als Mann mit BH, nein, dieser Lächerlichkeit wollte ich mich nun überhaupt nicht preisgeben.
So blieb erst einmal alles so wie es war, bis zu dem Zeitpunkt wo es wieder kribbelte in der Brust, wo wieder dieses Ziepen da war. Ich habe angefangen ganz verschämt in den entsprechenden Kaufhausabteilungen nach BHs zu suchen. So ein wenig hab ich im Internet ja schon nachgelesen zu der Frage, welche Größe könnte überhaupt passen und habe einfach in die Größentabellen der Händler geschaut, nachgemessen und meinte dann, eine Größe von 110C sollte bei einer UBW von 114 cm zu einer OBW von damals 132 cm richtig sein. Heute kenn ich meine durchschnittliche Größe mit 105/100C/D je nach Modell ganz gut und finde passende BHs die die Brust kaschieren und trotzdem eine gute Hilfe sind, vor allem aber eine Entlastung bringen.
Im Internet habe ich mit der Seite http://gynaekomastie.xobor.de/ eine gute Anlaufstelle gefunden, bei der einige Männer sich mit Erfahrungen zum Thema Gynäkomastie austauschen. Es ist ein sehr vielschichtiges Problem, von dem viele betroffen sind und man manchmal den Eindruck gewinnt, es sind sehr viel mehr Männer als man denkt.
Das Wichtigste, finde ich, ist es ungezwungen mit Fachleuten über dieses Problem reden zu können. Oft sind dies Frauen, denn sie kennen sich mit der Thematik von BHs und Brüsten einfach besser aus. Durch die Tabuisierung der Thematik trifft man leider doch oft auf Unverständnis und einen gewissen Unwillen Hilfestellung zu leisten. Denn ein Mann im BH widerspricht dann doch der gesellschaftlichen Konstruktion von Männlichkeit.

Chrisko




In the coming weeks we have planned some posts on gynaecomastia. Gynaecomastia describes the growth of the mammal glands or breasts in men. This issue seems to be stigmatized in our society as it challenges heteronormative constructions of masculinity and we’d like to contribute to educating people about the phenomenon. The posts will be different in style from our usual articles as we like to give people with gynaecomastia the space to share their experiences and discuss alternatives to surgical procedures. The first piece is by Chrisko who will give a brief introduction and describe how he came to accept his breasts. Chrisko will also respond to comments, but please understand that he's busy due to the holidays.


Help, there is something developing there – An Introduction to Gynaecomastia

In the past I  completely ignored the topic, because, well, I am guy and guys just don’t have boobs.
However, over the last years my boobs became more prominent and were hard to overlook. Me, a guy of 52, developing boobs just like a women’s, a world came tumbling down.
The first thing I did was to google and there were many hits, and pretty fast the term gynaecomastia was mentioned, which simply means enlarged breasts in men. But what does that mean exactly? That can’t be right. How do I look? I can’t leave the house anymore like this. Those were just some of the questions which I pondered and struggled to answer, but the most prominent are: Why did this happen to me? And: How can I get rid of it?
There are many factors that can lead to the development of gynaecomastia, for once it can happen during puberty and completely vanish again, sometimes though the growth is permanent. Other reasons for gynaecomastia are prostate/ testicle/ breast cancer, liver damage, alcoholism, side effects of medication, diabetes, obesity, thyroid malfunctions and a few others.
For me it’s diabetes in connection with the medication that comes with it, for others it’s something completely different. The reasons for developing gynaecomastia are quite diverse and everybody has individual experiences in dealing with it, however, there are some parallels and common challenges.
After a while I reached the point when I started to experience pain on the top of my breasts and in the pectoral muscle. Almost daily pain comparable to sore muscles, a poking and pulling sensation and most importantly experiencing the movements of the boobs while exercising or simply moving around. Many women might be familiar with the feeling.
After several doctor’s visits, getting my blood work done and cancer screens, I finally saw a gynecologist, who used ultrasound on my breasts and did a mammography. First of all, I was relieved that it wasn’t cancer. Regarding the other issues, he gave me recommendations, introduced me to the possibility of breast reduction surgery and advised me on how to proceed.
However, there was no way that my insurance would cover the surgery and additionally, the risk would be too high. Given my medical history anesthesia poses a high risk and should only be administered in emergencies.
Then there was that one sentence that I though about for quite a while: "Why don’t you wear a bra or what do you thing that one is for: to support your boobs." [MiaRose: This is a very rough translation, the original plays on the meaning of bra in German, Büstenhalter which literally means: breast holder].
That was rather difficult, I as a guy wearing a bra, no, I did not want to be ridiculed for something like that.
I chose to ignore the issue a little longer, but after a while the tugging and poking sensation was back. I started to search, pretty self-consciously, for bras in the lingerie sections of department stores. I had done some research already and believed to have figured out my size, relying mostly on information provided by retailers and online stores. Back then I believed that a size 110C (44C) was right for someone who measured 114cm and 132 above the breasts. Today my average bra size is a 100 (42/40) C or D depending on the model and have found well-fitting bras that conceals my boobs and provides enough support for my breasts.
Online the gynaecomastia board has been a great help [only in German], as it offers a space for men to share their experiences with gynaecomastia. It’s a very multi-layered issue, that concerns many and many more than what you might first assume.
The most important thing, at least for me, has been, to be able to talk to experts. Often these experts are women, because they are more familiar with and know more about topics such as bras and boobs. As the topic is stigmatized, there is often a lot of ignorance and a certain unwillingness to face the issue head-on. It seems that a man in a bra does not conform to societal constructions of masculinity.

MiaRose bloggt seit Ende 2011 auf Drüber&Drunter. Neben Brafitting schlägt ihr Herz für sinnvolle/lose Diskussionen, gutes Essen, Jugendliteratur und allerlei anderes popkulturelles Gedöns. Ihre aktuellen Maße sind (94) 97 (96)-73-101. Ihren Vorstellungspost findet ihr hier: Me, myself and I.

8 comments

23. Dezember 2012 um 14:02

Bei den Ursachen "Alkoholismus" und "Medikamenteneinnahme" fiel mir gleich als gemeinsamer Nenner Östrogene ein..

Mein bester Freund im Gymnasium hatte immer ziemliche Männerbrüste.

Und trägst du dann jeden Tag einen BH? Spielt's ne Rolle, wie er aussieht, oder muss er einfach zweckmäßig sein? Wie ist mittlerweile dein Verhältnis zu BHs an dir? (Bspw. "Mein Gott, die Teile sind doch schwachsinnig, aber was muss.." / "Fühlt sich eigentlich ganz cool an") - hast du vielleicht nen Lieblings-BH?^^
Gab's mal besondere Situationen in dem Zusammenhang, an die du dich besonders gern erinnerst? (Komplimente über deinen Mut, ..)
Hat sich seitdem irgendwas daran verändert, wie du BHs an Frauen betrachtest?
Sicher, dass das Unverständnis so sehr auf Tabuisierung zurückzuführen ist und nicht auf Unwissenheit? Wie gesagt, ich hatte nen Freund mit Männerbrüsten, aber das ist mir (nachdem das jetzt der zweite Post zum Thema ist) auch grad eben erst wieder eingefallen.
Wo kaufst du deine BHs?

chrisko
24. Dezember 2012 um 12:22

Oui, gleich viele Fragen :)

Nun, ich lerne den BH erst seit den letzten 2-3 Jahren kennen und ich habe mich noch immer nicht wirklich dran gewöhnt. Das Tragegfühl ist halt noch immer ungewohnt.
Ich trage also nicht immer einen BH, meist erst, wenn ich wieder Probleme am Brustansatz verspüre oder wenn ich zum Walken bin. Dann eben einfach um das Wippen zu vermeiden.
Nun, zweckmäßig muss der BH auf jeden Fall sein, darf aber mittlerweile auch schön aussehen. Was schon allein dadurch kommt, das die meisten Bügel BHs doch reichlich verziehrt und meist farbig sind.
Gerade bei Bügel BHs ist die optimale Passform wichtig und da musste ich viel lernen. Dann fängt man schon an darauf zu achten, wie ein BH sitzt und ob der gefittet ist oder nicht. Also achtet man doch weit mehr auf die Brust und versucht zu beurteilen ob der BH richtig sitzt. Das ist spannend bei z.B. Modebildern, wo sehr oft völlig falsche und viel zu kleine Modelle verwendet werden.
Zum letzten, es ist glaube ich beides Tabuisierung und Unwissenheit ein Faktor. Zumindest wenn man(n) im Dessouladen erklärt, worum es geht, wird einem in der Regel gern beraten und kann auch in Ruhe probieren. Wobei es da auch die unterschiedlichsten Reaktionen gibt und da ich bei Online Bestellungen bisher wenig Glück hatte, kaufe ich am liebsten im Laden meines Vertrauens.

Chrisko

27. Dezember 2012 um 22:02

Ich glaube, das Hauptproblem ist der Umgang mit unserem Körper in den Medien. Ein sachlicher Umgang mit dem Thema Männerbusen ist in Zeiten, in denen Frauen in immer mehr ehemalige "Männerbereiche" vordringen, schwierig. Mann muss stark sein, harte Männerbrust, Waschbrettbauch und kantiges Äußeres. Wer davon abweicht, fühlt sich schnell minderwertig. Aber die Realität sieht anders aus. Dem "künstlichen Normbild" entsprechen wohl nur wenige Prozent der Männer, wer aufmerksam durch die Stadt läuft, sieht das täglich. Auch bei Männern gibt mit den Jahren das Bindegewebe nach und der Körper bildet Reserven für schlechte Zeiten. Ich bin dankbar, dass Frauen oftmals weniger borniert mit dem "Problem" Männerbusen umgehen, als Männer selbst. Nur so hat man überhaupt die Chance, als Mann, der sich gegen eine OP und für seinen Busen entscheidet, Unterstützung zu bekommen. Der gewachsene Busen wirkt natürlich auch auf die Wirbelsäule und die wird ja auch nicht jünger. Folge davon sind Rückenschmerzen und Irritationen im Wirbelbereich mit den üblichen Folgen wie Kribbeln und Taubheit in Gliedmaßen etc. Auch beim Sport wirken sich schwingende Brüste negativ aus, wundgeriebene Brustwarzen, Entzündungen in der Brustfalte und ähnliches führen dazu, dass der eine oder andere den Sport sein lässt. Mit einem passenden BH lässt sich das alles vermeiden. Ich habe mich entschieden und seitdem ist meine Lebensqualität deutlich gestiegen. Ich bin mir sicher, dass die Psyche stark auf uns wirkt, aber eine intakte Physis ist für das Leben und die Lebensqualität noch viel wichtiger. Also kann ich allen nur raten: Steht zu Eurem Körper und lasst nicht wegen jedem Wehwehchen einen Chirurgen an Euch rumschnippeln. Ein BH ist außerdem deutlich preiswerter und auch hübscher als eine OP-Narbe.

Anonym
22. August 2013 um 15:23

ja, das kommt vor, vor allem bei denen, die mit dem Übergewicht zu kämpfen haben. Das lässt sich aber relativ leicht behandeln wie hier z.B. geschildert wird http://www.drkloeppel.com/leistungen/brust/gynaekomastie.html.

23. August 2013 um 18:26

@Anonym
Es geht hier aber explizit um Alternativen zur Operation! Übergewicht ist auch längst nicht die einzige Ursache von Gynäkomastie.

5. Oktober 2013 um 00:11

@Anonym
Leicht lässt sich nichts behandeln. Und OPs sind sowieso keine leichte Behandlung. Es ist sicherlich schwerer, zu seinem Körper zu stehen und Schönheits-OPs sind kein Ausweg, sondern eher eine Flucht. Bei Entstellungen durch Unfall oder echte Missbildung ist eine OP eine richtige Behandlung, aber nicht bei jedem vermeindlichen "Makel". Außerdem ist da die generelle Frage zu klären, was ist Übergewicht? Was ist denn Normalgewicht? Doch nur ein willkürlich festgelegter Wert. Dazu kommt, dass es viele Ursachen für eine Brustvergrößerung beim Mann gibt, die nur in wenigen Fällen tatsächlich auf klinische Ursachen zurückgeführt werden kann. Insofern wäre eine OP das Herumschnippeln an einem gesunden Körper. Da ist der BH wohl doch die gesündere Alternative.

6. Mai 2014 um 18:16

Ich habe von gewissen Fällen gehört, wo angeblich durch Einnahme von Kurkuma das Brustfett reduziert wird. In einem Forum hatte ich da von einer Person gelesen, die damit Erfolge erzielt haben soll. Ob das stimmt, weiß ich nicht, aber da es nur pflanzlich ist, denke ich, könnte man das doch ausprobieren.

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